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Italien führt Corona-Impfpflicht für über 50-Jährige ein

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Von: Max Schäfer

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Ein italienischer Polizist lässt sich gegen das Coronavirus impfen.
Ein italienischer Polizist lässt sich gegen das Coronavirus impfen. (Archivfoto) © Alessandra Tarantino/dpa

Italien reagiert auf die hohe Zahl von Neuinfektionen und führt eine Corona-Impfpflicht für Menschen über 50 Jahren ein.

Rom – Wegen der derzeitigen Pandemie-Lage hat Italien eine Corona-Impfpflicht* für Menschen über 50 eingeführt. „Wir schreiten besonders in den Altersklassen ein, die mehr vom Risiko eines Krankenhausaufenthaltes betroffen sind, um den Druck von den Kliniken zu nehmen“, erklärte Ministerpräsident Mario Draghi am Mittwochabend (05.01.2022).

„Die Maßnahmen sollen die gute Funktionsfähigkeit der Krankenhäuser erhalten und gleichzeitig Schulen und Betriebe offen halten“, sagte Draghi in seiner Erklärung.

Italien: Corona-Impfpflicht und weitere Maßnahmen – Regierung reagiert auf viele Neuinfektionen

Die Corona-Impfpflicht in Italien wurde zusätzlich auf das Personal an Universitäten ausgeweitet. In Schulen galt sie bereits. Die Regelungen treten mit dem Erscheinen im Amtsblatt in Kraft. Wann das sein wird, war zunächst unklar. Neben der Impfpflicht zum Schutz gegen das Coronavirus gelte für die über 50-Jährigen außerdem die 2G-Regel am Arbeitsplatz. Sie müssen damit nachweislich gegen Corona geimpft oder von der Krankheit genesen sein, um zur Arbeit gehen zu können. Die 2G-Regel wird in Italien ebenfalls ausgeweitet* und soll ab 10. Januar 2022 unter anderem in Bussen und Bahnen, Hotels und Skiliften gelten.

Für körpernahe Dienstleistungen, wie bei Friseuren, gilt in Italien die 3G-Regel. Ein negativer Corona-Test ist für den Besuch also ausreichend. Auch beim Zutritt zu Ämtern, der Post, Banken und Geschäften müssen ungeimpfte Menschen in Italien einen negativen Test vorweisen. Geschäfte des täglichen Bedarfs und Apotheken sind davon ausgenommen.

Corona in Italien: Debatte um Umgang mit der Omikron-Variante in Schulen

In den vergangenen Tagen wurde auch der Umgang mit der Omikron-Variante in Schulen diskutiert. Ab Montag (10.01.2022) gehen die Kinder und Jugendlichen wieder in den Unterricht. Ministerpräsident Draghi hatte immer wieder dafür plädiert, Distanzunterricht zu vermeiden. Dennoch gibt es Einschränkungen. Grundschüler:innen müssen bei zwei Ansteckungen in einer Klasse für zehn Tage ins Homeschooling, in weiterführenden Schulen ist Distanzunterricht bei drei Corona-Fällen vorgesehen. Bei zwei Infektionen müssen alle in den Distanzunterricht, die nicht geboostert sind oder deren Genesung mehr als 120 Tage zurückliegt.

Mit der Corona-Impfpflicht für über 50-Jährige reagiert Italien auf den starken Anstieg der Corona-Fallzahlen seit Anfang Dezember 2021. Am 1. Dezember lag die Sieben-Tage-Inzidenz laut Johns Hopkins Universität bei einem Wert von 143,1. Zu Jahresbeginn erreichte sie den Wert von 924,4. Am 6. Januar 2022 wurden 189.088 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz liegt bei 1493,5. Die Impfquote liegt bei etwa 74 Prozent (Stand 06.01.2022). Zum Jahresbeginn hatte auch das deutsche Robert Koch-Institut Italien als Corona-Hochrisikogebiet eingestuft. (Max Schäfer mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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