Tausende Kindersoldaten

Islamischer Staat nutzt Kinder für Exekutionen in Afghanistan

Der IS hat Tausende Kinder als Soldaten rekrutiert. Nun wurden wohl drei dieser Kindersoldaten benutzt, um eine Exekution durchzuführen. Eine Fotostrecke zeigt die grausame Tat. 

Kabul - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Afghanistan hat für die Exekution von drei Männern offenbar Kinder benutzt. Eine am Mittwoch über das Internet verbreitete Fotoserie mit dem Logo von IS-Khorasan - dem IS-Namen für ihre Afghanistan-Pakistan-Provinz - zeigt Szenen mit drei Gefangenen in orangefarbenen Overalls und zwei Kindersoldaten. Die Jungen könnten zwischen acht und zehn Jahre alt sein und tragen Pistolenholster um den Oberkörper geschnallt.

In einem Bild führen die Kinder je einen Gefangenen am Nacken, den sie auf ihre Höhe niederdrücken. In einem weiteren Bild stehen sie mit gezogenen Waffen hinter zwei der drei Gefangenen. Im letzten liegen die drei Gefangenen mit blutüberströmten Köpfen am Boden, die Kinder jubeln offenbar, ihre Waffen in die Luft gestreckt.

Nicht nur die IS rekrutiert Kindersoldaten. Auch in anderen Ländern werden sie angeworben. Im Südsudan wurden vor Kurzem 300 Kindersoldaten freigelassen.

Bildunterschriften besagen, dass es sich um die „Liquidierung von Elementen der afghanischen Armee und eines Spions, der für sie (die Armee) arbeitet, in Nangarhar“ handele. In der ostafghanischen Provinz Nangarhar hat der IS in Afghanistan seine einzige größere territoriale Basis. Die Szenerie mit Bäumen und Felsen im Hintergrund könnte mit ostafghanischen Winterlandschaften übereinstimmen.

Tausende Kinder als Kämpfer oder Selbstmordattentäter eingesetzt

Der IS hat schon im Irak und in Syrien Tausende Kinder rekrutiert und unter anderem als Kämpfer oder Selbstmordattentäter eingesetzt. Die UN warnen in ihrem neuen Jahresbericht zu den zivilen Opfern in Afghanistan, sie hätten im Jahr 2017 Berichte über 643 Kindersoldaten erhalten. Verifizierbar sei gewesen, dass 19 Jungen vom IS rekrutiert worden seien. In Wirklichkeit seien die Zahlen vermutlich höher.

In München soll ein Mutmaßlicher IS-Anhänger einen 7-jährigen Jungen zum Kindersoldaten trainiert haben.

Der IS war in Afghanistan erst Anfang 2015 aufgetaucht. Die USA und die afghanischen Sicherheitskräfte greifen seine Stellungen in Nangarhar seitdem mitunter mehrmals wöchentlich an. Trotzdem verübt der IS weiter schwere Anschläge, intensiviert die Rekrutierung und versucht, auch in Nordafghanistan Fuß zu fassen.

dpa/sms

Rubriklistenbild: © dpa / Sedat Suna

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