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Kaiser Akihito kommt zu einem Gedenkgottesdienst anlässlich des 73. Jahrestages der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg. Foto: Eugene Hoshiko/AP

Kriegsende-Gedenken

Japans scheidender Kaiser äußert "tiefe Reue"

Japans Umgang mit seiner Kriegsvergangenheit wird von Nachbarstaaten immer wieder kritisiert. Zum 73. Jahrestag der Kapitulation Japans sendet Kaiser Akihito ein wichtiges Signal - ein letztes Mal.

Tokio (dpa) - Japans Kaiser hat in seiner letzten Rede zum Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg erneut seine "tiefe Reue" für die kriegerische Vergangenheit seines Landes zum Ausdruck gebracht.

Er hoffe, dass sich Krieg nie wiederholen möge, sagte der 84 Jahre alte Monarch am Mittwoch bei einer zentralen Gedenkfeier zum 73. Jahrestag des Kriegsendes. Akihito wird am 30. April 2019 abdanken und damit als erster Monarch seit rund 200 Jahren noch zu Lebzeiten seinem Nachfolger weichen. Am 1. Mai 2019 wird dann sein ältester Sohn, Kronprinz Naruhito (58), den Chrysanthemen-Thron besteigen und so eine neue Ära für das asiatische Land einläuten.

Akihito gilt als überzeugter Verfechter der pazifistischen Verfassung. Obwohl er als Kaiser praktisch über keinen politischen Handlungsspielraum verfügt, verstand es Akihito dennoch stets, indirekt Kritik an denen zu üben, die noch immer versuchen, die japanische Kriegsvergangenheit zu rechtfertigen. Dazu zählen Kritiker auch die Regierung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe.

Anders als seine Vorgänger erwähnte Abe in seiner eigenen Rede bei der Gedenkveranstaltung die damaligen Aggressionen Japans nicht. Abe will die Verfassung ändern und die Rolle des Militärs angesichts der Bedrohung durch Nordkorea und der wachsenden Macht Chinas stärken. Rund 5000 Menschen nahmen an der Gedenkzeremonie in der Nippon Budokan Halle in Tokio im Beisein von Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko teil und legten eine Schweigeminute für die Toten ein.

Abe ließ zum Gedenken an Japans Kapitulation dem umstrittenen Yasukuni-Schrein eine rituelle Spende zukommen. In dem Shinto-Schrein in Tokio wird der in Kriegen für das japanische Kaiserreich Gestorbenen gedacht - unter ihnen sind auch verurteilte und hingerichtete Kriegsverbrecher. Von einem Besuch des Schreins sah er ab, offenbar aus Rücksicht auf die Beziehungen zu den Nachbarstaaten.

Abe hatte den Schrein zuletzt im Dezember 2013 besucht. Seither beließ er es stets bei Opfergaben. Besuche japanischer Politiker und Opfergaben lösen immer wieder Spannungen mit China und Südkorea aus, gegen die Japans Aggressionen im Weltkrieg gerichtet waren. Für beide Länder ist der Schrein Symbol von Japans damaligem Militarismus.

Der Yasukuni-Schrein unterhält auch ein Kriegsmuseum, das "Yushukan", in dem Japans Kriegsvergangenheit gerechtfertigt und verherrlicht wird. Die Seelen der als Gottheiten verehrten Gefallenen werden als Helden in Erinnerung gehalten. Sie hätten für die Befreiung Asiens vom Kolonialismus der Weißen gekämpft. Von Gräueltaten kein Wort.

Kaiser Akihito, dessen Regentschaft den Namen Heisei ("Frieden schaffen") trägt, ist der erste Tenno, der sein Amt nicht mehr als Gott antrat. Sein 1989 gestorbener Vater Kaiser Hirohito, posthum Showa-Tenno genannt, hatte am 1. Januar 1946 in seiner sogenannten Menschlichkeitserklärung der Göttlichkeit des Kaisers entsagt. In seinem Namen war Japan in den Zweiten Weltkrieg gezogen.

Nach Japans Angriff 1941 auf die in Pearl Harbor auf Hawaii liegende US-Pazifikflotte waren auch die USA in den Krieg eingetreten. Am 6. August 1945 warfen die Amerikaner dann eine Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima und drei Tage später eine weitere auf die Stadt Nagasaki ab. Am 15. August 1945 schließlich kapitulierte Japan.

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