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Eine Einheit der syrischen Armee unweit von Palmyra beim Beschuss von IS-Stellungen. Foto: EPA

IS stößt im Irak weiter Richtung Osten vor

Die Terrormiliz IS verzeichnet derzeit einen militärischen Erfolg nach dem anderen. Nach der Eroberung von Palmyra in Syrien stoßen die Islamisten nun auch im Irak wieder vor. Ein US-Senator spricht sich nun für den Einsatz von Bodentruppen aus.

Bagdad (dpa) - Nach der Eroberung der westirakischen Stadt Ramadi rückt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) weiter Richtung Osten vor. Die Dschihadisten kämpften Regierungstruppen sowie sunnitische Stämme nieder und nahmen den Ort Husaiba ein, sagte ein Stammesführer der dpa.

Dort wehe die schwarze Fahne des IS auf den Verwaltungsgebäuden.

Husaiba liegt rund 100 Kilometer westlich von Bagdad. Den Informationen zufolge bereiteten die Extremisten mit Mörserbeschuss einen weiteren Vorstoß auf die Stadt Al-Chalidija östlich von Husaiba vor. Der IS hatte Ramadi am Sonntag eingenommen und der irakischen Armee damit einen empfindlichen Schlag versetzt. Laut UN sind 40 000 Menschen vor den Extremisten auf der Flucht.

US-Präsident Barack Obama bezeichnete die jüngsten Erfolge des IS in Syrien und im Irak als "taktischen Rückschlag". "Ich glaube nicht, dass wir verlieren", sagte er dem "Atlantic Magazine".

Allerdings betonte er, der Kampf gegen die Dschihadisten werde mehrere Jahre dauern. Neben Ramad im Irak hatten IS-Kämpfer am Wochenende auch die antike Ruinenstadt Palmyra in Syrien erobert. US-Kampfjets bombardieren seit Spätsommer 2014 IS-Stellungen.

Der einflussreiche US-Senator John McCain forderte die Entsendung von US-Bodentruppen in den Irak. "Ich würde sagen: 10 000 Mann", sagte er dem TV-Sender CNN. Die Strategie von Präsident Barack Obama, lediglich Kampfjets einzusetzen, sei ein Fehlschlag. Ziel der Dschihadisten sei nicht nur die Kontrolle über den Irak oder Syrien, sondern auch Anschläge in Europa und den USA. "Das Ziel sind wir", sagte McCain, der als Hardliner der Republikaner gilt. Obama lehnt die Entsendung von Bodentruppen strikt ab.

Nach der Eroberung von Palmyra in Zentralsyrien nahmen die Dschihadisten am Donnerstag den letzten noch von Regierungstruppen kontrollierten Grenzübergang zum Irak ein. Nach ersten Exekutionen von Regimeanhängern in Palmyra wächst die Sorge um das Unesco-Welterbe. Eine Zerstörung der archäologischen Stätten Palmyras wäre nach Einschätzung von Unesco-Chefin Irina Bokowa ein "enormer Verlust für die Menschheit".

"Syrien hat seinen letzten Übergang nach Irak verloren, nachdem sich Regierungstruppen aus dem Gebiet zurückgezogen hatten", sagte Rami Abdel Rahman, Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Mit der Einnahme des Übergangs Al Walid Tanef haben die Dschihadisten einen Großteil der Grenzlinie zwischen Syrien und dem Irak unter ihre Kontrolle gebracht. Ein Teil der Grenze im Nordosten wird von kurdischen Einheiten kontrolliert. Die Extremisten kontrollieren nach den Geländegewinnen in Zentralsyrien jetzt mehr als 50 Prozent der Landesfläche.

Nach ersten Berichten aus der eroberten Oasenstadt richteten die IS-Milizen am Donnerstag mindestens 17 Menschen hin. Die Opfer waren Soldaten und Unterstützer des Regimes in Bagdad, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrecht am Abend mit. Sie seien enthauptet worden. Damit sei die Zahl der Hinrichtungen in der Region seit Beginn der IS-Offensive vor wenigen Tagen auf insgesamt 66 gestiegen.

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