Nach Angriff am Tempelberg

Israel verschärft Sicherheitsvorkehrungen weiter

Nach dem tödlichen Angriff auf zwei israelische Polizisten in der Jerusalemer Altstadt hat Israel seine Sicherheitsvorkehrungen weiter verschärft.

Israel - Es seien fünf zusätzliche Bataillone in Alarmbereitschaft versetzt worden, unter anderem im Westjordanland, sagte eine Armeesprecherin am Donnerstag. Der israelische Minister für innere Sicherheit, Gilad Erdan, sagte dem Armeeradio, Regierungschef Benjamin Netanjahu müsse über die Maßnahmen am Tempelberg entscheiden. Er hoffe aber, dass die dort installierten Metalldetektoren über das Wochenende blieben, sagte Erdan.

Vergangene Woche hatten drei arabische Israelis in der Jerusalemer Altstadt zwei israelische Polizisten erschossen, sie wurden daraufhin von Sicherheitskräften getötet. Als Reaktion hatte Israel den Zugang zum Tempelberg ohne Rücksprache mit der muslimischen Frommen Stiftung (Wakf) zunächst geschlossen. Diese verwaltet die jüdischen und muslimischen Gläubigen gleichermaßen heilige Stätte. Israel ist für die Sicherheit zuständig.

Erneut versuchter Messerangriff auf israelische Soldaten

Am Sonntag wurde der Zugang zum Tempelberg wieder ermöglicht, allerdings wurden Metalldetektoren und Überwachungskameras angebracht. Seitdem weigern sich viele Palästinenser, die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg zu betreten.

Der Tempelberg ist das drittwichtigste Heiligtum des Islams nach Mekka und Medina. An ihm befindet sich auch die jüdische Klagemauer, einziger Überrest des von den Römern im Jahr 70 zerstörten Zweiten Jüdischen Tempels.

Im besetzten Westjordanland gab es derweil erneut einen versuchten Messerangriff auf israelische Soldaten. Der Angreifer sei an einem Kontrollpunkt in Tekoa südlich von Bethlehem mit einem Messer auf die Soldaten losgegangen, erklärte die israelische Armee. Diese wurden nicht verletzt. Sicherheitskräfte erschossen den Angreifer. Zu dessen Identität lagen zunächst keine Angaben vor.

Seit Oktober 2015 wurden bei einer Gewaltserie in Israel und den Palästinensergebieten mehr als 280 Palästinenser, 44 Israelis und sieben Ausländer getötet. Bei der Mehrzahl der getöteten Palästinenser handelte es sich um erwiesene oder mutmaßliche Attentäter, die zumeist Messer für ihre Angriffe verwendeten.

AFP

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