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Fotos zeigen aberwitzige Notizen für Biden bei Treffen: „Nehmen Sie den Platz ein“ und „Stellen Sie eine Frage“

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Von: Marcus Giebel

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Joe Biden schaut zur Seite und führt die linke Hand als Faust zum Mund
Schriftliche Hilfestellung: US-Präsident Joe Biden schwört bei Treffen auf Notizen. © JONATHAN ERNST/afp

Joe Biden hat als US-Präsident eine Menge Arbeit vor der Brust. Da ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Der Demokrat behilft sich mit detailverliebten Notizen.

München - Der Terminplan von Staats- und Regierungschefs ist prall gefüllt, der Tagesablauf folglich minutiös getaktet. Da kann es schon helfen, einen exakten Ablauf festzulegen - allein schon, um bei dem zuweilen garantierten Stress nicht den Überblick zu verlieren. Und im allerschlimmsten Fall sogar einen Programmpunkt zu verschwitzen.

Natürlich stehen Spitzenpolitikern persönliche Assistenten zur Verfügung, die sich zumeist in Rufweite aufhalten oder einfach schnell zu greifen sind. Und dennoch können Notizen, die immer zur Hand sind, nie schaden. Weil beim Tanz auf den diversen Hochzeiten doch mal der Moment kommen kann, an dem das Oberhaupt einer ganzen Nation kurzzeitig seinen Kopf verliert.

Bidens aberwitzige Notizen: Bei Treffen mit Windkraftindustrie acht Punkten gefolgt

Die Notizen sollten dann aber selbstredend ein Geheimnis bleiben - was im Grunde schon für ihre bloße Existenz gilt. Schließlich sind sie weder für die Augen der Gesprächspartner, noch für die der Öffentlichkeit im Allgemeinen bestimmt.

Das weiß ganz sicher auch Joe Biden. Was ihn jedoch nicht davon abhielt, sein Notizblatt bei einem Treffen mit Vertretern der Windkaftindrustrie derart offen in den Händen zu halten, dass alle Anwesenden und auch die Kameras quasi gezwungen waren, einen Blick auf das Schriftstück zu werfen.

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Biden und sein Notizblatt: Von „Betreten Sie den Raum“ bis zu „Geben Sie kurze Kommentare“

Was sich dabei offenbarte, muss schon als Detailverliebtheit par excellence beschrieben werden. Bidens Stab scheint wirklich nichts dem Zufall zu überlassen. Acht teilweise aberwitzige Punkte listete die Notiz, über die zuerst die New York Post berichtete. Los geht es mit dem Hinweis: „Betreten Sie den Roosevelt Room und begrüßen Sie die Teilnehmer.“ Bei dem Zimmer handelt es sich um einen Konferenzraum im Westflügel des Weißen Hauses, direkt gegenüber vom Oval Office.

Es folgt Punkt zwei: „Nehmen Sie Ihren Platz ein.“ In der nächsten Zeile wird Biden an den Auftritt weiterer Gäste erinnert: „Die Presse betritt den Raum.“ Damit sich der Journalistenbesuch auch lohnt und es mehr als schöne Fotos gibt, heißt es dann: „Geben Sie kurze Kommentare (zwei Minuten).“ Anschließend wäre dieser Part abgeschlossen: „Die Presse verlässt den Raum.“

Biden trifft Windkraftindustrie: Frage an Parteifreundin ist laut Notiz Pflicht

Biden jedoch ist damit noch nicht am Ende seines Pflichtprogramms angelangt. Nun steht die Aufgabe an: „Stellen Sie Liz Shuler, Präsidentin der AFL-CIO, eine Frage.“ Es folgt der wichtige Hinweis, das Shuler virtuell zugeschaltet ist. Biden braucht sich also nicht unnötig auf den ihn umgebenden Plätzen am Tisch umzuschauen. Wie auf einem Übersichtsbild des Treffens zu erkennen ist, nahmen mindestens neun Personen virtuell daran teil.

Shuler ist übrigens wie Biden Demokratin. AFL-CIO steht für „American Federal of Labor and Congress of Industrial Organizations“, auf deutsch „Amerikanischer Gewerkschaftsbund und Kongress der Industriegewerkschaften“. Aber das weiß Biden offensichtlich auch ohne Notizen. Genau wie das Thema der zu stellenden Frage.

Biden und schriftliche Notizen: Vor einem Jahr auf „etwas an Ihrem Kinn“ hingewiesen

Zwei Punkte stehen aber noch aus. Und die lassen keine Fragen offen. So weist das Blatt Papier ihn darauf hin: „Bedanken Sie sich bei den Teilnehmern.“ Zu guter Letzt dann: „Verlassen Sie den Raum.“ Letztlich scheint alles gut gegangen zu sein. Womit das Notizblatt seine Aufgabe erfüllte.

Dass Biden auch auf spontane Hinweise reagiert, zeigte sich vor knapp einem Jahr bei einer Runde mit Gouverneuren wegen der Waldbrände in einigen Teilen der USA. Damals saß der US-Präsident alleine an einem kleinen Tisch und bekam vor laufenden Kameras einen Zettel zugesteckt, während seine Vize-Präsidentin Kamala Harris sprach.

Nachdem er die Nachricht studiert hatte, wischte sich Biden über sein Kinn und schaute längere Zeit auf seine Hand. Anschließend führte er diese zum Mund. Später offenbarte sich, dass auf dem Zettel stand: „Sir, Sie haben da etwas an in Ihrem Kinn.“ Auch das hätte wohl ein Geheimnis bleiben sollen. Aber nicht mit Biden, der auch diesen Zettel für alle Beobachter sichtbar in die Kamera hielt. (mg)

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