Viele Tote

Islamisten wüten brutal in Dorf in Nigerias Osten

Damboa - Ein weiterer brutaler Überfall in einem nigerianischen Dorf geht wohl auf die Rechnung der Terror-Sekte Boko Haram: Sie habe Sprengsätze in Wohnhäuser geworfen, berichten Augenzeugen.

Bei einem Angriff von Kämpfern der radikalislamischen Sekte Boko Haram auf die Stadt Damboa im Nordosten Nigerias sind nach Zeugenangaben "zahlreiche Menschen" getötet worden. Die Rebellen hätten die Kleinstadt im Bundesstaat Borno am Donnerstagabend überfallen und bis zum Morgen dort gewütet, sagte ein Vertreter der Stadtverwaltung. Einwohner, die nicht fliehen konnten und sich den Angreifern ergeben hätten, seien erschossen worden. Zudem hätten die Rebellen Sprengsätze in Wohnhäuser geworfen. Ein Augenzeuge sagte, die Einwohner hätten sich gerade aufs Fastenbrechen während des Ramadan vorbereitet.

Die Rebellen hatten bereits am 6. Juli eine Polizeiwache und ein Armeelager in Damboa angegriffen und die Sicherheitskräfte vertrieben. Der Augenzeuge sagte, die Bewohner seien seitdem schutzlos gewesen, da sich alle Soldaten und Polizisten zurückgezogen hätten. Die Überlebenden seien in die Regionalhauptstadt Maiduguri geflohen und hätten Schutz im Palast des Shehu von Borno gesucht, dem obersten Geistlichen der Gegend. Der Vertreter der Stadtverwaltung sagte, es sei Klage beim Shehu eingereicht worden, weil keine Sicherheitskräfte in Damboa gewesen seien.

Boko Haram kämpft seit Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Die Islamistengruppe hat in den vergangenen Jahren bei Anschlägen auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Schulen, Kirchen und Wohngebiete tausende Menschen getötet. International Schlagzeilen machte sie zudem mit der Entführung von 276 Mädchen aus einer Schule im Ort Chibok. Die Sicherheitskräfte sind vielfach nicht in der Lage, für ausreichenden Schutz vor den Angriffen zu sorgen.

AFP

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