"Klare Botschaft"

Israelisches Militär beschießt syrische Artilleriestellungen

Tel Aviv - Zum zweiten Mal binnen 24 Stunden greift Israels Armee Ziele auf syrischem Gebiet an. Sie erklärt das als Reaktion auf Beschuss von dort. Droht jetzt eine neue Front?

Als Antwort auf einen Raketenangriff aus dem syrischen Bürgerkriegsgebiet hat Israel in der Nacht erneut Stellungen der syrischen Streitkräfte beschossen. Kampfflugzeuge hätten in der Nacht zum Mittwoch Angriffe auf die syrische Armee geflogen, sagte eine israelische Militärsprecherin.

Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon nannte den Angriff „eine klare Botschaft“. Eine Verletzung der israelischen Souveränität werde man nicht akzeptieren. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte Angreifern des Staates Israel bereits am Dienstagabend mit Vergeltung gedroht.

Kurz vor dem Luftangriff hatte es auf dem von Israel besetzten Teil der Golanhöhen Luftalarm gegeben. Eine Armeesprecherin bestätigte, dass kein Geschoss gefunden wurde. Warum die Sirenen ausgelöst wurden, werde noch geprüft. Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Alarm und dem nächtlichen Angriff der israelischen Armee gibt, konnte sie nicht sagen.

Am Dienstagmittag waren zwei von syrischem Gebiet abgefeuerte Raketen auf den israelisch besetzten Golanhöhen eingeschlagen; Verletzte gab es nicht. Eine Armeesprecherin bestätigte kurz darauf, dass die Armee mit Artilleriebeschuss reagiert habe. Ob der Angriff am Dienstag auf Israel zielte oder die Geschosse fehlgeleitet waren, blieb unklar.

Am 18. Januar waren bei einem - anscheinend israelischen - Luftangriff in Syrien ein iranischer General sowie mindestens sechs Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz getötet worden. Die israelischen Streitkräfte haben dies weder dementiert noch bestätigt. Da der Iran und die Hisbollah mit Vergeltung drohten, hatte Israel seine Truppen im Norden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Israel und Syrien streiten sich seit fast fünf Jahrzehnten um die Golanhöhen. Israel hatte das rund 1150 Quadratkilometer große syrische Plateau im Sechstagekrieg 1967 größtenteils erobert und Ende 1981 annektiert. Im syrischen Bürgerkrieg ist der syrische Golan immer wieder Ort blutiger Zusammenstöße verfeindeter Milizen. Der Großteil wird von Rebellengruppen kontrolliert; darunter ist die Al-Nusra-Front, der syrische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP

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