+
Die Verhandlungsführer Monika Heinold (Grüne), Daniel Günther (CDU) und Heiner Garg im Landeshaus in Kiel Foto: André Klohn

Durchbruch in Kiel

Koalitionsvertrag für "Jamaika" in Schleswig-Holstein steht

"Zukunftsvision für Schleswig-Holstein"? Der Norden setzt künftig auf Schwarz-Grün-Gelb. CDU, Grüne und FDP einigen sich auf einen Koalitionsvertrag. Nur die Basis der Parteien muss noch zustimmen.

Kiel (dpa) - Der Koalitionsvertrag für eine "Jamaika"-Koalition aus CDU, Grünen und FDP in Schleswig-Holstein steht. In neunstündigen Verhandlungen räumten die Verhandlungsspitzen der drei Parteien am Dienstag in Kiel letzte Unstimmigkeiten aus dem Weg.

"Wir dürfen Ihnen sagen, dass wir durch sind mit den Verhandlungen", sagte CDU-Landeschef Daniel Günther am Abend. Anschließend stimmte auch die große Verhandlungskommission dem Vertragswerk zu. Die Verhandlungen dauerten nur knapp drei Wochen.

Die künftigen Partner wollen Grundlagen ihres Regierungsprogramms an diesem Mittwoch vorstellen. Für Freitag ist die Unterzeichnung des Koalitionsvertrages vorgesehen. Günther will sich am 28. Juni zum Nachfolger von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) wählen lassen. Nach dem Saarland (2009-2012) ist es erst die zweite schwarz-grün-gelbe Koalition auf Länderebene.

"Wir wussten vorher, dass es im Innen- und Rechtsbereich, im Energiebereich, auch im Bildungsbereich hakelige Fragen gibt", sagte Günther. Dazu zählte beispielsweise die Form der Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren. "Wir haben aber auch in den Punkten gemeinsame Lösungen gefunden."

Grünen-Verhandlungsführerin Monika Heinold betonte: "Das war sehr anstrengend heute, hart würde ich nicht sagen." Und: "Ich kann für jedes einzelne Kapital des Vertrages sagen, dass die grüne Handschrift enthalten ist." Sie sprach von einem "guten Vertrag" und empfahl ihren Parteifreunden dessen Annahme. Die rund 2400 Mitglieder der Grünen entscheiden in einem Online-Entscheid darüber.

FDP-Landeschef Heiner Garg sagte, die Arbeit habe sich gelohnt. "Wir haben es, glaube ich, geschafft, wirklich eine Zukunftsvision für Schleswig-Holstein aufzuschreiben, in der sich alle drei Partner gleichberechtigt wiederfinden." Er empfehle den Liberalen daher die Annahme der Vereinbarung. Die FDP will dazu ebenfalls ihre Mitglieder befragen, letztlich wird aber ein kleiner Parteitag entscheiden. Bei der CDU entscheidet ein Parteitag am 23. Juni über den Vertrag.

Bereits bekannt sind Entscheidungen in den Bereichen Windenergie, Bildung und Flüchtlinge. So soll zum Beispiel an den windreichen Küstenstandorten geprüft werden, ob die Erneuerung alter Windräder möglich ist, auch wenn die Standorte eigentlich außerhalb der künftig vorgesehenen Gebiete liegen. An den Schulen will das Bündnis ab dem Schuljahr 2019/20 an den Gymnasien flächendeckend wieder G9 einführen. Die Gymnasien können sich einmalig entscheiden, ob sie beim Turboabitur nach acht Jahren bleiben wollen.

Landtag

CDU

Grüne

FDP

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Korea-Treffen bietet enorme Chancen“ – doch beim zentralen Thema wird es alles andere als leicht
Nordkoreas Diktator Kim und Südkoreas Präsident Moon treffen sich im Grenzort Panmunjom zum großen Gipfel. Es soll um atomare Abrüstung und eine langfristige …
„Korea-Treffen bietet enorme Chancen“ – doch beim zentralen Thema wird es alles andere als leicht
Bundeswehr bleibt weiter in Mali und Somalia
Die UN-Mission zur Stabilisierung von Mali ist momentan der größte und gefährlichste Auslandseinsatz der Bundeswehr. Künftig sollen dort sogar noch mehr deutsche …
Bundeswehr bleibt weiter in Mali und Somalia
Mike Pompeo ist neuer US-Außenminister
Lange Zeit sah es so aus, als sei Mike Pompeo ein Wackelkandidat - dann gab ein Teil der oppositionellen Demokraten seinen Widerstand gegen den außenpolitischen Falken …
Mike Pompeo ist neuer US-Außenminister
Syrische Zeugen berichten über von "inszeniertem Anschlag"
Der mutmaßliche Giftgasangriff im syrischen Duma schürt die Spannungen zwischen West und Ost. Die OPCW-Ermittler suchen nach Spuren. Doch Russland wartet das Ergebnis …
Syrische Zeugen berichten über von "inszeniertem Anschlag"

Kommentare