Finger weg vom Burger! In den USA war das Entsetzen eines Biden-Burger-Banns groß. Die Meldung war jedoch erfunden.
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Finger weg vom Burger! In den USA war das Entsetzen eines Biden-Burger-Banns groß. Die Meldung war jedoch erfunden.

Trumps einstiger Lieblingssender Fox News

Bidens Klima-Gipfel: Republikaner in Aufruhr - Will der US-Präsident den heißgeliebten Burger verbieten?

  • Anna-Katharina Ahnefeld
    vonAnna-Katharina Ahnefeld
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Ein saftiger Burger mit Pommes. Oft ein Symbolbild US-amerikanischer Küche. Eine Meldung sorgte nun für Panik vor einem Burger-Verbot.

Washington, D.C. - Der von Joe Biden initiierte virtuelle Klima-Gipfel vergangene Woche führte in den USA zu einer grotesken Auswucherung. Eine Meldung des britischen Boulevard-Blattes Daily Mail zu Joe Bidens Klima-Agenda wurde vom konservativen US-Fernsehsender Fox News - dem einstigem Lieblingskanal Donald Trumps - aufgegriffen und dramatisch hochgeschaukelt. Der explosive Inhalt: Der US-Präsident forderte eine Reduzierung des Rindfleischkonsums um 90 Prozent. Das bedeute: Nur noch ein Burger pro Monat! Das Entsetzen vor diesem einschneidenden Eingriff in das Essens-Kulturgut Burger war groß. Das Problem: Die Meldung hatte weder Hand noch Fuß. Sie war Fiktion.

Im Anschluss an die Beratungen zur Bekämpfung der Klimakrise führender Regierungschefs zeigte Fox News eine brisante Grafik, mit einer simplen Rechnung. Gefordert seien 90 Prozent weniger Rindfleischkonsum, ergo nur noch vier Pfund (zwei Kilo) pro Person, also ein Burger pro Monat. Anlass dafür war ein Daily-Mail-Artikel mit dem Titel: „Wie Bidens Klimaplan Sie darauf beschränken könnte, nur einen Burger pro Monat zu essen“. Bei Fox News wurde der Burger-Bann jedoch plötzlich als Fakt und eine Ansage Joe Bidens dargestellt. Der texanische Gouverneur Greg Abbott versicherte seiner republikanischen Wählerschaft sogleich: „Das wird nicht in Texas passieren!“. Donald Trump Junior, Sohn des ehemaligen US-Präsidenten, reagierte ebenfalls: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich gestern 4 Pfund rotes Fleisch gegessen habe. Das wird ein entschiedenes NEIN von mir.“ Auch weitere republikanische Politiker:innen meldeten sich zu Wort. Der Konsens: Finger weg von meinem Burger.

Joe Biden will US-Bürger:innen geliebten Burger wegnehmen - Doch Meldung von Fox News ist Fiktion

Die Falschmeldung entwickelte sich zum Flächenbrand. Als angebliche Quelle wurde das Department of Agriculture der University of Michigan genannt. Doch wie unter anderem die Huffington Post berichtete, zog Fox-News-Moderator John Roberts, der die Burger-Behauptung in die Welt setzte, dabei einen nicht existierenden Zusammenhang. Zwar hatte die Universität 2020 eine Studie zur Wirkung des Fleischkonsums auf die Treibhausgas-Emissionen veröffentlicht - mit Joe Bidens Klima-Agenda hatte diese jedoch nichts zu tun. Die Universität reagierte ebenfalls mit einem Dementi.

Am Montag machte Fox-News-Moderator Roberts dann die Rolle rückwärts: „Die Daten (der Michigan-University-Studie) waren korrekt, aber eine Grafik und das Skript implizierten fälschlicherweise, dass sie Teil von Bidens Plan zur Bewältigung des Klimawandels waren. Das ist nicht der Fall.“

Weißes Haus reagiert mit Fakten-Check - und Bilder eines Burger bratenden Joe Bidens

Der einstige Trump-Sender hat seinen Fehler eingeräumt. Ein CNN-Journalist reagierte auf die Richtigstellung folgendermaßen: „Jetzt, da die falsche Erzählung von republikanischen Beamten und rechten Medien weit verbreitet wurde. Klassiker.“ Auch das Weiße Haus hatte versucht, des sich ausbreitenden Biden-Burger-Skandals Herr zu werden. Joe Bidens Stabschef Ronald Klain twitterte einen CNN-Faktencheck mit dem Titel: „Nein, Biden versucht nicht, die Amerikaner zu zwingen, weniger rotes Fleisch zu essen“.

Der „White House Rapid Response Director“ Mike Gwin reagierte ebenfalls auf Twitter - und kramte das Foto eines begeistert Burger bratenden Joe Bidens hervor. Der Schaden dürfte dennoch bereits angerichtet sein. Und ein Thema bei anstehenden Barbecues mit fetttriefenden Burgern sein.

Joe Biden bekleidet seit fast 100 Tagen das Amt des US-Präsidenten. Aktuelle US-Umfragen sprechen eine klare Sprache. Doch eine Maßnahme des Präsidenten stößt auf breite Ablehnung.

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