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Das Oberlandesgericht München hat einen Mann zu drei Jahren Haft verurteilt - unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland. 

Früher war er Taxiunternehmer 

Wegen Kindern nach Syrien: IS-Mitglied Haftstrafe verurteilt

München - Ein IS-Mitglied ist in München zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Das Oberlandesgericht München sprach ihn am Donnerstag wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland und Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat schuldig. Nach Überzeugung des Gericht reiste der Mann, der zuvor als Taxiunternehmer in Berlin lebte, Ende 2014 nach Syrien und schloss sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat an. Er habe dort Zündauslösevorrichtungen für Sprengfallen hergestellt.

Der Weg des Mannes nach Syrien klingt abenteuerlich. Ende November 2014 war seine Ehefrau ohne sein Wissen mit den drei gemeinsamen Kindern in die vom IS kontrollierte Stadt Al-Rakka gereist. Um seine Kinder wieder zu bekommen, folgte er im Dezember - und ordnete sich dem IS unter. Zunächst war er laut Gericht im Verwaltungsapparat eingesetzt und betreute neu ankommende Rekruten. Später erhielt er eine Schusswaffenausbildung und war im Waffenbau tätig. Ende Oktober 2015 kehrte der Angeklagte mit seinen Kindern nach Deutschland zurück. Anfang November wurde er in Berlin festgenommen.

Richter werten Motivation des Mannes als strafmildernd 

Als strafmildernd wertete das Gericht das Geständnis und die Motivation des Mannes, der nach Syrien gegangen sei, um seine Kinder zurückzuholen. Die Kinder waren zum Prozessauftakt im vergangenen September zwei und sieben Jahre alt.

Das Urteil kam überraschend - ursprünglich waren Verhandlungstage bis Ende Juni angesetzt.

dpa

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