Wachsskulpturen in Madame Tussauds Wachsmuseum (v.l. bis R); 11., 10. und 9. US-Präsident James Knox Polk, John Tyler und William Henry Harrison
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James K. Polk war der elfte Präsident der USA und trat sein Amt am 4.3.1845 an

Der elfte Präsident der Vereinigten Staaten

James K. Polk: Leben und Karriere des US-Präsidenten

James K. Polks war mit 49 Jahren der bis dato jüngste Präsident der Vereinigten Staaten.

  • James K. Polks vollständiger Name lautet „James Knox Polk
  • Er war der elfte Präsident der USA und trat sein Amt am 4.3.1845 an
  • Seine Amtszeit war von außenpolitischen Konflikten geprägt

James K. Polks (*2.11.1795, †15.06.1849) war Angehöriger der Demokratischen Partei und wurde zum elften Präsidenten der USA gewählt. Schon in seiner ersten Amtszeit ließ er bekanntgeben, dass er nicht zur Wiederwahl antreten werde und verstarb nur drei Monate nach Ende seiner Präsidentschaft. Er war bis zum Lebensende mit Sarah C. Polk (* 4.9.1803, †14.08.1891) verheiratet, hatte aber keine Kinder.

James K. Polk – Kindheit und Jugend

Der elfte Präsident der USA kam am 2.11.1795 als Sohn eines Bauern und einer Hausfrau in Pineville, North Carolina zur Welt. Seine Eltern hatten insgesamt zehn Kinder, wobei James K. Polk als ältester Sohn der Familie schon früh in die Feldarbeit eingespannt wurde. Beide Elternteile waren schottisch-irischer Abstammung und kamen nach einem Umzug nach Tennessee zu finanziellem Wohlstand. Insgesamt besaßen die Eltern James K. Polks über 50 Sklaven. Als 17-Jähriger musste sich der spätere Präsident einem chirurgischen Eingriff zur Entfernung von Nierensteinen unterziehen, was seinerzeit noch als lebensgefährliche Prozedur galt.

James K. Polk – Ausbildung

James K. Polk wurde zunächst von seiner Mutter zu Hause unterrichtet und absolvierte anschließend im Alter von 18 Jahren eine Ausbildung an der Zion Presbyterian Church, bevor er eine staatliche Schule im naheliegenden Murfreesboro besuchte. Dort lernte er Sarah Childress kennen, die er wenig später auch heiratete. Seine herausstechend guten Noten sowie das inzwischen beachtliche Vermögen der Eltern befähigten James K. Polk schließlich zu einer akademischen Ausbildung an der University of North Carolina at Chapel Hill, wo er klassische Sprachen und Mathematik studierte. Er schloss sein Studium 1818 ab und absolvierte bei einem niedergelassenen Anwalt in Nashville schließlich das damals noch private Jura-Studium. 1820 wurde James K. Polk als Rechtsanwalt zugelassen und ließ sich in einer eigenen Kanzlei in Columbia nieder.

James K. Polk als Sprecher des Repräsentantenhauses

James K. Polks Laufbahn im Repräsentantenhaus der USA zeichnete sich vor allem durch konservative Geldpolitik aus. So war er skeptisch gegenüber Papier- und Bargeld und plädierte dafür, dieses durch Gold- und Silbervorräte zu ersetzen. Insbesondere die liberale Gelddruckpolitik zuständiger Bankinstitute war nach James K. Polks Ansicht ein hohes Wirtschaftsrisiko. Die nachfolgende Wirtschaftskrise mit massiver Inflation sollte ihm schließlich Recht geben und politischen Aufwind verschaffen. Auch seine Kindheit auf dem Bauernhof prägte die politische Laufbahn James K. Polks. So wurde er inoffiziell zu einem Vertreter der Landwirtschaftsträger, die er häufig gegen die Interessen industrieller Vereinigungen verteidigte.

James K. Polk als Gouverneur

Schon der Vater und Großvater James K. Polks waren Anhänger der Demokratischen Partei, welcher auch der spätere Präsident 1821 beitrat. Er wirkte zunächst als Schreiber im Repräsentantenhaus von Tennessee und freundete sich dort mit hochrangigen Politikern an. 1839 setzte er sich gegen den amtierenden Gouverneur von Tennessee durch, bekleidete das Amt allerdings nur ein Jahr, bis er 1841 schließlich von seinem republikanischen Kontrahenten geschlagen wurde. Sein Wahlkampf für den Gouverneursposten fokussierte sich auf lokale Themen, wobei insbesondere die schwere Wirtschaftskrise während seiner Amtszeit für politische Umwälzungen zugunsten der Republikanischen Partei führte. Diese konnten auch die Präsidentschaftswahl im selben Jahr für sich entscheiden. 1843 verlor James K. Polk erneut die Wiederwahl zum Gouverneur von Tennessee und beschloss daraufhin, sich zunächst aus der Politik zurückzuziehen.

James K. Polk im Wahlkampf um das Präsidentenamt

Tatsächlich war James K. Polks ursprüngliches Ziel, sich als Vizepräsident zu etablieren. Die geographische Krise rund um Texas führte schließlich dazu, dass James K. Polk zum vielversprechendsten Kandidaten der Demokratischen Partei nominiert wurde. Er setzte sich für die Annexion der damals gerade von Mexiko unabhängig gewordenen Republik Texas ein und wurde am 30.05.1844 schließlich offiziell als Präsidentschaftskandidat von der Demokratischen Partei bestätigt und begann den Wahlkampf mit Vizepräsidentschaftskandidat George M. Dallas (*10.6.1792, †31.12.1864). Den Sieg bescherte ihm schließlich eine durchaus überraschende Versprechung. So sagte James K. Polk aufgrund aufflammender Kontroversen rund um seine Person zu, dass er im Falle eines Sieges nicht zur Wiederwahl antreten würde. Somit konnten auch republikanisch gestimmte US-Wahlmänner sowie rivalisierende Gruppen innerhalb der Demokratischen Partei seiner Politik eine Chance geben, ohne zwei Laufzeiten der Präsidentschaft zu riskieren.

James K. Polk als Präsident

James K. Polks wurde am 4.3.1845 angelobt und war mit 49 Jahren der bis dato jüngste Präsident der Vereinigten Staaten. Wenngleich er Zeit seines Lebens selbst Sklavenhalter war, gilt er dennoch als einer der Pioniere für die Befreiung der aus Afrika verschleppten Zwangsarbeiter. So verfügte der elfte Präsident der USA in seinem Testament, dass alle Sklaven aus seinem Besitz freigelassen werden sollten. Ob diesem Wunsch tatsächlich nachgekommen wurde, ist unter Historikern allerdings strittig. Kritiker hingegen behaupten, diese Anmerkung im Testament sei nur ein posthum entstandenes Gerücht und der einstige Präsident sei ein Verfechter des Sklavenhandels gewesen. Seine Außenpolitik zeichnete sich durch radikale Expansion und Annexion unabhängiger Gebiete aus. So gilt seine Politik als grundsteinlegend dafür, dass Bundesstaaten wie Texas, Idaho, Oregon und auch Kalifornien heute zu den Vereinigten Staaten von Amerika gehören. Insbesondere der mit Großbritannien geführte Streit um das Gebiet Oregon wäre fast in einen Krieg gegipfelt, bis schließlich 1846 eine diplomatische Teilung ausverhandelt wurde.

James K. Polks Leben nach dem Präsidentenamt

James K. Polks sich rapide verschlechternder Gesundheitszustand und sein nur drei Monate nach Amtsende eintretender Tod sind bis heute nicht ausreichend geklärt. Historiker nehmen an, er habe sich auf einer Reise durch die neu annektierten Gebiete mit Cholera angesteckt, da die Krankheit damals insbesondere in New Orleans unkontrolliert grassierte. Er konvertierte nur eine Woche vor seinem Tod zum Methodisten und verstarb schließlich am 15. Juni 1849 in Nashville. Die Beisetzung fand auf dem Grundstück seines Familienhauses statt, wobei er später in einem Grab am Tennessee State Capitol Building beerdigt wurde. Tatsächlich findet auch heute noch zum Andenken an James K. Polk jährlich ein Geburtstagstreffen statt. Interessenten können sich vorab online über das Programm und die Location informieren.

James K. Polks Nachkommen

Die Ehe von James K. Polk und Sarah C. Polk blieb kinderlos. Auch sonst sind keine direkten Nachfahren des elften Präsidenten der USA bekannt. Historiker vermuten, dass James K. Polk nach einem chirurgischen Eingriff an der Blase zeugungsunfähig geworden war. Allerdings kümmerte sich das Ehepaar elterlich um Neffe Marshall Tate Polk (*17.01.1805, † 12.04.1831) und kam auch finanziell für dessen Ausbildung auf. James K. Polks verbliebenes Vermögen wurde nach dem Ableben seiner Frau auf sein Testament hin an eine gemeinnützige Stiftung gespendet. Auf Social Media veröffentlichen Fanseiten regelmäßig bisher unbekannte Details aus dem Leben des verstorbenen Präsidenten.

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