„Daraus sind Albträume gemacht“

Er flüstert aus dem Nichts: Biden irritiert mit Auftritt – Trump-Fans rasten aus

  • Anna-Katharina Ahnefeld
    VonAnna-Katharina Ahnefeld
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Joe Biden verkündetet auf einer Pressekonferenz einen Erfolg. Doch etwas anderes stiehlt der Meldung die Show.

Washington – Nach monatelangem Ringen war es ein Tag der Hoffnung. US-Präsident Joe Biden hat vergangene Woche die Einigung mit US-Senatoren auf ein milliardenschweres Infrastrukturpaket verkündet. Es ist ein Kompromissvorschlag über 900-Milliarden-US-Dollar – die Demokratische Partei musste sich auf eine deutlich abgespeckte Version von Bidens ursprünglichem 2-Billionen-Plan einlassen. „Niemand bekommt in diesem Paket alles, was er will“, sagte die demokratische Senatorin Kyrsten Sinema „Wir alle haben etwas gegeben, um etwas zu bekommen, weil wir die Bedürfnisse des Landes an erste Stelle gesetzt haben.“

Ein Teilerfolg also. Aber dennoch bedeutend für die Agenda des US-Präsidenten. „Wir haben einen Deal“, verkündete der auf einer anschließenden Pressekonferenz mit Vize Kamala Harris. Der vorliegende Entwurf hat gute Aussichten durch den Kongress zu kommen. Doch der Demokrat sorgte nicht nur mit diesem Durchbruch für Aufregung.

US-Präsident Biden ist durchaus für rhetorische Patzer bekannt. Diesmal sorgte er jedoch mit etwas anderem für Irritation. Während der Pressekonferenz antwortete der 78-Jährige gleich mehrfach mit einem Flüstern auf Fragen der Reporter. Auf Twitter trendete in den Vereinigten Staaten daraufhin der Hashtag „CreepyJoe“. Rechte Nachrichtenportale wie Newsweek oder der konservative US-Fernsehsender Fox News berichteten über den Vorfall. Twitter-User kommentierten: „Daraus sind Albträume gemacht“. Auffällig bei der Nutzung des Hashtags war, dass scheinbar zahlreiche Trump-Anhängerinnen ihn verwendeten, um den 46. US-Präsidenten zu diffamieren. Daraufhin entspann sich ein Wettbewerb darüber, wer der wirkliche „Creep“ (deutsch: gruselig) sei: Joe Biden – oder Ex-US-Präsident Donald Trump.

US-Präsident Joe Biden flüstert auf Pressekonferenz – „CreepyJoe“ trendet auf Twitter

Die Reaktionen des demokratischen und progressiven Lagers ließen nicht lange auf sich warten. „Ich sehe, #CreepyJoe liegt im Trend. Lasst uns alle daran erinnern, wer der wahre Schreck ist“, kommentierte eine Frau. Dazu veröffentlichte sie unter anderem Fotos von Donald Trump und Frauen, die ihn der sexuellen Übergriffe bezichtigten. Viele der Kommentare sehen den Hashtag schlicht als billige Methode der „Make America Great Again“-Fans, Biden lächerlich zu machen.

Ein Mann sieht einen Zusammenhang mit Bidens Fortschritt beim Infrastrukturpaket und schreibt: „Die QMAGAts machen sich in die Hose, weil Biden heute einen Erfolg hatte, indem er einen parteiübergreifenden Infrastrukturvertrag vermittelte, der wahrscheinlich GQP-Stimmen einbringen wird. Und so fabriziert die Trollmaschinerie #CreepyJoe als – was? Eine Ablenkung? Ein überzeugendes Gegenargument? Wie auch immer – hier ist jemand wirklich Gruseliges für Euch“. Dazu verlinkte auch er Fotos von Donald Trump. Ein US-amerikanischer Podcaster nahm den flüsternden Biden jedoch als Anlass für einen Witz: „BIDEN: Soll ich das mit dem Flüstern machen? PRAKTIKANT: Auf jeden Fall.“ (aka)

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