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Italiens Staatschef Giorgio Napolitano plant seinen Rücktritt.

Rücktritt aus Altersgründen

Italien bereitet sich auf Präsidentenwahl vor

Straßburg/Rom - Italien Staatschef Napolitano wird in Kürze zurücktreten. Das kündigte Ministerpräsident Renzi am Dienstag an.

Italien bereitet sich auf die schwierige Wahl eines neuen Präsidenten vor. Staatsoberhaupt Giorgio Napolitano tritt voraussichtlich diesen Mittwoch zurück. Ministerpräsident Matteo Renzi verabschiedete sich am Dienstag in Straßburg bei seiner Abschlussrede zur EU-Ratspräsidentschaft Italiens von dem Staatschef, der „in wenigen Stunden“ das Amt niederlegen werde. Napolitano sei ein „überzeugter Europäer“, sagte Renzi. „Er hat einen langen Weg des Wandels abgeschlossen und ist den Schwierigkeiten in Italien mit Intelligenz und Weisheit begegnet.“

Der 89-jährige Napolitano hatte schon während seiner Neujahrsansprache bekanntgegeben, nach fast neun Jahren im Amt aus Altersgründen zurückzutreten - ohne jedoch ein konkretes Datum zu nennen. Regierungschef Renzi steht nun unter Druck, seine sozialdemokratische Partei hinter sich zu bringen und schnell einen mehrheitsfähigen Kandidaten zu präsentieren.

Denn befürchtet wird, dass eine erneute chaotische Präsidentenwahl das krisengeschüttelte Land lahmlegt und Italien Griechenland folgt, das nach einer gescheiterten Präsidentenwahl Neuwahlen ausgerufen hat. Napolitano war 2013 nur deshalb noch einmal angetreten, weil zwei Kandidaten vor ihm bei einer turbulenten Wahl gescheitert waren.

„Ich freue mich, nach Hause zurückzukehren. Es geht einem gut hier, es ist alles sehr schön. Aber es ist ein wenig wie im Gefängnis“, sagte Napolitano am Dienstag zu seinem bevorstehenden Auszug aus dem Quirinalpalast in Rom. „Zuhause werde ich zufrieden sein und spazieren gehen.“

Nachdem Napolitano seinen Rücktritt eingereicht hat, muss innerhalb von zwei Wochen der Wahlprozess in Gang gesetzt werden. Bis ein neues Staatsoberhaupt gefunden ist, übernimmt Senatspräsident Pietro Grasso die Funktion. Spekuliert wird seit Wochen über einen Nachfolger, genannt werden dabei sowohl der zweimalige ehemalige Ministerpräsident Romano Prodi, der Ex-Regierungschef Massimo D'Alema oder Roms ehemaliger Bürgermeister Walter Veltroni. Jedoch hat sich bisher kein Spitzenreiter abgezeichnet.

dpa

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