Präsidententochter schwankt

Ivanka Trump bei Bidens Amtseinführung? USA-Experte prophezeit ihr eine „bizarre Erfahrung“

  • Philipp Fischer
    vonPhilipp Fischer
    schließen

Immer mehr ranghohe republikanische Politiker weichen von der Linie des scheidenden Präsidenten ab. Auch Ivanka Trump widerspricht ihrem Vater. Wohl auch aus Eigennutz.

  • Am Mittwoch wurde das zweite Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump eingeleitet.
  • Immer mehr Republikaner verweigern dem Präsidenten die Gefolgschaft.
  • Innerhalb der Familie Trump scheint ein Zerwürfnis zu drohen.

Update vom 17. Januar, 8.51 Uhr: Der scheidende US-Präsident Donald Trump wird der Amtseinführung seines Nachfolgers Joe Biden fernbleiben - entgegen üblicher Gepflogenheiten. Dagegen kündigte seine Tochter Ivanka Trump kürzlich an, an dieser teilnehmen zu wollen.

Der Kampagnenmanager Julius van de Laar sagte bei Focus.de, dass ihr dann vermutlich kein angenehmer Tag bevorstünde. „Ivanka Trump war auch dabei, als Donald Trump die Rede gehalten hat, kurz bevor der Sturm aufs Kapitol losging“, meinte van de Laar. Der US-Politik-Experte fragte sich, „wie viele Leute sich dann mit ihr unterhalten wollen“, wenn Ivanka Trump bei Bidens Amtseinführung auftritt. Van de Laar, der 2008 Barack Obama im Wahlkampf unterstützte, prophezeite Ivanka Trump „eine bizarre Erfahrung“. Die Präsidententochter erwäge diese vor allem, um die eigene Reputation zu stärken.    

Allerdings berichteten mehrere US-Medien inzwischen, dass Ivanka Trump eine Rolle rückwärts gemacht haben soll. Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses verkündete zudem, die 39-Jährige werde bei der Zeremonie am 20. Januar nicht dabei sein. Offen ist auch, ob Ivanka Trump überhaupt eine Einladung zu Joe Bidens Amtseinführung erhalten hat.

Ivanka Trump kommt wohl zu Bidens Amtseinführung: Vater Donald platzt daraufhin der Kragen

Erstmeldung vom 16. Januar, 23.36 Uhr: Washington, D. C. - Die Präsidentschaft von Donald Trump liegt seit dem Sturm auf das Kapitol in Trümmern. Immer mehr ranghohe Republikaner und Politiker verweigern dem US-Präsidenten die Gefolgschaft oder sprechen sich für seine Amtsenthebung aus. Nun droht möglicherweise sogar ein innerfamiliäres Zerwürfnis, denn Ivanka Trump hat angekündigt, an der Amtseinführung von Joe Biden teilzunehmen.

Gegen den Willen von Donald Trump: Ivanka will auf Amtseinführung von Joe Biden

In weniger als einer Woche wird der designierte Präsident Joe Biden als 46. US-Präsident vereidigt. Während Donald Trump und seine Frau Melania Trump der Veranstaltung fernbleiben, scheint US-Vizepräsident Mike Pence kommen zu wollen. Berichten zufolge will auch Ivanka Trump aus Sorge um ihre politische und persönliche Reputation an den Feierlichkeiten teilnehmen, denn auch Ivanka geriet im Zuge der Stürmung des Kapitols in Kritik. In einem mittlerweile von ihr gelöschten Tweet bezeichnete sie die Eindringlinge im Kapitol als „amerikanische Patrioten“. Mittlerweile hat sie diesen Tweet gelöscht und ihre Aussage relativiert.

Eine anonyme Quelle aus dem Umfeld von Ivanka Trump hat Berichten der britischen Daily Mail zufolge erklärt, dass Ivanka an der Amtseinführung teilnimmt, um die Zukunft ihrer politischen Karriere zu retten. Den Aussagen des Informanten nach habe Donald Trump äußert erzürnt auf diese Information reagiert: „Er sagte, es sei eine Beleidigung, dass sie sich überhaupt mit den Gaunern einlassen wolle, die versuchen, ihn zu Fall zu bringen“, erklärte der anonyme Informant. Ivanka erhoffe sich hingegen, dass sie durch die Teilnahme als faire Konkurrentin wahrgenommen wird und dadurch neue Unterstützer gewinnen kann. Ein anderer Informant aus dem Weißen Haus bestritt die Zusage der Präsidententochter.

Nach Sturm auf Kapitol: Immer mehr Republikaner brechen mit Trump

Es sind schwierige letzte Tage für den US-Präsidenten. Nachdem der Kongress vergangenen Donnerstag endgültig den Wahlsieg von Joe Biden bestätigt hat, sieht Trump sich in den letzten Zügen seiner Präsidentschaft mit einem zweiten Amtsenthebungsverfahren konfrontiert. Zudem werden immer mehr Stimmen aus dem Kern der Republikaner laut, die dem Präsidenten die Gefolgschaft verweigern oder sich sogar für ein Impeachment aussprechen. Die New York Times berichtete zuletzt, dass selbst der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, eine Amtsenthebung für gerechtfertigt halte.

McConnell ist mit dieser Ansicht keinesfalls ein Einzelfall innerhalb der Republikaner. Obwohl die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus halten und damit nicht auf die Unterstützung der Republikaner angewiesen sind, stimmten am Mittwoch zehn republikanische Abgeordnete für das zweite Amtsenthebungsverfahren von Donald Trump. Auch wenn das Verfahren womöglich im Senat aufgrund einer fehlenden Zweidrittelmehrheit gestoppt wird, sagen sich immer mehr Republikaner von Trump los. (phf)

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

Auch interessant

Kommentare