Joe Biden, Präsident der USA, winkt vor dem Besteigen der Air Force One für eine Reise anlässlich des 100. Jahrestages des Massakers von Tulsa, Oklahoma.
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Joe Biden, Präsident der USA, winkt vor dem Besteigen der Air Force One für eine Reise anlässlich des 100. Jahrestages des Massakers von Tulsa, Oklahoma.

Rechtliche Mängel bei Vergabe

Biden kippt Trumps Last-Minute-Anschlag auf Naturschutzgebiet

Es könnte die Rettung für ein riesiges Naturschutzgebiet in Alaska sein: Joe Bidens Regierung hat die Ölbohrungen dort ausgesetzt, und damit Donald Trumps Order aufgehoben.

Washington - Donald Trump war kurz vor seinem Abtritt als US-Präsident noch fleißig. Nicht nur erteilte er in letzter Minute viele umstrittene präsidiale Begnadigungen, sondern auch eine Direktive, die bei Naturschützern zu einem Sturm der Entrüstung führte: Er vergab zwei Wochen vor seiner Amtsübergabe Bohrrechte über zehn Jahre in einem riesigen Naturschutzgebiet in Alaska, dem Arctic National Wildlife Refuge. Das Gebiet umfasst eine Fläche, die größer ist als das deutsche Bundesland Bayern. Es geht um insgesamt 80.000 Quadratkilometer.

Eine Karibu-Herde zieht durch das Arctic National Wildlife Refuge in Alaska. Die US-Regierung hat Ölbohrungen in dem Naturschutzgebiet ausgesetzt.

Bereits an seinem ersten Tag im Amt schlug der neue Staatschef Joe Biden einen anderen Weg ein und ordnete eine Überprüfung an. Nun ist ein weiterer Schritt vollzogen: Die Regierung des Demokraten hat alle Aktivitäten zur Öl- und Gasförderung ausgesetzt.

Trump hatte schon 2017 den Weg für Ölbohrungen in Alaska-Naturschutzgebiet frei gemacht

Wie das US-Innenministerium mitteilte, gelte die Suspendierung bis zu einer umfassenden Analyse auf Grundlage der Umweltschutzgesetze. Der Grund ist demnach aber nicht umweltschutztechnischer, sondern juristischer Natur: Bei der Vergabe seien rechtliche Mängel festgestellt worden.

Über eine mögliche Ausbeutung des Gebiets wird seit Jahrzehnten gestritten. In dem von Eisbären und Karibus bevölkerten Naturschutzgebiet werden erhebliche Rohstoffvorkommen vermutet. Schon 2017 hatte die republikanische Trump-Regierung den Weg für Bohrungen mit einer Gesetzesänderung freigemacht, obwohl Umweltorganisationen erheblichen Widerstand leisteten. - cg mit dpa

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