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Sie könnte Netanjahus Nachfolgerin werden: Justizministerin Ayelet Schaked. 

Ayelet Schaked

Sie will Netanjahu nachfolgen - doch ein Video sorgt für Bestürzung

In Israel stehen bald Wahlen an, Netanjahus größte Konkurrentin dürfte Ayelet Schaked sein. Sie schockte das Internet vor Kurzem mit einem Faschismus-Video.

Jerusalem - Israel befindet sich momentan im Wahlkampf, am 9. April soll ein neues Parlament gewählt werden. Amtierender Ministerpräsident ist Benjamin Netanjahu, der noch fest im Sattel sitzt. Trotz einer drohenden Anklage wegen Korruption sind seine und die Umfragewerte der Partei gut, wie spiegel.de berichtet.

Konkurrenz könnte er jedoch aus einem ihm nahestehenden politischen Lager bekommen. „Die Neue Rechte“ wurde von zwei israelischen Ministern gegründet, die zuvor selbst Mitglied in Netanjahus Partei waren. Mit Ayelet Schaked stellen sie nicht nur Israels Verteidigungsministerin, sondern auch eine äußerst medienwirksame Person. Die 42-Jährige inszeniert sich gekonnt in den sozialen Medien - und ist somit für die Wählerschaft noch nahbarer.

Israel: Das ist Netanjahus mögliche Nachfolgerin Ayelet Schaked

Ayelet Schaked studierte an der Universität Tel Aviv Elektrotechnik und Informatik, bevor sie politisch aktiv wurde. 2006 wurde sie Stabs-Sekretärin von Benjamin Netanjahu, entfernte sich einige Jahre später jedoch wieder von der Partei. Nachdem sie sich einer national-religiösen Partei angeschlossen hatte, zog Schaked im März 2015 in den Knesset ein. Seitdem ist sie auch israelische Justizministerin. 

Im Dezember 2018 entschloss sie sich, gemeinsam mit Bildungsminister Bennet - ebenfalls früheres Mitglied Netanjahus Likud-Partei - die „Neue Rechte“ zu gründen. Ihre Wählerschaft spricht sie vor allem auf Instagram mit Bildern ihres Privatlebens an. 

Ihre politischen Ziele seien laut Spiegel noch weiter rechts einzuordnen, als die des Premiers Netanjahu. Mit einem Wahlkampf-Spot, den sie in den sozialen Medien teilt, macht sie auf ihre Vorhaben aufmerksam - und sorgt für Furore.

Israel: Schaked postet Wahlkampf-Spot - und spielt mit dem Wort Faschismus

In dem mit Schwarz-Weiß-Filter versehenem Video sieht man, wie Shaked sich sinnlich durch die Haare greift und mit Parfüm einsprüht. Die Flasche ist betitelt mit „Faschismus“. Während sie sich also quasi in „Faschismus No.5“ einhüllt, sind Wörter wie „rechtliche Revolution“, „Beschränkungen für Aktivisten“ und „Zähmung des Obersten Gerichts“ von einer Off-Stimme zu hören. Auch ein Video mit englischen Untertiteln zeugt davon.  

Zum Schluss greift sie noch einmal zum Parfüm „Faschismus“ und sprüht sich damit ein. „Riecht wie Demokratie für mich“, meint sie am Ende des Videos. Womöglich spielt sie damit auf den Vorwurf ihrer politischen Gegner an, ihre angestrebten Ziele wie Beschränkungen für das Oberste Gericht wären faschistisch. 

Wahlkampf in Israel: Schakeds Faschismus-Video sorgt für Furore

Während einige User das Video mit rechtsextremen Kommentaren feiern, sind andere bestürzt. „Das ist doch wohl ein Witz“, „Ich hoffe, dass du das nicht ernst meinst“ und „Das muss doch wohl ein Fake sein“, meinen die Nutzer. Als Wahlkampf-Spot dürfte der Clip jedoch seine Wirkung nicht verfehlt haben, mittlerweile wurde er auf Instagram und Twitter zusammen über 240.000-mal abgerufen. 

Ayelet Schaked teilt übrigens auch immer wieder Tweets des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trumps, der vor Kurzem bekannt gab, dass er Israels Souveränität über die Golanhöhen anerkennen möchte. Hier geht es zum News-Ticker aus dem Weißen Haus

mef

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