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Martin Zeil war von 2008 bis 2013 FDP-Landtagsabgeordneter und Bayerns Wirtschaftsminister. Zuvor war er drei Jahre lang Bundestagsabgeordneter. Zudem war Zeil mehrere Jahre Vize-Landrat des Landkreises Starnberg. Bei der Bank Hauck & Aufhäuser war er von 1984 bis 2008 beschäftigt. 

Schwere Vorwürfe

Isländische Bankenaffäre: Martin Zeil im Zwielicht

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Bedacht, seriös – so präsentierte sich Martin Zeil als Bayerns Wirtschaftsminister. Nun ist er angeblich in eine isländische Bankenaffäre verstrickt. Islands Regierung erhebt schwere Vorwürfe.

München – Am Mittwoch war für Martin Zeil eigentlich ein Tag der Bestätigung. Am Münchner Marienhof feierte Bayerns Politprominenz den Spatenstich für die zweite S-Bahn-Stammstrecke, die er als bayerischer Verkehrsminister mit vorangetrieben hatte. 

Münchens zweite Röhre – auch ein Erfolg des 60-jährigen FDP-Mannes aus Gauting. Doch just an diesem Tag holte ihn auch eine andere Geschichte ein. Zeil, früher Justiziar bei der Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser, soll Recherchen des BR-Politikmagazins „Kontrovers“ zufolge in eine isländische Finanzaffäre verwickelt sein. Islands Regierung erhebt schwere Vorwürfe.

Es geht um ein Geschäft aus dem Jahr 2003 – zwei Jahre bevor Zeil seine Karriere als Berufspolitiker begann. Ein Untersuchungsbericht im Auftrag des isländischen Parlaments zeichnet den Deal nach. Auf den 189 Berichtsseiten taucht der Name Zeils mehr als 100 Mal auf.

Der isländische Staat wollte damals die Landwirtschaftsbank an internationale Investoren verkaufen. 16 Prozent der Aktien seien an Hauck & Aufhäuser gegangen, berichtet das Magazin. Doch offenbar hatte die Bank selbst gar kein Interesse an dem Unternehmen. Die Anteile verschob man „Kontrovers“ zufolge an eine isländische Investorengruppe, die dafür den Kredit einer isländischen Bank erhielt. Die Anteile gingen also letztlich nicht wie gewünscht ins Ausland. „Alles, was Hauck & Aufhäuser geleistet haben, war ihren Namen herzugeben und so die Tatsache zu verschleiern, dass es keinen ausländischen Interessenten gegeben hat“, sagt der isländische Wirtschaftsexperte Gylfi Magnusson „Kontrovers“. Dafür habe die Bank eine Million Euro als Entschädigung erhalten. Nach Ansicht von Experten waren solche Geschäfte mitverantwortlich für den isländischen Bankencrash 2008. Ein Strohmann-Geschäft also?

Martin Zeil will die Vorgänge nicht näher kommentieren

Der isländische Finanzminister Benedikt Johannesson macht Hauck & Aufhäuser gegenüber „Kontrovers“ Vorwürfe: „Das war kein einfaches Geschäft. Es war ein Geschäft mit der isländischen Regierung“, sagt er. „Und darum täuschen sie die isländische Regierung und die isländische Bevölkerung. Ich nehme das sehr ernst.“ Im Untersuchungsbericht taucht Zeils Name laut dem BR-Magazin auch unter Geheimverträgen mit den tatsächlichen Investoren auf.

Zeil will die Vorgänge nicht näher kommentieren. Er sei seinem früheren Arbeitgeber, bei dem er 2008 ausschied, zur Vertraulichkeit verpflichtet, sagt er unserer Zeitung. Er selbst habe allerdings nie Geschäfte betrieben. „Als Leiter der Rechtsabteilung war es meine Aufgabe, die Geschäfte, die andere verhandel und verantwortet haben, rechtlich abzusichern“, betont Zeil.

Hauck & Aufhäuser habe das Geschäft 2003 von einer isländischen Anwaltskanzlei auf Rechtskonformität prüfen lassen, sagt eine Unternehmenssprecherin unserer Zeitung. „Das Gutachten bestätigt eindeutig die Konformität.“ Auch die isländische Bankenaufsicht habe den Deal seinerzeit genehmigt. Da die gesetzliche Frist für die Aufbewahrung von Akten abgelaufen sei, seien Unterlagen „nur noch rudimentär vorhanden“. Um sich ein Bild zu verschaffen, lasse man sich den isländischen Bericht derzeit selbst übersetzen, sagt die Sprecherin. Erst danach könne man Stellung nehmen.

Der isländische Finanzminister empfiehlt den deutschen Behörden indes laut „Kontrovers“ schon jetzt, in dieser Sache aktiv zu werden.

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