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Ivanka Trump gilt als enge Vertraute ihres Vaters.

„First Daughter“ statt „First Lady“

Einzug ins Weiße Haus: Trumps Tochter zementiert ihren Machtanspruch

Washington - Sie ist die eigentliche Frau an der Seite des Präsidenten - und richtet sich nun ein im Zentrum der Macht: US-Präsidententochter Ivanka Trump bekommt ein eigenes Büro im Weißen Haus.

Ein Amt hat die 35-Jährige nicht inne. Was sie aber hat, ist das Vertrauen ihres Vaters Donald Trump. Das macht Ivanka Trump zu einer einflussreichen Größe im politischen Washington. Dass sie sich nun fest im Weißen Haus etabliert, illustriert ihren außergewöhnlichen Einfluss.

In der Geschichte der USA gibt es etliche Beispiele für mächtige Präsidenten-Gattinnen. Eine Tochter als Machtfaktor ist indes neu. "Mit einer erwachsenen Tochter des Präsidenten, die aktiv an der Arbeit der Regierung beteiligt ist, betreten wir Neuland", räumte ihr Anwalt Jamie Gorelick gegenüber dem Nachrichtenportal "Politico" ein.

US-Präsident Trump holt seine Vertrauten zu sich - dazu gehört Ivanka

Kritiker verfolgen Ivanka Trumps Aufstieg mit Argwohn: Ihre unternehmerischen Tätigkeiten lassen den Verdacht des Interessenkonflikts aufkommen. Allerdings gilt die elegante, selbstbeherrschte und stets freundliche Trump-Tochter auch den Kritikern als stabilisierende Größe an der Seite des sprunghaften Präsidenten.

Ivanka Trumps Einzug ins Weiße Haus könnte ein Hinweis darauf sein, dass ihr Vater, der sich in Washington von vielen feindlichen Kräften umzingelt wähnt, seinen kleinen Zirkel von Vertrauten noch enger um sich schart.

Laut Gorelick soll die First Daughter auch Zugang zu Informationen bekommen, die als vertraulich eingestuft sind. Dabei würden alle Regeln beachtet: "Für Ivanka ist es das Sinnvollste, sich freiwillig an die Regeln zu halten, die für sie als Regierungsangestellte gelten würden - auch wenn sie das nicht ist", sagte der Anwalt.

Ivankas Auftritt bei Merkel-Besuch sorgt für Diskussionen

Mit Ivanka Trumps Ehemann Jared Kushner verhält es sich anders: Trumps Schwiegersohn ist offiziell als Berater des Präsidenten tätig und wurde als Mitarbeiter des Weißen Hauses vereidigt.

Ivanka Trump war auch bislang schon häufig bei Staatsanlässen im Weißen Haus zugange - zuletzt am Freitag beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Bei einer Diskussionsrunde mit Konzernchefs nahm die Präsidententochter den Platz direkt neben der Kanzlerin ein und lobte ihren Vater für seine Bemühungen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Politische Beobachter sehen Ivanka Trump als eigentliche "First Lady". Trumps Frau Melania will auch vorerst nicht ins Weiße Haus umziehen, sondern mit dem zehnjährigen Sohn Barron zumindest bis Ende des laufenden Schuljahres in New York bleiben.

Das offene Ohr ihres Vaters ist Ivanka Trump sicher - denn der ist geradezu vernarrt in die ältere seiner zwei Töchter, die aus seiner ersten Ehe mit dem aus Tschechien stammenden Model Ivana Trump stammt. Ivanka gilt als sein Lieblingskind, selbst ihre Brüder Donald junior und Eric haben sie so bezeichnet.

Ivanka mischte schon in Trumps Wahlkampf stark mit

Der Einfluss der Tochter machte sich bereits im September bemerkbar, als Trump im Wahlkampf zusammen mit Ivanka seine familienpolitische Agenda vorstellte. Zentrale Punkte waren ein sechswöchiger bezahlter Mutterschaftsurlaub und die steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuung.

Die Unternehmerin, die einst als Teenager-Model arbeitete und einen Wirtschaftsabschluss hat, sorgte seit dem Wahlsieg des Vaters aber auch mit ihrem Bling-Bling-Faktor für Aufsehen.

Während eines TV-Interviews trug sie einen mehr als 10.000 Euro teuren Gold- und Diamanten-Armreif aus ihrer Kollektion - dass das edle Stück dann gleich nach der Sendung von ihrer Firma in einer Rundmail beworben wurde, handelte Ivanka Trump den Vorwurf ein, mit dem Wahlsieg des Vaters Geschäfte machen zu wollen. Ein ähnlicher Vorwurf kam auf, als Trumps Beraterin Kellyanne Conway Anfang Februar in einem Fernsehinterview offensiv für Ivankas Modelinie warb.

afp

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