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Israel: Deutsche Verteidigungspolitiker machen sich ein Bild von «Arrow 3»

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Israel: Deutsche Verteidigungspolitiker machen sich ein Bild von «Arrow 3» © IMAGO/Israel Ministry of Defense

Die Verteidigungspolitiker des Bundestags haben sich in Israel über das Raketenabwehrsystem «Arrow 3» informiert.

Tel Aviv - Man habe sich erklären lassen, «welche Systeme von Bedeutung sind», sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), am Dienstag nach einem Besuch im Verteidigungsministerium in Tel Aviv. «Natürlich ist Arrow 3 nicht uninteressant, weil es darum geht, Raketen abzuwehren, die so hoch geschossen kommen, dass wir das Rüstzeug nicht haben in Deutschland, um solche Raketen abzuwehren.» Gleichzeitig betonte sie, die Reise der zehnköpfigen Delegation nach Israel sei schon länger geplant gewesen, man sei «nicht auf Einkaufstour» gewesen. «Wir sind also nicht hier mit einem Sack voll Geld, um einzukaufen.» Es gehe vielmehr um einen Austausch mit Vertretern eines Landes, «das seit seiner Existenz immer wieder im Kriegszustand lebt».

Die Forderung nach einem Raketenschutzschild für Deutschland war laut geworden, nachdem Russlands Angriff auf die Ukraine auch die Bedrohungslage in Europa verändert hatte. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte am Sonntag in der ARD-Sendung «Anne Will», die Bundesregierung erwäge die Errichtung eines Raketenschutzschilds für ganz Deutschland nach israelischem Vorbild. Strack-Zimmermann sagte: «Wir haben die Situation in Deutschland und Europa, dass wir seit vier Wochen einen Krieg im Herzen Europas erleben.» Nach dem Besuch in Israel müsse man nun «in Ruhe gemeinsam in Berlin überlegen, was kommt überhaupt in der nächsten Zeit auf uns zu». Es sei kein Geheimnis, dass Deutschland Lücken in der Boden- und Luftabwehr habe, «und auch angesichts des Krieges in der Ukraine sehen wir, dass wir diese Schwäche kompensieren müssen».

Israel: Dritter Anschlag binnen sieben Tagen

Tel Aviv - Beim dritten Anschlag in Israel binnen einer Woche sind am Dienstag nach Angaben von Sanitätern mehrere Menschen lebensgefährlich verletzt worden. Ein Mann eröffnete den Angaben zufolge in Bnei Brak bei Tel Aviv das Feuer auf Passanten. Erst am Sonntag waren bei einem Anschlag in der Küstenstadt Chadera zwei Polizisten und beide Attentäter getötet worden. Vor einer Woche waren bei einem weiteren Terroranschlag in Beerscheva im Süden Israels vier Menschen getötet worden, zwei Männer und zwei Frauen. Der Attentäter, ein Beduine aus der Negev-Wüste, wurde von Passanten erschossen. Es war einer der schwersten Anschläge mit israelischen Opfern der vergangenen Jahre. (dpa)

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