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Silvio Berlusconi.

Italien

Juden empört über Nazi-Vergleich Berlusconis

Rom - Silvio Berlusconi (77) hat seine Familie mit verfolgten Juden verglichen und damit Empörung bei der jüdischen Gemeinschaft in Italien ausgelöst.

Der Präsident der Union der jüdischen italienischen Gemeinden, Renzo Gattegna, nannte die Parallelisierung am Mittwoch in Rom „unverständlich“ und beleidigend für die Millionen jüdischer NS-Opfer. Ex-Regierungschef Berlusconi sagte laut einer Vorab-Veröffentlichung aus einem Interview-Band, seine Kinder „fühlten sich so, wie sich jüdische Familien während des Hitler-Regimes fühlen mussten“.

Gattegna bezeichnete das Schicksal der europäischen Juden während des Nationalsozialismus als einen „schwarzen Strudel der Gewalt, der Verfolgung und des Todes“ und „eine Katastrophe nicht nur für das jüdische Volk, sondern für die ganze Menschheit“. Jeder Vergleich mit der Familie Berlusconi sei daher „nicht nur unangemessen und unverständlich, sondern beleidigend für das Andenken jener, denen jedes Recht und - nach grausamen und unnennbaren Leiden - das Leben selbst genommen wurde“, so der Verbandspräsident.

Das italienische Nachrichtenportal Rainews 24 zitierte Berlusconi am Mittwoch aus dem Interview-Band mit den Worten: „Wir haben wirklich alle gegen uns.“ Der wegen Finanzdelikten verurteilte Politiker erklärte weiter, er denke dennoch nicht daran, Italien zu verlassen.

„Ich bin zu 100 Prozent Italiener. Meine Wurzeln habe ich in Italien. In Italien bin ich geworden, was ich bin“, so Berlusconi. „Das ist mein Land, das Land, das ich liebe, das Land, in dem ich alles habe: meine Familie, meine Freunde, die Firmen, mein Haus, und wo ich Erfolg hatte als Student, als Unternehmer, als Mann des Sports und Staatsmann. Ich denke nicht einmal an die Möglichkeit, Italien zu verlassen.“ - Das Interview des TV-Journalisten Bruno Vespa mit Berlusconi kommt am Freitag unter dem Titel „Sale, zucchero e caffe“ („Salz, Zucker und Kaffee“) in den italienischen Buchhandel.

AFP

Silvio Berlusconi: Seine Affären und Skandale

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