Politisches Geschichtsbild von Präsident James Buchanan
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James Buchanan ist bis heute der einzige ehemalige US-Präsident, der niemals heiratete

Der 15. Präsident der Vereinigten Staaten

James Buchanan: Leben und Karriere des US-Präsidenten

James Buchanan, der 15. US-Präsident, trat mehrere Male erfolglos bei den Vorwahlen an. 

  • James Buchanan stammte aus einer wohlhabenden Familie und war ein erfolgreicher Anwalt aus Pennsylvania
  • Der überzeugte Demokrat kanditierte unzählige Male erfolgslos bei den Vorwahlen seiner Partei
  • Buchanan war Antiabolitionist und sympathisierte mit den Südstaaten

James Buchanan (*23.04.1791, †1868) stammte aus einer wohlhabenden Familie irisch-schottischer Herkunft. Der junge Anwalt war sein ganzes Leben lang leidenschaftlicher und loyaler Demokrat. Von 1857 bis 1861 war er der 15. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. In seiner bewegten Amtszeit spaltete er die demokratische Partei. Diese konnte sich auf keinen Kandidaten, der die Nord- und Südstaaten präsentiert, einigen. Folglich gewannen die Republikaner die US-Präsidentschaftswahl im Jahr 1861. Der republikanische Kandidat Abraham Lincoln (*12.02.1809, †1865) löste Buchanan ab und schrieb Geschichte: er gewann 1864 seine Wiederwahl und fiel ein Jahr später einem Attentat zum Opfer. Nach seiner Ablösung zog sich der umstrittene Ex-Präsident James Buchanan ins Privatleben zurück und starb wenige Jahre später.

James Buchanan: Herkunft und Ausbildung

Im April 1791 erblickte James Buchanan in Cove Gap das Licht der Welt. Der unscheinbare Ort gehört zum heutigen Peters Township, das im Süden von Pennsylvania liegt. Eine Pyramide erinnert noch heute an den Geburtsort des 15. US-Präsidenten James Buchanan. Das Denkmal ist auf Google Maps im Buchanan’s Birthplace State Park zu finden.

Als zweites von elf Kindern wuchs James Buchanan mit vielen Geschwistern auf. Rückblickend berichtete der US-Präsident, dass sich seine Mutter um die Bildung kümmerte, während sein Vater seine Persönlichkeit prägte. Als Kaufmann gelang es seinem Vater, zum wohlhabendsten Bürger der Stadt aufzusteigen. Dies kam auch James Buchanan zugute, der eine Privatschule besuchte und anschließend auf das College ging. 1809 schloss er das Dickinson College in Carlisle mit guten Noten ab und entschied sich für eine Anwaltslehre. 1812 legte James Buchanan die Abschlussprüfung erfolgreich ab und bekam die Zulassung als Anwalt. Sein beruflicher Erfolg brachte ihm ein ansehnliches Vermögen ein. Seine Bekanntheit im Bundesstaat Pennsylvania wuchs und damit die Chancen auf eine erfolgreiche politische Laufbahn.

James Buchanan: Der Beginn seiner politischen Laufbahn

Als Mitglied der Freimaurer trat James Buchanan in die Föderalistische Partei Lancasters ein. 1814 gewann er die Wahl zum Repräsentantenhaus von Pennsylvania. Dort war er der jüngste Abgeordnete. Später verteidigte er in der demokratischen Partei seine Zugehörigkeit zu den Föderalisten mit dem Einfluss seines Vaters. 1820 kandidierte Buchanan für einen Sitz im US-Repräsentantenhaus. Nach dem Tod seines Vaters liebäugelte er mehr und mehr mit den modernen Demokraten. 1824 trat er dieser Fraktion bei und blieb fortan den Zielen verpflichtet:

  • Wahlrecht ausweiten
  • Volkssouveränität erhöhen
  • Mehr Macht für Bundesstaaten
  • Einschränkung der Bundesgewalt

Im Anschluss an seine Zeit im Repräsentantenhaus war Buchanan Gesandter im Russischen Kaiserreich. Eineinhalb Jahre blieb er der Gesandter der Vereinigten Staaten von Amerika. Seine Tätigkeit sah er kritisch, da er weder Russisch sprach noch seine Arbeit als Anwalt ruhen lassen wollte. Zudem empfand er seine Zeit im Russischen Kaiserreich als politisches Exil, das ihn Einfluss kostete.

James Buchanan als Senator, Außenminister und die gescheiterten Vorwahlen

Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten war er von 1834 bis 1845 US-Senator. Da er zweimal seinen Senatssitz verteidigte, gewann er an Ansehen. Er etablierte sich in dieser Zeit in der Führungsriege der Senatoren und verschaffte sich eine aussichtsreiche Position mit Blick auf zukünftige Präsidentschaftswahlen. 1836 und 1840 nahm er an den Vorwahlen zur US-Wahl im Hintergrund teil.

1844 entschied er sich für ein offensiveres Vorgehen und wandte sich an die demokratischen Parteiführer. Sein Vorhaben war jedoch nicht von Erfolg gekrönt. Der elfte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika James Knox Polk (*02.11.1795, †1849) beförderte ihn zum Außenminister. Während seiner Amtszeit trieb er die Expansion der USA voran. Nach weiteren Versuchen bei den Vorwahlen war James Buchanan erneut Gesandter: dieses Mal im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland.

James Buchanan: Die Präsidentschaftswahl 1856

Abermals versuchte der Anwalt aus Pennsylvania 1956 sein Glück bei den innerparteilichen Vorwahlen. Da die Kandidaten der Süd- und Nordstaaten für die Gegenseite jeweils nicht annehmbar waren, stiegen seine Chancen. Buchanan nämlich war starker Sympathisant mit den Südstaaten und galt als Antiabolitionist. In der 18. Abstimmungsrunde bekam James Buchanan die notwendige Mehrheit. Bei der US-Präsidentschaftswahl 1856 trat er gegen den 13. US-Präsidenten Millard Fillmore (*07.01.1800, †1874) an. Sein Erfolg im Heimatstaat Pennsylvania sicherte ihm die Präsidentschaft.

James Buchanan: der 15. US-Präsident

Seine Präsidentschaft interpretierte James Buchanan offensiv und aktiv. Er beharrte auf dem präsidialen Veto-Recht. Bei der Sklavenfrage allerdings überließ er dem amerikanischen Supreme Court die Entscheidung. Er verhinderte eine Abstimmung im Kongress über Maßnahmen zur Abschaffung der Sklaverei. Gleichzeitig mischte sich Buchanan aber in die Urteilsbildung des Supreme Court ein und verletzte damit die Gewaltenteilung. Das Urteil festigte die Sklaverei und verwehrte Sklaven die Möglichkeit, jemals vollwertige Bürger der USA zu werden. Buchanan spaltete die Demokratische Partei durch seinen strengen antiabolitionistischen Kurs tief.

James Buchanan: Untersuchungsausschuss und Präsidentschaftswahl 1960

Seit der Kongresswahl 1858 waren die Republikaner die stärkste Partei in den USA. Mit der Mehrheit im Repräsentantenhaus war Präsident James Buchanan weitgehend auf sich allein gestellt. Die Republikaner setzten einen Untersuchungsausschuss ein. Unter Buchanan nahm Korruption in der Administration stark zu. Der Ausschuss sollte Ämterpatronage und Klüngelei in der Regierung Buchanans untersuchen. Da auch ehemalige Verbündete gegen ihn aussagten, litt sein Ruf zunehmend. Bereits zu Beginn seiner Amtszeit kündigte er aufgrund seines hohen Alters an, nicht für eine Wiederwahl zu kandidieren. Die Demokraten waren zu dieser Zeit zerstritten und stellten zwei Kandidaten auf. Abraham Lincoln nutzte die Gunst der Stunde und begann eine Ära, in der die Republikanische Partei für 20 Jahre den Präsidenten stellen würde.

James Buchanan: Leben nach der Präsidentschaft

Nach dem Ende seiner Zeit als US-Präsident zog sich James Buchanan in sein Privathaus zurück. Das Leben nach der Präsidentschaft war von seinem Bemühen geprägt, das Wirken in seiner Amtszeit zu rechtfertigen. 1866 veröffentlichte James Buchanan eine Autobiografie, die seine Administration verteidigte und sein Vorgehen begründete. Am 01.06.1868 starb James Buchanan im Alter von 77 Jahren an einem Herzleiden.

James Buchanan: Persönlichkeit und Familie

James Buchanan blieb sein gesamtes Leben unverheiratet. Damit ist er der bis heute einzige ehemalige US-Präsident, der niemals heiratete. Interessanterweise lebte Buchanan mehrere Jahre mit seinem Senats-Kollegen und lebenslangem Freund William Rufus King zusammen. Was einige Historiker als für die Ära typische intime Männerfreundschaft bezeichnen, ist für andere Forscher ein Hinweis auf die vermutete Homosexualität James Buchanans.

Die fehlende Familie prägte die Persönlichkeit James Buchanans. Dieser galt als rücksichtslos und wenig kompromissbereit. Gegenüber Freunden war er wenig loyal. Wenn er sich politische Vorteile versprach, opferte er nahezu jede Freundschaft. Die Persönlichkeit des 15. US-Präsidenten war von der Verbundenheit zu den Südstaaten geprägt. Während heute Social Media zur Kommunikation mit der Bevölkerung dient, wirkte James Buchanan ob seiner fehlenden Loyalität wenig volksnah.

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