+
Japans neue Kaiserin Masako winkt.

Nach Akihitos Abdankung

Tragische Vergangenheit: Japans neue Kaiserin erinnert an Kaiserin Sissi

  • schließen
  • Maximilian Kettenbach
    Maximilian Kettenbach
    schließen

Am 30. April 2019 trat Japans Kaiser Akihito (85) ab. Sein Sohn folgt ihm am 1. Mai auf den Thron - mit Frau Masako, die über ihre Rolle nicht immer glücklich erschien.

  • Ende einer Ära in Japan: Am Dienstag, 30. April 2019, dankt Kaiser Akihito mit 85 Jahren ab.
  • Akihito ist der erste Kaiser in der ältesten Erbmonarchie der Welt seit rund 200 Jahren, der zu Lebzeiten abdankt.
  • Kaiser Akihito bestieg am 7. Januar 1989 den japanischen Chrysanthementhron.
  • Die Abdankung geschieht aus gesundheitlichen Gründen. Schon in einer TV-Ansprache im August 2016 zeigt Akihito sich besorgt über seinen Gesundheitszustand. Diese Ansprache setzte den Weg zu einer Gesetzesänderung in Gang, die Akihito die Abdankung erlaubte.
  • Nachfolger als Kaiser von Japan wird Kronprinz Naruhito, der das Amt am Mittwoch, 1. Mai 2019, übernimmt.

>>>Aktualisieren<<<

11.32 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem neuen japanischen Kaiser Naruhito gratuliert. "Zur Thronbesteigung übersende ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche", erklärte Merkel in ihrem Gratulationsschreiben vom Mittwoch. Sie wünsche Naruhito für seine Regentschaft "glückliches Gelingen" und Japan "eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung in Sicherheit und Frieden".

"Angesichts der zahlreichen und vielfältigen globalen Herausforderungen bleibt die Zusammenarbeit unserer Länder zentral", schrieb Merkel. Die Kanzlerin zeigte sich "überzeugt, dass die enge und vertrauensvolle Freundschaft zwischen Japan und Deutschland" auch durch das zukünftige Engagement des neuen Kaisers vertieft werde.

Merkel erinnerte an den Deutschlandbesuch Naruhitos im Jahr 2011 und eine Begegnung in Tokio im Februar dieses Jahres. Sie lud den neuen Kaiser zu einem weiteren Besuch in Deutschland ein.

Kronprinz Naruhito (59) hatte am Morgen des 1. Mai den Thron bestiegen. Er steht für einen moderneren und offeneren Hof. Mit ihm wird in dem Inselstaat traditionell eine neue Ära eingeläutet. Der neue Monarch sagte in seiner ersten Rede als Kaiser, sein Vater habe „zu allen Zeiten die Freuden und Trauer der Menschen geteilt“.

Japans Kaiser Naruhito (li.) läutet neue Ära ein.

Tragische Vergangenheit: Japans neue Kaiserin erinnert an Kaiserin Sissi

Update vom 1. Mai 2019, 10.30 Uhr: Am heutigen Mittwoch wird Naruhito zum neuen Kaiser von Japan gekürt. Mit der ältesten Monarchie der Welt und ihren Regeln und Ritualen lebte Naruhito nicht immer im Einklang. Seine Frau Masako ist psychisch angeschlagen, wird deshalb häufig mit Kaiserin Sissy von Österreich verglichen. Denn die Harvard-Absolventin, die für ihre Ehe auf eine Diplomatenkarriere verzichtete, leidet seit Jahren unter dem Druck, den der Hof auf sie ausübt.

In der Vergangenheit hat Naruhito in ungewöhnlich deutlicher Form die unfaire Behandlung seiner Frau angeprangert. Vor japanischen und ausländischen Journalisten sagte der Kronprinz 2004, der Palast ersticke die Persönlichkeit seiner Frau. "Mir erscheint Masako erschöpft durch ihre Bemühungen in den vergangenen zehn Jahren, sich dem Leben als Mitglied des Königshauses anzupassen", klagte Naruhito.

Später entschuldigte er sich für seine Äußerungen, forderte aber, dass die "royalen Pflichten" der modernen Zeit angepasst werden müssten. Aus dem Königspalast, in dem Naruhitos öffentliche Kritik für Aufregung gesorgt hatte, wurde noch im selben Jahr mitgeteilt, dass Masako praktisch seit Beginn ihrer Ehe wegen einer durch Stress verursachten "Anpassungsstörung" in Behandlung sei.

Naruhito heiratete die drei Jahre jüngere Masako 1993. Sie stammt aus einer Diplomatenfamilie und hat an den Elite-Unis Harvard und Oxford studiert. Sie gab eine vielversprechende Diplomatenkarriere auf. Masako litt unter dem abgeschotteten und durchgetakteten Leben als Prinzessin.

Weil in Japan nur Männer den Thron besteigen dürfen, war zudem der Druck auf sie enorm, einen Thronfolger zu gebären. 2001 brachte Masako eine Tochter zur Welt, und Aiko blieb das einzige Kind des Paares. Die Lage entspannte sich erst etwas, als Masakos Schwägerin 2006 einen Jungen, Prinz Hisahito, bekam.

Die einstige Kaiserin von Österreich, Sissi, fühlte sich mit dem strengen Wiener Hofprotokoll und ihrer Rolle zeitlebens nicht wohl, ja regelrecht davon erdrückt. So wurde sie zur tragischen Legende.

Japan: Kaiser Akihito bei Abdankung mit letzter Botschaft an Volk

Update vom 30. April 2019, 10.30 Uhr: Japans Kaiser Akihito hat offiziell abgedankt. Der 85-Jährige erklärte am Dienstag während einer kurzen Zeremonie seinen Thronverzicht. Formell bleibt er aber noch bis Mitternacht (17 Uhr MESZ) Kaiser. In einer kurzen Ansprache sagte Akihito, er habe seine 30-jährige Herrschaft mit „tiefem Respekt und mit Liebe für das Volk“ ausgeübt. „Das war ein großer Segen.“ Er danke dem japanischen Volk „von Herzen“, dass es ihn als „Symbol des Staates akzeptiert und unterstützt“ habe, so Akihito.

Nun wünsche er sich, dass die neue Ära unter seinem 59-jährigen Sohn Naruhito, die am Mittwoch beginnt, „stabil und fruchtbar“ werde.

Erstmeldung, 30.4.2019: Japans Kaiser Akihito macht Thron für Nachfolger Kaiser Naruhito frei

Japan, die vor Deutschland drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, steht vor einer Epochenwende. Kaiser Akihito (85) dankt am Dienstag (30. April) ab. Einen Tag darauf wird sein ältester Sohn, Kronprinz Naruhito (59), den Chrysanthementhron besteigen.

Dass ein Tenno, wie der Herrscher in Japan genannt wird, abdankt (Link zu Merkur.de*), ist für die älteste Kaiserdynastie der Welt außergewöhnlich: Das letzte Mal war dies vor zwei Jahrhunderten der Fall.

Der Thronwechsel findet nach einem striktem Ritual statt, bei dem unter anderem die kaiserlichen Insignien an Naruhito übergehen. Damit beginnt offiziell auch eine neue Ära: Nach "Heisei", der Ära Akihitos, gilt ab Mittwoch "Reiwa", die Ära der "schönen Harmonie".

Japan: Warum dankt Kaiser Akihito ab? Das ist der Grund

2016 hatte Akihito sein Land schockiert, als er seinen Wunsch verkündete, sich von seinen Kaiserpflichten zurückzuziehen. Als Grund nannte er sein hohes Alter und seine angeschlagene Gesundheit - zuvor hatte er sich einer Behandlung wegen Prostatakrebses sowie einer Herz-Operation unterziehen müssen. Eine Abdankung des Kaisers aber war in Japans Nachkriegsverfassung nicht vorgesehen. Deshalb musste er sich zunächst in Geduld fassen.

Japan-Kaiser Akihito tritt ab: Wann beginnt der Abdankungsprozess und wie läuft er ab?

Der Abdankungsprozess beginnt am Dienstagmorgen (deutscher Zeit). Kaiser Akihito wird dann mit einer Reihe von Ritualen seinen Rücktritt einleiten. Er wird sich zunächst zu mehreren heiligen Schreinen innerhalb des Kaiserpalasts begeben, um seinen Vorfahren und den Shinto-Göttern von seiner bevorstehenden Abdankung zu berichten. Am späten Nachmittag (Ortszeit, 10 Uhr deutscher Zeit) wird er dann seinen Thronverzicht erklären.

Die Abdankung findet im Matsu-no-Ma, einer 370-Quadratmeter großen Halle im Kaiserpalast, statt. An der Zeremonie nehmen mehr als 300 Menschen teil, darunter neben Mitgliedern der Kaiserfamilie auch Vertreter von Japans Regierung und Parlament, hochrangige Richter und regionale Regierungschefs. Die Öffentlichkeit bleibt ausgeschlossen.

Japans Kaiser Akihito dankt ab: „Heisei“ war sein Motto

Die vergangenen 30 Jahre unter Kaiser Akihito, dessen Ära den Namen „Heisei“ (Frieden schaffen) trägt, lebten die Japaner tätsächlich in Frieden. Zum ersten Mal in der modernen Geschichte Japans erlebte das Land eine Zeit ohne Krieg, wie Akihito selbst kürzlich sagte.

„Heisei“, das war aber auch die Zeit verheerender Katastrophen - wie das Erdbeben in Kobe 1995 und die Dreifachkatastrophe aus Erdbeben, Tsunami und Atomunfall 2011 in Fukushima. Oder der tödliche Sarin-Gas-Anschlag 1995 auf Tokios U-Bahn durch die Endzeitsekte Aum.

Zugleich war „Heisei“ eine Zeit, in der es mit Japan nach Jahrzehnten des wirtschaftlichen Aufstiegs bergab ging und das Land von China überholt wurde. In der sich die Schere zwischen Reich und Arm zu öffnen begann. „Es war schon für das Volk hart, chaotisch und schwierig“, erklärt der Kaiserhaus-Experte Hideya Kawanishi von der Universität Nagoya der Deutschen Presse-Agentur.

Video: Japans Kaiser Akihito hält letzte Neujahrsansprache

Abdankung von Kaiser Akihito: Diesen Status hat der „Tenno“ in Japan

Der Status des Tenno in Japan ist ein heikles Thema. Akihitos Vater Hirohito wurde noch wie ein Halbgott verehrt, doch änderte sich das nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem die brutalen, japanischen Feldzüge in seinem Namen geführt wurden. In der Nachkriegsverfassung unter US-Besatzung verlor der Tenno alle politische Macht, er gilt seitdem nur noch als "Symbol für den Staat und die Einheit des Volkes".

Zu Akihito, der als Elfjähriger die Kapitulation Japans am 2. Januar 1945 erlebte, passte die neue Rolle gut. Er gilt als bescheiden, jeglicher Herrscherkult ist ihm zuwider. Die pazifistische Verfassung unterstützt er aus vollem Herzen. So äußerte er vor Jahren sein großes Bedauern über die von Japan begangenen Gräueltaten im 20. Jahrhundert - während die Regierung die Streitkräfte gerade mit einer neuen Militärdoktrin aufwertete.

Gleichzeitig gelang es ihm und seiner Frau Michiko, die starren Traditionen etwas aufzubrechen und der uralten Monarchie einen wärmeren, volksnäheren Charakter zu geben. Allgemeine Anerkennung bekamen sie, als sie nur zwei Monate nach dem verheerenden Erdbeben, Tsunami und der anschließenden Reaktorkatastrophe 2011 Opfer in der radioaktiv verseuchten Provinz Fukushima besuchten.

Abdankung nach 30 Jahren auf dem Chrysanthementhron. Am 30. April 2019 tritt Japans Kaiser Akihito (85) ab.

Akihitos Nachfolger Naruhito ist wie sein Vater ein zurückhaltender Mensch. Er dürfte mit seiner beharrlichen Art den Versuch seines Vaters verstärken, die rigiden Regeln des Kaiserhofs mit der Lebenswirklichkeit seines Volkes und den Bedürfnissen seiner psychisch angeschlagenen Frau Masako in Einklang zu bringen. Diese leidet seit Jahren unter dem Druck, den der Hof auf sie ausübt.

Akihito dankt ab: Darum darf in Japan keine Frau Kaiserin werden

Eine republikanische Bewegung ist in Japan so gut wie nicht existent. Doch Akihitos Abdankung löste erneut eine Debatte um die strengen Thronfolge-Regeln aus: Weibliche Mitglieder des Kaiserhauses sind ausgeschlossen; heiraten sie einen Bürgerlichen, verlieren sie ihren Status als Mitglied der Kaiserfamilie sogar ganz. Einziger Thronfolger ist derzeit der zwölfjährige Sohn von Naruhitos jüngerem Bruder Akishino - bekommt dieser keinen männlichen Nachfolger, ist die Dynastie am Ende.

In der Bevölkerung ist deshalb die Idee populär, weibliche Mitglieder der Kaiserfamilie an der Thronfolge zu beteiligen. Traditionalisten, allen voran Ministerpräsident Shinzo Abe und seine konservativen Anhänger, lehnen eine weibliche Erbfolge aber vehement ab.

Welche Feiern sind zur Abdankung von Kaiser Akihito in Japan geplant?

Seit mehr als zwei Jahrhunderten hat in Japan kein Kaiser mehr abgedankt. Wenn Akihito am Dienstag den Thron aufgibt, wird die Zeremonie dennoch in gerade einmal etwa zehn Minuten über die Bühne gehen. Um Punkt 17.00 Uhr Ortszeit (10.00 Uhr MESZ) beginnt das Zeremoniell im Matsu-no-Ma, einer 370-Quadratmeter großen Halle im Kaiserpalast in Tokio. Dabei werden auch ein Schwert und ein Juwel als Insignien der Legitimität eines Tennos präsentiert.

An der Zeremonie nehmen mehr als 300 Menschen teil, darunter neben Mitgliedern der Kaiserfamilie auch Vertreter von Japans Regierung und Parlament, hochrangige Richter und regionale Regierungschefs.

Ministerpräsident Shinzo Abe wird eine Rede im Namen des Volkes halten, bevor Akihito seine letzte offizielle Ansprache als Tenno vorträgt. Formal bleibt der 85-Jährige Kaiser, bis die Uhr Mitternacht schlägt.

Merkel bei Japans Kaiser Akihito

Japan: Kronprinz Naruhito wird am 1. Mai neuer Kaiser

Ab der ersten Minute des 1. Mai ist Akihitos 59-jähriger Sohn Naruhito japanischer Kaiser. Mit ihm beginnt eine neue Ära, "Reiwa" genannt. Der Begriff steht für "Ordnung" und "Frieden" oder "Harmonie". Die Krönungsfeierlichkeiten beginnen um 10.30 Uhr Ortszeit ebenfalls im Matsu-no-Ma. Bei einer ersten Zeremonie erbt Naruhito das kaiserliche Schwert, das Juwel und die königlichen Siegel.

Außerdem wird ein Gesandter im Palast zum heiligen Spiegel gesandt, der ebenfalls zu den kaiserlichen Insignien gehört, aber seinen Platz nie verlässt. Durch ein rituelles Gebet des Gesandten erbt der neue Kaiser auch diesen Spiegel.

Während der rund zehnminütigen Zeremonie spricht der Kaiser nicht. Frauen sind nicht zugelassen, auch nicht Vertreterinnen des Kaiserhauses.

Bei einer weiteren Zeremonie um 11.00 Uhr wird Naruhito seine erste Rede als Tenno halten. Regierungschef Abe wird erneut im Namen des Volkes sprechen. Erst am 4. Mai wird der neue Kaiser dann sein Volk von einem verglasten Balkon aus grüßen. Danach wird er bis zum Herbst kaum öffentlich in Erscheinung treten.

Am 22. Oktober verkündet er schließlich vor 2500 Gästen aus dem In- und Ausland seine Inthronisierung und lässt sich anschließend in einem Autokonvoi durch Tokio fahren. Während die Mitglieder des Kaiserhauses bei der Übergabe des Amts voraussichtlich westliche Kleidung tragen werden, sind für die Zeremonie im Herbst normalerweise traditionelle japanische Gewänder vorgesehen.

Japan: Welchen Titel wird Kaiser Akihito nach seiner Abdankung tragen?

Das Portal asienspiegel.ch berichtet hierzu: „Auf Japa­nisch war schnell klar, dass Kai­ser Aki­hi­to künf­tig den Titel Jōkō (上皇) tra­gen wür­de. Damit wer­den in Japan die Kai­ser bezeich­net, die zu Leb­zei­ten abge­dankt haben. Zuletzt war dies bei Kai­ser Kōka­ku 1817 der Fall. Die­ser war 45 Jah­re alt, als er für sei­nen Sohn Platz mach­te und zum Jōkō wur­de. Er starb 1840.“

Laut der Seite Asahi Shim­bun legte sich das Hofamt auf den offiziellen Titel „His Majes­ty the Emperor Eme­ri­tus“ (Deutsch: „Seine Majestät, der emeritierte Kaiser“) oder kurz „Emperor Eme­ri­tus“ (Deutsch: „emeritierter Kaiser“) für den zurückgetretenen Kaiser Akihito fest.

Als Vor­bild für diesen Titel habe Papst Bene­dikt XVI. gedient, der 2013 auf sein Amt ver­zich­te­te und seit­her die offi­zi­el­le Bezeich­nung “Papa eme­ri­tus“ trägt.

Zu Abdankung von Kaiser Akihito: Zehntägige Feiertagsperiode in Japan

In Japan hat bereits am Samstag eine nie zuvor dagewesene zehntägige Feiertagsperiode begonnen. Die bevorstehende Abdankung von Kaiser Akihito am Dienstag und die Thronbesteigung seines ältesten Sohnes Naruhito einen Tag später werden mit der traditionellen "Goldenen Woche" von Feiertagen Anfang Mai kombiniert. Viele der als harte Arbeiter bekannten Japaner nutzen die ungewohnt lange Freizeit für eine Urlaubsreise. Die Reiseagentur JTB geht von einer Rekordzahl von 24,7 Millionen Reisenden während der Feiertage aus.

Während viele Japaner beabsichtigen, die Zeremonien zum Thronwechsel in der Heimat zu feiern, planen andere Reisen ins Ausland. Der öffentlich-rechtliche Sender NHK berichtete von 60.700 Menschen, die allein am Samstag von Tokios Narita-Flughafen ins Ausland fliegen wollten.

Banken und Geldautomaten erlebten bereits am Freitag einen Ansturm, weil viele Menschen im von Bargeld dominierten Japan sich für die Ferien rüsteten.

Allerdings ist nicht jeder von dem langen Urlaub begeistert. Einige Japaner sorgen sich um einen eingeschränkten Zugang zu öffentlichen Diensten und medizinischer Versorgung. Andere, die arbeiten müssen, beklagen sich wegen mangelnder Kinderbetreuung. Ein Umfrage der Zeitung "Asahi Shimbun" ergab, dass 45 Prozent der Japaner "unglücklich" über die lange Urlaubszeit seien und nur 35 Prozent "glücklich".

Japan: Wulff berichtet über Besuch bei Kaiser Akihito

Am Tag der Abdankung spricht Christian Wulff in der Welt über sein Treffen mit Kaiser Akihito. Damals noch als Bundespräsident: „Dabei wurde sehr deutlich, dass Kaiser Akihito, der inzwischen 125. Tenno von Japan ist, auf fast 2700 Jahre Familiengeschichte zurückschauen kann“, schildert er. Beachten musste er dabei einiges: „Man geht zum Beispiel die Treppen rückwärts hinunter, wenn man sich vom Tenno verabschiedet. Die Koikarpfen im kaiserlichen Gästehaus in Kyoto, wo ich übernachtet habe, sollte man mit der gebotenen Wertschätzung füttern, weil Japaner die Natur besonders respektieren“, so Wulff.

Viel darf Wulff nicht über das Gespräch verraten, aber über die Nähe von Japans Kaiser zu Deutschland erklärte Wulff: „Er hat mir erzählt, wie bedeutend es für ihn sei, dass ich mit seinem Sohn eine deutsche Linde in Tokio gepflanzt habe. Seine Frau, Kaiserin Michiko, deren Vater einst vorübergehend in Berlin lebte, habe als kleines Mädchen auf der Straße Unter den Linden gespielt.“

Eines steht für Wulff fest: Auch Nachfolger Naruhito wird für Deutschland immer Zeit einräumen.

fro (Mit Material von dpa und AFP)

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trump: Whistleblower-Skandal im Weißen Haus - Biden fordert Veröffentlichung des Telefonats
Laut Medienberichten habe ein Whistleblower den US-Präsidenten Donald Trump schwer beschuldigt. Der Kongress möchte ermitteln - doch wird behindert.
Trump: Whistleblower-Skandal im Weißen Haus - Biden fordert Veröffentlichung des Telefonats
Iran-Krise: USA verlegen weitere Truppen in die Region
Saudi-Arabien hat Stellungen der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen bombardiert. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Die USA verlegen weiter …
Iran-Krise: USA verlegen weitere Truppen in die Region
In Deutschland „klimastreikten“ 1,4 Millionen - in Paris wurde Demo ein Flop
Im Rahmen der „Fridays for Future“-Proteste gingen am Freitag Millionen Menschen weltweit auf die Straßen. Besonders erfolgreich waren die Demos in Deutschland.
In Deutschland „klimastreikten“ 1,4 Millionen - in Paris wurde Demo ein Flop
Brexit: Peinliche Details über Johnsons Treffen mit Juncker - EU setzt Ultimatum
Mit großen Worten hatte sich Boris Johnson auf den Weg zu Brexit-Gesprächen mit der EU gemacht. Das Medienecho zeigt eines klar: Am Ende stand eine Demütigung.
Brexit: Peinliche Details über Johnsons Treffen mit Juncker - EU setzt Ultimatum

Kommentare