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Japans Kaiser Akihito (l.) mit Kaiserin Michiko am Rande der Zeremonie.

Jahrestag der Kapitulation

Japans Kaiser äußert "tiefe Reue" für Zweiten Weltkrieg

Tokio - Japans Umgang mit seiner Kriegsvergangenheit belastet immer wieder die Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten. Zum 70. Jahrestag der Kapitulation Japans sendet der Kaiser ein wichtiges Signal.

Japan hat am Samstag zum 70. Jahrestag der Kapitulation des Landes im Zweiten Weltkrieg der etwa 3,1 Millionen gefallenen Soldaten und zivilen Opfer gedacht. Kaiser Akihito sprach bei einer zentralen Gedenkzeremonie in Tokio erstmals von „tiefer Reue“ bezüglich des Zweiten Weltkrieges und drückte seine Hoffnung aus, dass sich Krieg nie wiederholen möge.

Unterdessen pilgerten drei Mitglieder des Kabinetts in den umstrittenen Kriegsschrein Yasukuni, wo der Seelen von in Kriegen für das Kaiserreich Gestorbenen gedacht wird - darunter auch die von 14 hingerichteten Kriegsverbrechern. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sah aus Rücksicht auf China und Südkorea von einem Besuch ab, sandte aber eine Opfergabe. Im Dezember 2013 hatte er mit einem Pilgergang zu dem Shinto-Heiligtum in Tokio scharfe Proteste in den Staaten provoziert, die unter Japans Kriegsführung besonders gelitten hatten.

Der rechtskonservative Regierungschef hatte am Vortag des 70. Jahrestages eine Entschuldigung für die Aggressionen seines Landes zum Ausdruck gebracht, dabei aber nur auf Entschuldigungserklärungen seiner Vorgänger verwiesen. China sprach am Samstag von einer „ausweichenden“ Erklärung und forderte von Japan eine ehrliche Entschuldigung. Auch Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye kritisierte die Haltung der japanischen Regierung zu vergangenen Kriegsgräueln als unbefriedigend. Abes Erklärung habe „viel zu wünschen übrig gelassen“, sagte Park am Samstag in einer öffentlichen Rede zur Befreiung Koreas von japanischer Kolonialherrschaft vor 70 Jahren.

Südkorea wirft Japan immer wieder vor, frühere Gräueltaten verharmlosen zu wollen. Insbesondere müsse die Frage der Zwangsprostitution in japanischen Soldatenbordellen während des Weltkrieges sobald wie möglich geklärt werden, forderte Park. Auf etwa 200 000 Frauen schätzen Historiker die Zahl der asiatischen Frauen, die Opfer der Zwangsprostitution waren. Noch lebende Opfer in Südkorea verlangen von Japan eine Entschuldigung und Entschädigungen.

Rund 7000 Menschen nahmen an der Gedenkzeremonie in der Nippon Budokan Halle in Tokio im Beisein von Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko teil und legten eine Schweigeminute für die Toten ein. Ministerpräsident Abe ging in seiner Ansprache nicht auf Japans Aggressionen in Asien ein, gelobte aber, Krieg nicht zu wiederholen.

Das Gedenken erfolgte zu einer Zeit, da Japans Parlament abschließend über neue Sicherheitsgesetze debattiert, die Japan erstmals seit Kriegsende Militäreinsätze an der Seite des Sicherheitspartners USA im Ausland ermöglichen sollen. Die USA hatten am 6. August 1945 eine erste Atombombe über Hiroshima und drei Tage später eine weitere auf die Stadt Nagasaki abgeworfen. Am 15. August 1945 kapitulierte Japan.

dpa

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