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Joachim Herrmann (58, CSU) ist seit 2007 Bayerns Innenminister.

Gemeinsam gegen Banden

Herrmann: "Einbrecher bremsen nicht an der Landesgrenze"

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München - Bayern schließt heute eine Kooperation mit Baden-Württemberg, um gemeinsam gegen Einbrecherbanden vorzugehen. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) reist nach Stuttgart zu seinem SPD-Kollegen Reinhold Gall. Wer gibt da wem Nachhilfe? Der Münchner Merkur hat nachgefragt.

Da schau her: Sie schließen eine Kooperation in Stuttgart. Woher kommt Ihr neues Vertrauen in eine grün-rote Landesregierung?

Nun, das Risiko von Einbruchsdelikten ist in Baden-Württemberg doppelt so hoch wie in Bayern. Vor diesem Hintergrund ist Kollege Gall auf mich zugekommen, ob ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen könnte. Obwohl wir in Bayern die niedrigste Einbruchsquote haben, können auch wir profitieren. Ich möchte beispielsweise, dass wir die Fahndung nach Tätern besser miteinander abstimmen. Wir wollen auch eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit. Beide Länder können für Prävention werben, ermuntern, in Sicherheitstechnik zu investieren.

Sind gemeinsame Kontrollen geplant?

Als ich vor einigen Wochen eine stärkere Schleierfahndung in ganz Deutschland gefordert habe, waren die SPD-geführten Länder ja noch dagegen. Wenn wir jetzt zumindest bei den Kontrollen gegen Einbrecherbanden auf einen gemeinsamen Nenner kommen, ist das positiv. Wir in Bayern haben schließlich die Schleierfahndung ab diesem Monat um 500 zusätzliche Beamte verstärkt.

Was dürfen bayerische Polizisten künftig, was sie bisher nicht tun konnten?

Es geht nicht um neue Rechtsgrundlagen, sondern vor allem um eine engere Zusammenarbeit. Einbrecher machen nicht an den Landesgrenzen Halt. Sie können heute in Stuttgart und morgen in München sein. Offenkundig ist: Wo der größte Wohlstand ist, suchen professionelle Banden nach lohnenswerten Objekten.

Ist die Südschiene der Anfang für weitere Kooperationen mit Ländern?

Wir hoffen jedenfalls, dass das zum Erfolg führt, und werden uns die Ergebnisse sehr genau ansehen. Ich sehe darin auch ein klares Zeichen an die Kriminellen: Wir arbeiten zusammen, um mehr Täter dingfest zu machen.

Gibt es weiter steigende Fallzahlen in Bayern?

Wir hatten seit mehreren Jahren einen kontinuierlichen Anstieg. Im Moment sieht es auf Basis vorläufiger Zahlen so aus, als wäre es gelungen, den Anstieg in Teilen Bayerns zu stoppen. Das Thema bleibt aber eine der großen Herausforderungen für die Innenpolitik.

Wie sehr behindern die hohen Überstunden der bayerischen Polizei – unter anderem nach G7 – die effektive Bestreifung?

Wir haben gestiegene Überstunden, aber auch hochmotivierte Beamte. Ich sehe keinen Mangel an Präsenz. Zudem hat das Kabinett jüngst 200 neue Stellen für die Bayerische Polizei beschlossen. Mit den neuen Kolleginnen und Kollegen werden wir auch die Schleierfahndung in Bayern noch weiter ausbauen.  

Interview: Christian Deutschländer

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