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AfD-Mann Jens Maier (l.) hat Noah Becker in einem Tweet beleidigt.

Strafanzeige wurde erstattet

Rassismus-Skandal um Noah Becker: AfD-Mann muss keinen Parteiausschluss fürchten

Für einen rassistischen Kommentar über Noah Becker hat der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier von seiner Partei einen Rüffel kassiert.

Berlin - Mit einem Parteiausschlussverfahren muss der sächsische AfD-Politiker aber nicht rechnen. Nach Angaben aus der AfD beschloss der Bundesvorstand am Montag einstimmig, eine Abmahnung auszusprechen. Maier wurde außerdem aufgefordert, bei der Auswahl und Führung seiner Mitarbeiter in Zukunft mehr Sorgfalt walten zu lassen.

Von Maiers Twitter-Account war Anfang Januar über Noah Becker der Satz gepostet worden: „Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären.“ Der Kommentar bezog sich auf ein Interview. In diesem hatte Noah Becker erklärt, Berlin sei im Vergleich zu London oder Paris eine „weiße Stadt“. Er selbst sei wegen seiner braunen Hautfarbe schon attackiert worden. Becker hat ein Maler-Atelier in Berlin, arbeitet als DJ und ist Mitglied einer Band.

Becker hat Strafanzeige erstattet

Maiers Kommentar wurde später gelöscht. Der AfD-Abgeordnete erklärte, der Tweet sei von einem Mitarbeiter abgesetzt worden. Er selbst wolle sich bei Becker entschuldigen. Der Vorfall dürfte in der kommenden Woche auch noch für Diskussionen in der AfD-Bundestagsfraktion sorgen. Noah Becker hat inzwischen Strafanzeige gegen Maier erstattet.

Maier war vor seinem Einzug in den Bundestag Zivilrichter in Sachsen. Er gehört dem rechtsnationalen Flügel der Partei um den Thüringer Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke an.

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