Mehrheit befürwortet Seehofers Kurs

Nur jeder vierte Bayer unterstützt Merkels Flüchtlingspolitik

München - Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Hamburger Instituts GMS unterstützt nur ein Viertel der befragten Bayern Angela Merkels Kurs.

In der Diskussion um die Flüchtlingspolitik unterstützt nur rund ein Viertel der Menschen in Bayern (26 Prozent) den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Hamburger Instituts GMS im Auftrag von „SAT.1 Bayern“ hervor.

Eine Mehrheit von 52 Prozent steht stattdessen in dieser Frage hinter der Politik ihres unionsintern härtesten Kritikers, des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chefs Horst Seehofer. Damit verliert Merkels Kurs in Bayern weiter an Unterstützung: Noch im Oktober neigten 31 Prozent ihrer Politik zu, 43 Prozent waren es für Seehofer.

Söder als künftiger CSU-Vorsitzender klar vorne

Wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre, könnte die CSU ihre absolute Mehrheit im Landtag behaupten. Sie käme auf 46 Prozent, die SPD auf 17, die Grünen auf 11, die AfD auf 9, die Freien Wähler auf 5 und die FDP auf 4 Prozent (Sonstige 8 Prozent).

In der Frage, wer künftig CSU-Vorsitzender sein sollte, liegt Finanzminister Markus Söder bei den Bayern klar vorn: 35 Prozent sprechen sich für ihn aus, für Ilse Aigner votieren 18 und für Joachim Herrmann 10 Prozent.

Bürger sehen Seehofers Äußerung zur "Herrschaft des Unrechts" sehr kritisch

Ein gespaltenes Verhältnis haben die Bürger zu Seehofers Moskau-Reise: Die Frage, ob diese Reise richtig war, bejahten 38 Prozent, 39 Prozent halten die Reise für nicht richtig. Der Rest äußerte sich unentschieden oder hatte dazu keine Meinung.

Seehofers Äußerung zur „Herrschaft des Unrechts“ wird von den Bürgern in Bayern sehr kritisch gesehen. Nur 25 Prozent halten die Verwendung dieses Begriffs für richtig, 48 Prozent sagten dazu „nicht richtig“, 22 Prozent „teils, teils“ und 5 Prozent machten keine Angaben. Seehofer hatte vor einer Woche in einem Interview die Situation an Deutschlands Grenzen als „Herrschaft des Unrechts“ bezeichnet.

Rubriklistenbild: © AFP

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