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Jan Böhmermann und Olli Schulz.

Er packt im Podcast mit Olli Schulz aus

So fühlt sich Böhmermann nach der "Erdogan-Geschichte"

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München - Jan Böhmermann findet, es ist an der Zeit, über die "Erdogan-Geschichte" auszupacken. Als Ort hat er sich die erste Folge seines Spotify-Podcasts "fest und flauschig" ausgesucht.

Jan Böhmermann und Olli Schulz haben einen neuen Podcast auf Spotify gestartet: "fest und flauschig" löst ihre Radiosendung "sanft und sorgfältig" ab, die sonntags auf dem RBB-Sender Radioeins lief. In der Sendung ging es um Füße, den "derbsten Kuchen" Frankfurter Kranz, um Kroketten, Pommes-Currywurst-Mayo (aber bitte in der Tüte, nicht im Freibad-Schälchen) und um das Schmähgedicht über den türkischen Staatspräsidenten.

Böhmermann stellte klar, er wolle doch nur "der kleine Junge von der Straße" sein, der "oben Leute mit Steinen beschmeißt". Er sei "doch nicht auf Augenhöhe mit der mächtigsten Frau Europas oder der Welt  und auch nicht mit einem Staatspräsidenten". Er sei "ein scheiß Komiker bei ZDF neo mit einer Sendung, die 100.000 Leute gucken".

Böhermann gab zu, dass er in seiner ersten Sendung Neo Magazin Royal nach der selbst verordneten Pause "ordentlich Druck auf dem Kessel" gespürt habe. Er habe daher vorab absichtlich ein paar Äußerungen auf Facebook abgelassen, um mal die Lage zu checken.

Als Künstler ist Böhmermann stolz auf sich, als Privatperson verunsichert

Der Moderator stellte klar: "Ich bin jetzt nicht schizophren, aber in meiner Brust schlagen zwei Herzen." Auf der einen Seite sei er der Künstler, "der das alles mega lustig findet und dem es auch scheiß egal ist, wenn er von dem türkischen Staatspräsidenten verklagt wird". Auf der anderen Seite gebe es die Privatperson, die schon viel mitgemacht habe. Aber die Luft oben werde dann doch ein bisschen dünn, wenn abends die Polizei an der Tür klingelt und sagt: Wir müssen Sie mal kurz hier rausholen, weil wir um Ihre Sicherheit besorgt sind. "Und dann wird das plötzlich so unmittelbar und so nah und so wirklich und so persönlich gefährlich." Daher habe er sich für die Pause entschieden. Er und seine Familie sollten sich ein bisschen beruhigen.

Olli Schulz meinte, er habe sich ehrlich gewundert, dass sein Freund Böhmermann nur zwei, drei Wochen pausiert hatte. Er selbst hätte sich ein halbes Jahr lang gedacht: "Ihr könnt mich hier alle mal."

Böhmermann klopfe sich jeden Tag auf die Schulter und sage sich "Das war mega geil, Böhmi", sein Schmähgedicht sei "künstlerisch top, schade halt, dass es von mir ist und dass die persönlichen Konsequenzen sehr unangenehm sind." Schulz widersprach ihm. Böhmermann habe in diesem Jahr sehr viel Besseres produziert.

sah

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