Joe Biden im Weißen Haus
+
Joe Biden im Weißen Haus - dem neuen US-Präsidenten droht der erste Skandal seiner Amtszeit.

„Vernichtung“ angekündigt?

Biden auf einmal in Trump-artigem Chaos: Sprecher soll Journalistin bedroht haben - Erster Rücktritt

  • Florian Naumann
    vonFlorian Naumann
    schließen

Donald Trumps Nachfolger Joe Biden wollte die Eklats im Weißen Haus beenden. Doch plötzlich gibt es schwere Vorwürfe - und nun Konsequenzen.

Update vom 14. Februar, 7.49 Uhr: Der am Freitag wegen mutmaßlichen Drohungen gegen eine Journalistin vorübergehend suspendierte Sprecher des Weißen Hauses, TJ Ducklo, ist zurückgetreten. Bidens Chefsprecherin Jen Psaki erklärte am Samstag (Ortszeit), der Präsident habe den Rücktritt akzeptiert. Ducklo soll einer Journalistin gedroht haben sie zu „zerstören“ (siehe Erstmeldung).

In der Erklärung von Psaki hieß es: „Wir verpflichten uns, jeden Tag in unseren Worten und unseren Handlungen danach zu streben, den vom Präsidenten vorgegebenen Standard zu erfüllen und andere mit Würde und Respekt (...) zu behandeln.“ Der Rücktritt sei am Samstagabend nach einem Gespräch mit Ducklo angenommen worden.

Ducklo hatte als Pressesprecher im vergangenen Jahr für das Wahlkampfteam von Biden gearbeitet. Er selbst nannte sein Verhalten auf Twitter „unerträglich.“ Er habe „Sprache benutzt, die keine Frau jemals von irgendjemandem hören sollte, besonders in einer Situation, in der sie nur versucht, ihren Job zu machen“, schrieb er. Er sei „am Boden zerstört, meine Kollegen im Weißen Haus und Präsident Biden in Verlegenheit gebracht und enttäuscht zu haben“.

In einem Telefonat soll Ducklo der Journalistin Tara Palmeri von der Politik-Website „Politico“ mit den Worten „Ich werde dich zerstören“ gedroht haben, ihren Ruf zu ruinieren. Auslöser waren offenbar Palmeris Recherchen zu dessen Verhältnis zu einer Journalistin vom „Politico“-Konkurrenten „Axios“. Palmeri schreibt für den „Politico“-Newsletter Playbook, der über das politische Innenleben Washingtons berichtet und von Politikern, ihren Mitarbeitern, Journalisten und anderen politisch Interessierten eifrig verfolgt wird.

Biden auf einmal in Trump-artigem Chaos: Sprecher soll Journalistin bedroht haben - Bohrende Fragen folgen

Erstmeldung vom 12. Februar: Washington - Eine neue Zeitrechnung sollte mit Joe Bidens Amtsantritt in den USA beginnen. Doch keinen Monat nach Bidens Antritt zeigt sich in der Zentrale der Macht der USA eine Art verkehrte - oder eben aus Trumps Tagen bestens gewohnte - Welt. Das Weiße Haus sieht sich einem Eklat um einen Pressesprecher ausgesetzt.

Trump lässt grüßen: Biden steckt in Eklat um Pressesprecher - Drohung an Journalistin?

Bidens Administration hat einen Vize-Sprecher für eine Woche suspendiert, nachdem er eine Journalistin in einem Streit bedroht haben soll. Das Verhalten sei „völlig inakzeptabel“ gewesen und ihr Kollege wisse das, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Freitag. Die Bestrafung folgte auf einen Artikel im Magazin Vanity Fair hin. Darin hieß es, der Vize-Sprecher T.J. Ducklo habe einer Reporterin der Website Politico gedroht, sie zu „vernichten“ und ihre Reputation zu zerstören. Die Journalistin hatte Fragen zu Ducklos Beziehung zu einer Reporterin der Website Axios gestellt.

Die Suspendierung warf Fragen in Washington auf. Nachdem der ehemalige Präsident Donald Trump - der gerade mitten in einem Impeachment steckt - die Medien häufig als „Feinde des Volkes“ beschimpft hatte, versprach das Weiße Haus seines Nachfolgers Joe Biden einen professionellen Umgang mit der Presse.

Joe Biden: Sprecherin sieht sich bohrenden Fragen ausgesetzt - „Wir befanden, dass das eine ernste Strafe ist“

Psaki wurde bei ihrer Pressekonferenz auch an Bidens Ankündigung erinnert, auf der Stelle jeden zu feuern, der respektlos mit seinen Kollegen sei. „Wir befanden, dass es eine ernsthafte Strafe ist“, sagte sie zu der Suspendierung ohne Bezahlung. Sie habe die Entscheidung in Absprache mit Bidens Stabschef Ron Klain getroffen, mit dem Präsidenten habe sie nicht darüber gesprochen, sagte Psaki.

Trump hatte wiederholt Probleme mit der Presse - und seinen Sprechern. Größere Kontroversen gab es etwa um den Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci. Dieser sagte sich unlängst öffentlich von Trump los. Die letzte Sprecherin des US-Präsidentin Sarah Huckabee Sanders strebt unterdessen inzwischen sogar höhere politische Ämter an. (dpa/fn)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare