Putins schönes Gesicht für Deutschland: Jasmin Kosubek ist Moderatorin bei RT Deutsch, dem deutschen Ableger der Kreml-Nachrichtensenders Russia Today. 

RT Deutsch

Sie ist Putins schönes Gesicht für Deutschland

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Moskau - Der Kreml-Nachrichtensender Russia Today (RT) hat seinen deutschen Kanal gestartet. Moderatorin der Sendungen ist Jasmin Kosubek. Wer ist Putins schönes Gesicht für Deutschland?

Jasmin Kosubek im Studio von RT Deutsch. Bild vergrößern

Lange, dunkle Haare, Top-Figur, ultrakurzer Minirock und High Heels: Mit der jungen und sehr attraktiven Moderatorin Jasmin Kosubek will der Kreml das deutsche Publikum erreichen. Seit einer Woche betreibt der russische Auslandsnachrichtensender Russia Today auch ein deutsches Angebot namens RT Deutsch: Mit einem eigenen Youtube-Kanal sowie einer Webseite will der Sender seine russische Sicht auf die Welt nun auch bei uns unters Volk bringen. Auf der Facebook-Seite des Senders liest sich das Motto folgendermaßen: "Wir zeigen und schreiben das, was sonst verschwiegen oder weggeschnitten wird. Wir sind der fehlende Part in der deutschsprachigen Medienlandschaft."

Dass es in Deutschland zuweilen eine Diskrepanz zwischen veröffentlichter und öffentlicher Meinung gibt, zeigen die hitzigen Debatten im Kommentar-Bereich zu vielen Berichten über Russland und die Ukraine-Krise. So hat die Facebook-Seite von RT Deutsch mittlerweile über 30.000 Follower.

Eine alternative Sicht liefert RT Deutsch in vollem Umfang: Der Sender interviewt umstrittene Autoren wie Udo Ulfkotte, dem das Etikett eines Verschwörungstheoretikers anheftet. Der deutsche Ableger von Russia Today ist Teil einer weltweiten Propagandaoffensive des Kreml. Mittlerweile gibt es Nachrichtensender in den USA, Großbritannien, für den arabischen Raum, auf Spanisch und natürlich den russischen RT-Kanal. Mit Transpondern auf 30 verschiedenen Satelliten ist Russia Today in Sachen Reichweite den renommierten TV-Nachrichtensendern wie CNN oder der BBC langsam ebenbürtig. 

Auch RT Deutsch widmet sich mit Vorliebe Themen, die in Deutschland nur in einschlägigen Randmedien vorkommen. Kritik an Russland und Putin darf man auch eher nicht erwarten. Dafür werden diese Nachrichten von einer schönen Moderatorin präsentiert. Der die Nervosität zu Anfang aber noch deutlich anzumerken ist. Jasmjn Kosubek, die zu Beginn der ersten Folge des täglichen Nachrichtenformats "Der fehlende Part" (siehe Sendermotto) mit iPad in der Hand in Studio catwalkt, bekennt etwa atemlos: "Ich bin unglaublich aufgeregt. Ihr seid aufgeregt. Alle sind aufgeregt." Neben einer kurzen Präsentation von RT Deutsch kündigt Jasmin Kosubek diese Berichte an: "Wie werden Kriege herbeimanipuliert? Politik und Medien in Vorkriegslaune" und "Deutscher Überwachungsstaat. Wer weiß mehr als ein ehemaliger Top-Agent?" Wie gesagt: Alternative Sicht der Dinge.

Jasmin Kosubek führt insgesamt recht souverän und stets gut gelaunt durch die Sendung mit Interviewgästen, die der Linken zumindest sehr nahestehen: Jochen Scholz, Oberstleutnant a.D. und Linken-Mitglied erklärt, dass die Ukraine-Krise dazu diene, die NATO enger zusammenzuschweißen. Jasmin Kosubek hält mit ihrer Meinung dazu nicht hinter dem Berg. "Wenn Deutschland mehr Verantwortung übernehmen möchte, dann könnten Sie doch auch einfach zum Beispiel Ärzte nach Westafrika schicken. Oder etwa nicht?"  

Es folgt ein Gespräch mit Ex-DDR-Spion Rainer Rupp. Er publiziert nach seinem offiziellen Austritt aus der PDS in den der Linken nahestehenden Zeitungen "Junge Welt" und "Neues Deutschland" und spricht zum Thema deutscher Überwachungsstaat. Jasmin Kosubek warnt zum Thema passend gleich die Zuschauer. "Ihr habt uns auch auf Facebook geliked. Aufpassen!"

In einem Interview mit RT-Chefredakteur Ivan Rodionow (der einen Clip vorführt, in dem Reporter des NDR-Magazins "Zapp" vor RT-Kameras flüchten) verrät Jasmin Kosubek auch, wie sie zu RT gekommen ist: "Ich hab' einfach Glück gehabt. Kann man das so sagen? Darf ich wahrscheinlich nicht sagen. So als Deutsche..." Mehr über ihren Werdegang verrät die Moderatorin allerdings nicht. Ihr Twitter-Profil zeigt sie zwar im RT-Studio. Tweets sucht man aber noch vergeblich. Somit bleibt Putins schönes Gesicht für Deutschland noch ein Rätsel.

Dafür hat Jasmin Kosubek schon jede Menge Fans. Die auf Facebook aus ihrer Begeisterung für die schöne Moderatorin keinen Hehl machen. Eine Auswahl:

  • "Ist die Moderatorin Single?"
  •  "Ist echt ne Hübsche"
  • "Toll Jasmin, sehr gut gemacht "
  • "Jasmin ist Spitze als Moderatorin"
  • "Wie heißt die nette Moderatorin?"
  • "Mann ist das eine hübsche Moderatorin!!"
  • "Eine solch hübsche Moderatorin."

Als Außenreporterin für RT Deutsch ist übrigens Lea Frings im Einsatz. Die sieht eher so aus, als hätte man sie aus einer Attac-Demo vor die Kamera gezogen. Blonde Dreadlocks, Nasenpiercing und blaue Augenbrauen. Der optische Eindruck trügt nicht: Lea Frings war zumindest bislang auf kommunalpolitischer Ebene in Köln für die Linke tätig.

"Ich bin immer noch ziemlich aufgeregt", verrät Jasmin Kosubek am Ende der ersten Folge von "Der fehlende Part". Aber ihre Fans können beruhigt sein. Immerhin kündigt die schöne Moderatorin an "Wir sind gekommen, um zu bleiben." Putin wird's freuen.

Um Jasmin Kosubek besser kennenzulernen, hat unsere Onlineredaktion sie bereits um ein Interview gebeten. Aber: Das sei zeitlich aktuell für sie unmöglich, schreibt sie uns. Vielleicht später mal. Wir bleiben dran!  

fro

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Kommentare

ITMS Dorn
(2)(0)

Sie ist zwar Brasilianerin und hat mit Putin nichts zu tun..
Aber so ist das mit den deutschen Einheitsmedien.

Nennt ihr Reporter von NBC oder CNN auch: Obamas Journalisten?
Nennt ihr den Tagesschausprecher auch: Merkels Sprachrohr?
Warum ist ein Bericht aus dem Westen immer aufs Land bezogen und ein Bericht aus Russland auf Putin?

Wie lange wollen sich deutschen Zensur und Einheistmedien noch lächerlich machen...
Putins hier
Putins da
Putin bla bla
Putin hat mehr als 80% der russischen Bevölkerung im Rücken.
Somist sollte es heißen:
Russland hier
Russland da
Ruslland bla bla
Für Deutschland müsste es Merkels blabla heißen, weil da nur ein kleiner Teil der deutschen hinter steht.

cosiam87
(3)(0)

Sehr zu begrüßen dieser Sender - was soll man heute auch anderes tun, als neben den öffentlich-rechtlichen auch den "Feindsender" zu hören um noch ein einigermaßen neutrales Bild zu erhalten?
RT macht keinen Hehl daraus, vom Kreml finanziert zu sein - kritische Nachrichten über Russland wird man dort kaum hören. Ein unangenehmer Blick in den Spiegel für unsere GEZ-zwangsfinanzierten Staatsmedien, deren Schreiberlinge sich in transatlantischen Karrierenetzwerken oder direkt im Kanzleramt diktieren lassen was sie zu schreiben haben. Bislang konnten sie einfach mit dickbräsiger Arroganz auf ihrem Monopol sitzend behaupten, sie seien die einzige unabhängige Quelle der Wahrheit. Diese bequemen Zeiten werden dank Internet bald vorbei sein, wo niemand mehr die wohlgenährten Kalkleisten von ARD und ZDF sehen will.

Dexter MorgenAntwort
(4)(0)

Und DW (Deutsche Welle) kritisiert andauern Deutschland und
die EU oder wie?! Selbst ARD und ZDF wagen es sehr selten und dann auch nur
oberflächlich Kritik zu üben.

Wie pervers muss man sein um zu erwarten dass Russland einen
Sender finanziert der die Probleme Russlands anspricht. (Wobei RT Deutsch sprach
offen darüber dass es in RU Probleme mit den Hooligans gibt.) ihre Aufgabe ist
es andere Sicht aufzuzeigen und nicht sich selbst zu kasteien das machen die
westlichen schon seit jeher.

Man brauch nur die Leitmedien anzusehen um zu erkennen dass
sie im Chor singen, von wegen objektiver Journalismus.