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Zwölf Menschen wurden bei dem Anschlag in Berlin getötet.

Zwölf Menschen wurden damals getötet

Gedenkfeier: Ein Jahr nach dem Terror auf dem Berliner Weihnachtsmarkt

Vor einem Jahr raste der Terrorist Anis Amri mit einem Lkw auf den Berliner Weihnachtsmarkt. Zwölf Menschen starben. Viele Verletzte leiden heute noch.

Berlin - Ein Jahr nach dem islamistischen Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wird mit mehreren Gedenkveranstaltungen an die Opfer erinnert. Bereits am Montagnachmittag, einen Tag vor dem Jahrestag, empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Kanzleramt Verwandte der zwölf Todesopfer, damals verletzte Menschen und ihre Angehörigen sowie andere Opfer des Attentats.

Bürgermeister Müller stellt neue Gedenkstätte vor

Am Dienstag, genau ein Jahr nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz, nehmen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Merkel an einer religionsübergreifenden Andacht in der Gedächtniskirche nahe dem Tatort teil.

Nach der Andacht stellt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) die neue Gedenkstätte an der Gedächtniskirche der Öffentlichkeit mit einer kurzen Ansprache vor. An den Stufen an der Kirche sollen die Namen der zwölf Toten zu lesen sein. Durch den Boden zieht sich ein Riss, der mit goldener Farbe aufgefüllt wird. Er soll den Riss durch das Leben vieler Menschen symbolisieren, der durch den Terroranschlag ausgelöst wurde.

Wegen der hochrangigen Besucher und der Gefahr durch islamistische Terroristen wird der ganze Tag von starken Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Der Weihnachtsmarkt auf dem Platz ist geschlossen. Die Polizei sperrt den kompletten Breitscheidplatz und mehrere angrenzende Straßen vom frühen Morgen bis zum Abend des Jahrestages ab. Die Organisatoren rechnen insgesamt mit mehreren hundert Menschen bei den verschiedenen Veranstaltungen, die alle kontrolliert werden.

Opfer und Angehörige kritisierten mangelnde Betreuung

In den Monaten nach dem Anschlag hatten immer wieder Opfer und Angehörige mangelnde Betreuung kritisiert. Viele hatten sich auch beschwert, dass die erste Gedenkandacht am 20. Dezember 2016, unmittelbar nach dem Anschlag, nicht für die - damals weitgehend noch nicht bekannten - Opfer gedacht war.

Am Abend des Jahrestages sind ein Friedensgebet und eine Friedenskundgebung geplant. Auch dabei soll es vor allem um ein „stilles Gedenken“ gehen, hieß es. Ab 20.02 Uhr, dem Zeitpunkt des Anschlags, läuten die Glocken der Gedächtniskirche zwölf Minuten lang. Die Besucher der Kundgebung sind aufgefordert, eine Lichterkette um die Kirche zu bilden.

Mit einem Lastwagen fuhrt Anis Amri damals mitten in den Weihnachtsmarkt. 

Bei dem Anschlag mit einem entführten Lastwagen hatte der islamistische Terrorist Anis Amri am Abend des 19. Dezember 2016 zwölf Menschen getötet, etwa 70 wurden verletzt. Dutzende Helfer sind noch heute traumatisiert. Amri wurde vier Tage später auf der Flucht in Italien von Polizisten erschossen.

dpa

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