+
Andrea Nahles will am Sonntag zur SPD-Chefin gewählt werden.

Umfrage vor Sonderparteitag

Andrea Nahles als neue SPD-Chefin? Jeder Zweite zweifelt an ihren Fähigkeiten

Nach dem Willen der Parteispitze soll Andrea Nahles am Wochenende zur SPD-Chefin gewählt werden. Einer Umfrage zufolge zweifeln aber viele an ihr. Doch Nahles gibt sich selbstbewusst.

Köln  - Kurz vor der Wahl zum SPD-Vorsitz sieht nach einer Umfrage fast jeder zweite Deutsche die designierte Parteichefin Andrea Nahles nicht als Hoffnungsträgerin.

47 Prozent der Befragten sind skeptisch, ob Nahles als neue Vorsitzende geeignet wäre, die SPD zu einen und nach vorn zu bringen, wie der neue Deutschlandtrend von Infratest dimap für das ARD-Morgenmagazin zeigt. Jeder Dritte traut ihr demnach zu, die Sozialdemokraten wieder zu stärken.

Lange kandidiert auch

Die SPD wählt an diesem Sonntag bei einem Sonderparteitag in Wiesbaden eine neue Vorsitzende. Neben Nahles kandidiert unter anderem die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange. Die 47 Jahre alte Nahles gilt als klare Favoritin.

Lesen Sie auch: Merkel stürzt ab, Überraschung auf Platz 1: Diese Politikerin dominiert auf Facebook

Die Partei war bei der Bundestagswahl 2017 unter ihrem vormaligen Parteichef Martin Schulz auf ein Tief von 20,5 Prozent der Stimmen gesackt. Der Parteitag soll ein Aufbruch zur Erneuerung sein. Die SPD hat derzeit 457.700 Mitglieder. Durch die harten Debatten um die große Koalition gibt es erhebliche Differenzen.

Nahles will durch neue Akzente und ein klares Profil die Sozialdemokraten wieder aus ihrem tiefen Tal herausführen. "Das ist für mich eine ehrlich empfundene Ehre", sagte Nahles der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die Aussicht, die erste Frau an der Spitze in knapp 155 Jahren Parteigeschichte zu werden. "Ich glaube, ich kann das, und ich kann das auch im Team mit anderen zu was Gutem machen."

Auch interessant: Nach Tariferhöhung: So viel verdient Kanzlerin Merkel jetzt mehr

Es könne schon passieren, dass sie morgens aufwache und sich frage: "Oh, haste dir das auch gut überlegt?", sagte Nahles der dpa. Gerade in Ostdeutschland gebe es viel zu tun - hier liegt die Partei in vielen Regionen weit hinter der AfD. Sichere Arbeit, gute Bezahlung und vernünftige Löhne stünden ganz oben auf der Agenda. Es gehe um neues Vertrauen, mehr Bürgerdialog, um neue Konzepte angesichts der Umwälzungen durch die Digitalisierung in der Arbeitswelt. Die SPD müsse zeigen: "Wir sind die Kraft der Zukunft und des Fortschritts."

Aktueller Deutschlandtrend

Laut "Deutschlandtrend" kommt die SPD aktuell auf 17 und die Union auf 32 Prozent. Im Vergleich zur Erhebung von Anfang April verlieren CDU/CSU und SPD jeweils einen Prozentpunkt. Für die AfD entschieden sich 15 Prozent der Befragten (+1), für die FDP 10 Prozent (+1). Die Grünen würden 12 Prozent der Bürger wählen, die Linke 10 Prozent. Die beiden Werte blieben unverändert.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Johnson und Corbyn mit heftigem Schlagabtausch im TV-Duell
Am 12. Dezember wählen die Briten ein neues Parlament. Für Boris Johnson, der als Favorit in das erste TV-Duell gegangen war, dürfte das Ergebnis eine Enttäuschung sein.
Johnson und Corbyn mit heftigem Schlagabtausch im TV-Duell
Trump unter Druck: Zentraler Impeachment-Zeuge sagt aus
Die US-Demokraten treiben ihre Impeachment-Ermittlungen voran. Eine Person ist dabei besonders ins Zentrum des Interesses gerückt: Der US-Botschafter bei der EU, Gordon …
Trump unter Druck: Zentraler Impeachment-Zeuge sagt aus
Eklat um „Verschissmuss“- Schleife: Blumenhändler mit fadenscheiniger Erklärung - SPD weiter sauer
Die SPD sorgt mit einem peinlichen Fehler auf einer Trauerschleife für Aufregung. Wer steckt dahinter? Die Partei wittert Vorsatz. Nun meldete sich der Blumenhändler.
Eklat um „Verschissmuss“- Schleife: Blumenhändler mit fadenscheiniger Erklärung - SPD weiter sauer
Maas will politische "Frischzellenkur" für die Nato
Frankreichs Präsident Macron hat die Nato mit seiner "Hirntod"-Kritik zutiefst verunsichert. Außenminister Maas reagiert mit einem Vorschlag zur Therapie des kränkelnden …
Maas will politische "Frischzellenkur" für die Nato

Kommentare