Frauen freigelassen

Italien dementiert Lösegeldzahlung für Geiseln

Rom - Zwei italienische Frauen sind in Syrien monatelang in der Gewalt von Terroristen. Nun sind sie wieder frei. Hat Italien Lösegeld in Millionenhöhe bezahlt?

Nach der Freilassung zweier Italienerinnen aus der Gewalt einer Terrorgruppe in Syrien ist in ihrer Heimat ein Streit über angebliche Lösungsgeldzahlungen entbrannt. Angaben, wonach die Regierung in Rom zwölf Millionen Dollar (10,2 Mio. Euro) für die beiden Frauen gezahlt habe, entbehrten jeder Grundlage, sagte Außenminister Paolo Gentiloni am Freitag vor dem Parlament in Rom. Italien sei gemäß internationaler Übereinkommen gegen die Zahlung von Lösegeld.

Die radikal-islamische Al-Nusra-Front, ein Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, hatte die beiden etwa 20 Jahre alten Frauen, die für Hilfsorganisationen gearbeitet hatten, nach eigenen Angaben im Juli in Nordsyrien entführt.

Wie die Deutsche Presse-Agentur von Aktivisten erfuhr, sollen die Frauen am Mittwoch über die Grenze in die Türkei gebracht worden sein, nachdem insgesamt zwölf Millionen Dollar Lösegeld gezahlt worden seien. Die beiden sind inzwischen wieder in Italien. Lösegeldzahlungen an Terroristen sei immer ein „tragischer Fehler“, sagte Maurizio Gasparri von der konservativen Oppositionspartei Forza Italia.

Außenminister Gentiloni reagierte auch auf Kritik, wonach die Frauen ihr Leben leichtfertig riskiert hätten. Das Parlament solle „die Großzügigkeit und den Mut“ von Entwicklungshelfern in Krisengebieten wertschätzen, deren Arbeit „natürlich mit den Taten des Staates koordiniert werden muss“. Die beiden Frauen hätten die italienischen Behörden „leider“ nicht über ihre Reise nach Syrien informiert.

Die Al-Nusra-Front vertritt eine ähnliche Ideologie wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), ist aber mit dieser verfeindet. Der IS hat bereits mehrere ausländische Geiseln geköpft und dazu Videos im Internet verbreitet.

dpa

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