James Madison, vierter US-Präsident 1809
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James Madison gilt als Vater der Verfassung

Der vierte Präsident der Vereinigten Staaten

James Madison: Leben und Karriere des US-Präsidenten

James Madison prägte Politik und Gesellschaft der USA.

  • Madison konzipierte die erste Verfassung des Staates Virginia
  • Er war Mitverfasser der Verfassung der Vereinigten Staaten
  • Er gründete die Vorgängerpartei der Demokraten

In seinem Anwesen Montpelier in Virginia lebte und starb der US-Präsident

Virginia – James Madison (*16.03.1751, †1836) war der vierte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Seine Amtszeit dauerte von 1809 bis 1817. Er hatte außerordentlich großen Einfluss auf die Gestaltung der Vereinigten Staaten und gilt als einer der Väter der US-Verfassung. Madison zeigte sich mitverantwortlich für die Gründung einer eigenen Partei, der Demokratisch-Republikanischen Partei, die später in die heutige demokratische Partei aufgehen sollte. In seine Amtszeit fiel der zweite britisch-amerikanische Krieg, der 1812 begann und ohne wirklichen Sieger 1815 endete.

James Madison: Leben und Familie des Präsidenten

James Madison wurde 1751 als Sohn eines reichen Plantagenbesitzers in Virginia geboren. Er war das älteste Kind von insgesamt zwölf. Vier seiner Geschwister erreichten das Erwachsenenalter nicht. Die enorm hohe Kindersterblichkeit war nicht ungewöhnlich für diese Zeit. Der Besitz der Familie Madison erstreckte sich auf 2.000 Hektar Land und 100 Sklaven. Zur Sklavenhaltung hatte er durchweg ein widersprüchliches Verhältnis. Als er das Anwesen nach dem Tode seines Vaters erbte, setzte er die Sklaven weiter zur Arbeit ein. Zwar behandelte er seine Sklaven eigenen Aussagen zufolge mit Respekt und Menschlichkeit, dass er als Anhänger der Aufklärung aber kein Problem darin sah, menschliches Eigentum zu besitzen und auszunutzen, bleibt einer der größten Widersprüche des James Madison.

Er heiratete 1794 im Alter von 43 Jahren Dolley Payne Todd, die aus ihrer ersten Ehe als Witwe hervorgegangen ist. Zu ihr hatte James Madison, der als ausgesprochen schüchtern galt, ein sehr intensives Verhältnis. Sie half ihm im Umgang mit sozialem Druck und entwickelte sich zu seiner wichtigsten politischen Partnerin, die letztlich das moderne Bild der First Lady prägte.

James Madison in seiner Kindheit

In seiner Kindheit besuchte James Madison, wie viele andere Kinder von Plantagenbesitzern auch, keine Schule, sondern wurde von einem Privatlehrer unterrichtet. Großes Talent zeigte er im Umgang mit Sprachen und entwickelte schnell eine Affinität zu Latein. Nach seiner Schulzeit wechselte er an die Princeton University, damals noch ein College, und vertiefte sich in das Studium alter Sprachen. Neben Latein und Griechisch lernte er Theologie und eignete sich rhetorische Fähigkeiten an. Motiviert durch seinen Rektor befasste er sich mit den Werken der Aufklärung, die ihn nachhaltig prägen sollten. Nach nur zwei Jahren erlangte er den Bachelor of Arts. Ein weiteres Jahr lang studierte er Hebräisch und politische Philosophie, bevor er nach Virginia zurückkehrte.

Nach seinem Studium hatte James Madison keine großen Pläne für die eigene Zukunft. Zunächst arbeitete er als Lehrer für seine eigenen Geschwister und studierte nebenbei Rechtswissenschaften. Während des Unabhängigkeitskrieges, an dem er selbst aus gesundheitlichen Gründen nicht aktiv teilnehmen konnte, war er im Hintergrund an politischen Prozessen in Virginia beteiligt.

James Madison: Der Anfang der politischer Karriere

Im Rahmen dieses politischen Engagements konzipierte er eine erste Verfassung für den Bundesstaat. Es war James Madisons erster großer Schritt in seiner politischen Karriere. Anschließend wurde er Teil des Delegiertenhauses in Virginia und später des Gouverneursrats unter Thomas Jefferson. Nach dem Unabhängigkeitskrieg wechselte er in den zweiten Kontinentalkongress, einem Vorgänger des heutigen Kongresses. Dort befasste er sich während des ersten Britisch-Amerikanischen Kriegs unter anderem mit der Finanzverwaltung des Staates, da die Vereinigten Staaten unter Inflation und Geldproblemen litten. Die Konföderationsartikel betrachtete er als ineffektiv, was ihn dazu verleitete, die Konzeption einer neuen Verfassung zu beginnen, um dem Kongress mehr Macht zuteilwerden zu lassen und einen Zentralisierungsprozess in Gang zu setzen.

1783 wurde er ins Abgeordnetenhaus des Staates Virginia gewählt. Seine politischen Schwerpunkte lagen, begründet in seiner aufklärerischen Haltung, auf der Religionsfreiheit. Gleichzeitig befasste er sich verstärkt mit der politischen Theorie über historische Konföderationen. Er versuchte weiterhin, eine Verfassungsänderung durchzusetzen. Unterstützung erhielt er dabei von George Washington (*22.02.1732, †1799) und auch dem Kongress.

James Madison und die Verfassung der Vereinigten Staaten

Beide hatten inzwischen die Schwächen der Konföderationsartikel und die damit verbundene Machtlosigkeit des Staates erkannt. So kam es 1787 zum Verfassungskonvent, das sich explizit um die Erschaffung einer neuen Verfassung kümmern sollte. James Madison zeichnete sich hierbei für den größten Teil des Verfassungstextes verantwortlich, der allerdings zur Fraktionsbildung führte:

  • Das Lager um Madison und Washington, die eine Ratifizierung forderten
  • Eine Fraktion um George Mason (*11.12.1725, †1792), die sich für die Ratifizierung einsetzte, aber nachträgliche Zusätze (Amendments) erlauben sollte
  • Eine Fraktion um Patrick Henry (*29.05.1736, †1799), die sich einer Ratifizierung verweigerte aufgrund schwacher Souveränität für die Einzelstaaten

Einhergehend mit der Wahl George Washingtons zum 1. US-Präsidenten wurde die neue Verfassung 1788 verabschiedet. Da die Antiföderalisten einen großen Einfluss im Senat hatten und die Gefahr bestand, dass sie ein zweites Verfassungskonvent einberiefen, um die neue Verfassung zu annullieren, stellte sich Madison erfolgreich zur Wahl ins Repräsentantenhaus auf. Dort wurde er zu einem engen Berater George Washingtons und brach mit seiner föderalistischen Fraktion im Rahmen neuer politischer Spannungen.

Inzwischen hatten sich zwei politische Pole gebildet: Die Nordstaaten mit ihren eigenen finanziellen Interessen und dem Wunsch auf Kooperation mit dem Vereinigten Königreich einerseits, andererseits die Südstaaten – repräsentiert von Thomas Jefferson (*13.04.1743, †1826) und James Madison – mit ihren eigenen Interessen und ihrem Wunsch auf Kooperation mit Frankreich. Jefferson und Madison gründeten daher 1790 eine eigene Partei, die Republikanisch-Demokratische Partei, die 1824 zerfiel und in die Demokratische Partei aufging.

James Madison: Amtszeit als 4. Präsident

Unter Thomas Jeffersons Regierung wurde James Madison zum Außenminister. Als solcher betrieb er die Erweiterung und Sicherung der Staatsgrenzen Richtung Westen. Den Franzosen kaufte er Louisiana ab und verdoppelte so das US-Territorium. Die Franzosen zeigten sich dabei sehr kooperativ, sie hatten Louisiana selbst gerade erst von den Spaniern erworben, fürchteten aber nun einen Konflikt mit den amerikanischen Nachbarn. Nach Jeffersons Amtszeit wurde James Madison schließlich selbst 1808 zum Präsidenten gewählt. Während seiner Amtszeit eskalierte der schwelende Konflikt mit den Briten erneut, der seine Präsidentschaft dominierte: Britische Kriegsschiffe griffen wiederholt US-Handelsschiffe an und zwangsrekrutierten die Besatzung. Ein Embargo erwies sich als wirkungslos. Dieser Konflikt bestimmte auch Madisons Wiederwahl 1812. Fünfzehn Tage nach seiner Wiederwahl erfolgte die Kriegserklärung an die Briten.

Durch schlechte Kriegsadministration waren die USA den Briten unterlegen, innenpolitisch kam es zu Sezessionsdrohungen, sodass Madison 1815 Frieden schließen musste. Politisch hatte dieser Friedensschluss jedoch positive Auswirkungen für Madison gebracht, dessen föderalistische Kritiker dadurch deutlich an Zustimmung verloren hatten.

James Madison: Nach seiner politischen Karriere und Tod

Nach seiner Amtszeit zog sich James Madison 1817 auf sein Anwesen in Montpelier zurück. Sein Engagement in der Politik nahm ab und er widmete sich privaten Unternehmungen. So unterstützte er Thomas Jefferson 1826 bei der Gründung der University of Virginia. Auch in der Lokalpolitik blieb er weiterhin tätig, wenn auch nicht mehr ganz so intensiv. In seiner Sorge um sein Andenken verbrachte Madison viel Zeit damit, persönliche Dokumente, die er im Laufe seines Lebens verfasst hatte, zu verändern: Er strich unpassende Formulierungen und veränderte das Schreibdatum von Briefen. Gleichzeitig litt er mit zunehmendem Alter an finanziellen Problemen, was dazu führte, dass er seiner Frau nur ein geringes Vermögen vererben konnte. Am 28. Juni 1836 starb er im Alter von 85 Jahren an Herzversagen.

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