+
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu

Nach Mörsergranaten-Attacke

Israels Ministerpräsident kündigt militärische Reaktion auf Raketenbeschuss an

Nachdem am Dienstag militante Palästinenser im Gazastreifen Mörsergranate auf Israel abgefeuert hatten, kündigte Israels Ministerpräsident Netanjahu eine harte militärische Reaktion an.

Gaza/Tel Aviv - Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine harte militärische Reaktion auf den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen angekündigt. „Die israelische Armee wird mit aller Entschlossenheit auf diese Angriffe reagieren“, sagte Netanjahu am Dienstag. „Israel wird einen Preis fordern von jedem, der versucht, es anzugreifen.“ Nach Medienberichten hat Netanjahu eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsstabs einberufen.

Militante Palästinenser im Gazastreifen hatten am Dienstag mindestens 28 Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Die israelische Armee teilte mit, die meisten der Geschosse seien von dem Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden. Zunächst war von Beschuss mit Raketen die Rede gewesen.

Derweil lief ein Fischerboot mit 17 Palästinensern an Bord aus dem Hafen von Gaza aus, um die israelische Seeblockade des Küstengebiets zu durchbrechen. „Wir haben das Recht, unser Land zu verlassen und auch wieder zurückzukommen“, sagte Ramadan Al-Hajek, einer der Organisatoren der Protestaktion, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Israel hat seit mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt.

Israel macht Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad für Mörsergranatenangriffe verantwortlich

In mehreren israelischen Ortschaften an der Grenze zu dem Palästinensergebiet heulten am Morgen Warnsirenen. Nach israelischen Medienberichten schlugen einige Geschosse auf israelischem Gebiet ein, eines davon direkt neben einem Kindergarten. Es gab keine Berichte zu Opfern.

Es war das erste Mal seit Beginn der Proteste entlang der Gaza-Grenze am 30. März, dass Geschosse auf Israel abgefeuert wurden. Nach palästinensischen Berichten griffen israelische Kampfflugzeuge nach den Raketenangriffen verschiedene Ziele im Gazastreifen an. In dem Palästinensergebiet waren laute Explosionen zu hören.

Israelische Medien berichteten, man gehe davon aus, dass die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad für die Mörsergranatenangriffe auf Israel verantwortlich sei. Am Sonntag waren bei einem israelischen Angriff im südlichen Gazastreifen drei Mitglieder des bewaffneten Flügels der Organisation getötet worden.

Seit dem 30. März sind mehr als 120 Palästinenser bei Massenprotesten und Konfrontationen mit israelischen Soldaten am Grenzzaun zwischen Israel und dem Gazastreifen getötet worden. Tausende wurden verletzt.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona in Ungarn: Orbans Notstandsgesetz ruft EU-Kommission auf den Plan 
Die Corona-Pandemie trifft Ungarn aktuell noch vergleichsweise gering. Dennoch hat Regierungschef Orban nun ein umstrittenes Notstandsgesetz durchgesetzt. Die …
Corona in Ungarn: Orbans Notstandsgesetz ruft EU-Kommission auf den Plan 
Blau-Weiß-Bündnis: Regierungsbildung in Israel liegt auf Eis
Seit 2018 wird Israel schon von einer Übergangsregierung verwaltet. Erneut drohen alle Bemühungen um eine Regierungsbildung zu scheitern.
Blau-Weiß-Bündnis: Regierungsbildung in Israel liegt auf Eis
London: Boris Johnson in "stabilem Zustand"
Er gab sich nach seiner Corona-Infektion noch optimistisch, wirkte aber schon ziemlich angeschlagen. Plötzlich hat sich Boris Johnsons Zustand so stark verschlechtert, …
London: Boris Johnson in "stabilem Zustand"
Opposition: Große Koalition verschleppt Wahlrechtsreform
Im kommenden Jahr wird der nächste Bundestag gewählt. Doch die Reform zur Verkleinerung des Parlaments ist noch nicht in Gang gekommen. Die Zeit drängt.
Opposition: Große Koalition verschleppt Wahlrechtsreform

Kommentare