Silvio Berlusconi, ehemaliger Premierminister von Italien, am 3. August 2019 in Rom.
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Wie ist nach seiner Corona-Infektion der Gesundheitszustand von Silvio Berlusconi (Archivbild)?

„Ob es ihn umgebracht hätte? Absolut ja ...“

Berlusconi kämpft weiter gegen Coronavirus: Arzt-Aussage schockiert - Rätsel über Ansteckung bleibt offen

Silvio Berlusconi kämpft seit Tagen gegen das Coronavirus. Jetzt schockt sein Arzt mit einer drastischen Aussage. Italien rätselt derweil wer den Ex-Regierungschef angesteckt hat.

  • Der italienischen Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi kämpft gegen das Coronavirus.
  • Sein Arzt glaub, dass er gestorben wäre, hätte er sich im März angesteckt.
  • Italien fragt sich wer Berlusconi, der auch während der Pandemie häufig Besuch empfing, angesteckt hat.

Update vom 11. September 2020, 12.06 Uhr: Der Arzt des an Corona erkrankten italienischen Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi schockte nun mit einer beunruhigenden Aussage. Seiner Ansicht nach wäre Berlusconi bei einer ähnlichen Corona-Infektion im März oder April an der Krankheit gestorben. „Die Viruslast beim Nasen-Rachen-Abstrich von Berlusconi war dermaßen erhöht, dass das im März oder April sicherlich nicht so einen glücklichen Ausgang wie jetzt gehabt hätte“, sagte Professor Alberto Zangrillo im TV-Sender La7. „Ob es ihn umgebracht hätte? Absolut ja, sehr wahrscheinlich ja, und er weiß das.“

Berlusconi sei aber in einem „mehr als zufriedenstellenden“ Zustand, sagte Zangrillo, der an eine baldige Genesung seines Patienten glaubt. Am Mittwoch hatte er sich Berlusconi wieder zu Wort gemeldet und von seinem Kampf gegen die „höllische Krankheit“ berichtet. „Es ist die schlimmste Erfahrung meines Lebens“, sagte er über seine Infektion mit dem Coronavirus.

Berlusconi spendet zehn Millionen Euro für Notkrankenhaus - Monate später infiziert er sich mit Corona

Erstmeldung vom 11. September 2020:

Rom - Es wirkte wie eine Flucht. Die Regierung in Rom hatte gerade den Ausnahmezustand verhängt und die ersten roten Zonen im Land eingerichtet, da vernahm das geschockte Italien eine bekannte Stimme. Er sei nie so stolz gewesen, Italiener zu sein wie jetzt, ließ Silvio Berlusconi wissen. „Gott möge uns helfen“, sagte er und spendete zehn Millionen Euro für das Notkrankenhaus, das für die Corona-Kranken in Mailand gebaut werden sollte.

Längst hatte sich der 83-Jährige aus seiner Villa in Arcore bei Mailand in das Anwesen seiner Tochter bei Nizza abgeseilt. Dann nahm Corona* mit bislang über 280.000 Ansteckungen und mehr als 35.000 Toten in Italien seinen Lauf. Den Sommer über blieben die Neuansteckungen niedrig, bis das Land im August vom Abstandhalten offenbar die Nase voll* hatte, die Zahlen stiegen. Berlusconi war inzwischen in seine Luxus-Villa auf Sardinien übergesiedelt und genoss dort das Leben. Bis vor einer Woche der Corriere della Sera auf Seite 1 titelte „Berlusconi positiv: mir geht es gut“. Der viermalige Ministerpräsident, der immer noch mitmischt im römischen Politikbetrieb, hatte sich aus Sorge vor einer Ansteckung regelmäßig testen lassen.

Corona-Infektion: Berlusconi empfing häufig Gäste in seiner Villa - Nun kämpft er gegen „teuflische Krankheit“

Offenbar mangelte es wie immer auch nicht an Besuch in der prachtvollen Villa Certosa. Freunde, Parteigenossen, Familienmitglieder gaben sich die Klinke in die Hand. Am 14. August soll gar eine Party gestiegen sein. Nach vielen negativen Ergebnissen folgte am 2. September der positive Test. Zunächst beschwichtigte der Betroffene, es gehe ihm ausgezeichnet, Symptome habe er nicht. Das passte zum Bild des unbesiegbaren Erfolgsmenschen, das Berlusconi gerne selbst von sich zeichnet.

Zwei Tage später riet sein Leibarzt Alberto Zangrillo dann doch zur Einlieferung ins Krankenhaus. Die Diagnose: beidseitige Lungenentzündung, aber ohne künstliche Beatmung. Sein Zustand sei stabil und gebe keinen Anlass zur Sorge, heißt es bis heute. „Ich kämpfe gegen diese teuflische Krankheit“, sagte Berlusconi in einer Telefon-Schalte mit den Senatoren von Forza Italia am Dienstag. Als die Nachricht von der Infektion die Runde machte, reagierte die Politik mit seltenen Solidaritätsbekundungen. Selbst die Protest-Partei Fünf-Sterne-Bewegung wünschte schnellstmögliche Genesung. Wer weiß, mit welchen Worten die Jünger des Sterne-Gründers Beppe Grillo Berlusconi in der Vergangenheit bedacht haben, musste sich die Augen reiben. Auch Luca Zingaretti, von Corona genesener Chef der Sozialdemokraten, wünschte gute Besserung.

Corona-Positiv: Wer hat Silvio Berlusconi angesteckt?

Ministerpräsident Giuseppe Conte meldete sich persönlich. Es bleibt die Frage, wer Berlusconi angesteckt hat. Letztlich könnte der Politiker in die Falle getappt sein, vor der viele Experten warnen: Es sind derzeit vor allem die Jüngeren, die sich anstecken und damit ein Risiko für die ältere Generation darstellen. Zunächst fiel der Verdacht auf den ehemaligen Formel-1-Manager Flavio Briatore, der Berlusconi Mitte August auf Sardinien besucht hatte und später positiv getestet wurde. Briatores Nobel-Disko Billionaire in Porto Cervo entpuppte sich als großer Corona-Ansteckungsherd*.

Dann rückten Berlusconis Kinder aus zweiter Ehe, Barbara (36) und Luigi (31), in den Fokus, die sich bei einer Vergnügungsfahrt auf Capri angesteckt hatten. Auch Berlusconis neue Lebensgefährtin, die Forza-Italia-Abgeordnete Marta Fascina (30), hat Covid-19. Der Familienfrieden scheint nachhaltig gestört. „Irgendjemand hat sich unverantwortlich verhalten“, soll Berlusconis Erstgeborene Marina (54) geschimpft haben. Vor allem für die Reputation von Berlusconis Leibarzt Zangrillo, den Chef der Intensivmedizin im San Raffaele-Krankenhaus, ist die Sache fatal. Er hatte im Juni das Virus für „klinisch tot“ erklärt. (Julius Müller-Meinigen) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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