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Ultraorthodoxe Soldaten in Israel.

Historische Entscheidung

Israel führt Wehrpflicht für Ultraorthodoxe ein

Jerusalem - In einer historischen Entscheidung hat das israelische Parlament die schrittweise Einführung der Wehrpflicht auch für ultraorthodoxe Männer beschlossen.

Für den Antrag der Regierung hätten am Mittwoch 67 der 120 Knesset-Abgeordneten in Jerusalem gestimmt, berichtete die Zeitung „Jediot Achronot“. Ein Regierungsabgeordneter stimmte dagegen, die Opposition boykottierte das Votum.

Vor allem Finanzminister Jair Lapid von der Zukunftspartei hatte sich „die gleiche Verteilung der Lasten“ und damit das Ende der Befreiung tiefreligiöser Juden vom Wehrdienst auf die Fahnen geschrieben. Sein Parteifreund, Wissenschaftsminister Jaakov Peri, sagte: „Erstmals wird ein Problem, das im Zentrum des Konflikts innerhalb der israelischen Gesellschaft steht, gelöst werden. Dramatische Veränderungen stehen an.“

Die Opposition aus ultraorthodoxen sowie linken und liberalen Kräften boykottierte die Debatte und Abstimmung. Die Ultraorthodoxen lehnen den Wehrdienst vehement ab. Das Gesetz sieht vor, dass in einer Übergangsphase bis Juli 2017 jährlich Quoten von mehreren Tausend strengreligiösen Rekruten erfüllt werden.

Erweist sich dies als erfolgreich, geht das Quotensystem weiter. Sollten sie aber nicht erfüllt werden, tritt von Juli 2017 an die Wehrpflicht für alle ultraorthodoxen 18-Jährigen in Kraft. Wehrdienstverweigerern droht Haft. Ausgenommen von der Wehrpflicht wären dann nur noch 1800 herausragende Studenten an Jeschivas - jüdischen Religionsschulen für Männer.

Trauerfeier für Ariel Scharon

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dpa

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