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Verkehrsminister Joachim Herrmann

Schwarzfahren im Zug soll teurer werden

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München - Schwarzfahrer im Zug sollen künftig tiefer in die Tasche greifen müssen: 60 statt 40 Euro Bußgeld plant Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU).

Ertappte Schwarzfahrer im Zug sollen künftig deutlich höhere Strafen zahlen. Flächendeckend sollen künftig 60 statt 40 Euro fällig werden. Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) will nach Informationen unserer Zeitung am Dienstag im Ministerrat eine Bundesratsinitiative auf den Weg bringen. Herrmann will durch die abschreckende Wirkung die Zahl der Schwarzfahrten eindämmen und den Schaden für die Verkehrsbetriebe senken.

In den Fachgremien der Verkehrspolitiker wird schon seit Monaten über die neuen Regeln beraten. Auch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wirbt bereits intensiv bei der Politik für eine Erhöhung – 40 Euro hätten keine abschreckende Wirkung mehr und seien im europaweiten Vergleich niedrig. Nach groben Schätzungen sind in München etwa drei von 100 Passagieren ohne Ticket unterwegs. Bayernweit wird der Schaden im Nahverkehr auf 20 bis 30 Millionen Euro taxiert.

"Aktion Münchner Fahrgäste" ist skeptisch

Das neue Bußgeld gilt nicht ab sofort. Zunächst muss Bayerns Ministerrat heute das Vorhaben auf den Weg bringen, in wenigen Wochen wird es dann im Bundesrat eingebracht. Eine Mehrheit dort gilt allerdings als erreichbar, heißt es bei Beteiligten. Die Überlegung, Wiederholungstäter stärker zu bestrafen – etwa mit 120 Euro – wurde zwischenzeitlich verworfen.

Die „Aktion Münchner Fahrgäste“, ein Interessenverband, reagierte skeptisch. „Wir haben dazu ein sehr gespaltenes Verhältnis“, sagte ihr Sprecher Andreas Nagel. Zwar vertrete man die zahlenden Kunden, nicht die Schwarzfahrer. Der Umgang mit ehrlichen Fahrgästen, die einmal ihr Ticket vergessen hätten und jahrelang Verspätungen und technische Defekte klaglos mittrügen, sei jedoch „gnadenlos“. Nagel regte an, erstmalig ertappte Schwarzfahrer, die keine personalisierte Zeitkarte nachreichen können, milder zu bestrafen und die Höchstsätze erst bei Wiederholungstätern anzuwenden.

Christian Deutschländer

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