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Iran: US-Präsident Biden ernennt neuen Chefunterhändler - der ist im Nahen Osten kein Unbekannter

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Von: Kai Hartwig

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US-Präsident Joe Biden spricht während einer Veranstaltung zur amerikanischen Produktion im South Court Auditorium auf dem Gelände des Weißen Hauses.
US-Präsident Joe Biden will eine Lösung im Atomstreit mit dem Iran. © Evan Vucci/dpa/picture alliance/AP

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran halten an. Nun könnte Bewegung in den Atomstreit beider Länder kommen. Präsident Joe Biden holt einen bekannten Fachmann ins Boot.

Washington D.C/Teheran – Das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran ist derzeit angespannt. In Teheran hoffte man durch den Machtwechsel im Weißen Haus auf ein wenig Entspannung.

Doch auch der neue US-Präsident Joe Biden setzte im Streit um das Atomabkommen beider Nationen zunächst auf Härte. Die Vereinigten Staaten werfen dem Iran Vertragsbruch vor. Deshalb forderte Außenminister Antony Blinken schon an seinem ersten Tag im Amt von Teheran, die Vertragspunkte des Atomabkommens einzuhalten. Nur dann würden die USA ihre Sanktionen wieder lockern. „Es wird ein langer Weg. Das Ganze wird dauern“, befürchtete Blinken.

Iran: US-Präsident Biden will Atomstreit diplomatisch lösen - Malley neuer Chefunterhändler

Allerdings hat Biden die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung der Differenzen beider Staaten noch nicht aufgegeben. Deshalb ernannte er mit Robert Malley einen anerkannten Fachmann zum neuen Iran-Beauftragten seiner Regierung.

Malley ist im Nahen Osten kein Unbekannter. Er war US-Chefunterhändler bei den Gesprächen über einen Atomvertrag mit Teheran. Malley verfügt über sehr gutes Netzwerk im Iran, der Diplomat pflegt zu vielen Politikern des Landes persönlichen Kontakt.

Nun ist er der Hoffnungsträger auf eine Konfliktlösung im Atomstreit zwischen den USA und dem Iran. Zudem soll Malley bereits mit Regierungsvertretern aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien in Kontakt stehen. Gemeinsam möchte man die Gespräche mit dem Iran wieder in Schwung bringen.

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Iran: USA schicken Bomber in den Nahen Osten

Doch auch die neue US-Regierung unter dem erst seit knapp zwei Wochen amtierenden Präsidenten Biden zeigte sich entschlossen. Als Zeichen der Stärke entsandte das Pentagon einen B 52-Bomber von einer Luftwaffenbasis im US-Bundesstaat Louisiana in den Nahen Osten. Ein solches Flugzeug, das Atomwaffen tragen kann, hatte auch Ex-Präsident Donald Trump zuvor dreimal zu einem Rundflug über den Iran geschickt.

Bei der iranischen Regierung kam dies nicht gut an. „Faktenscheck für @SecBlinken: Die USA haben den JCPOA verletzt“, schrieb Außenminister Mohammad Dschavad Zarif auf Twitter. Der Iran will erst einlenken, wenn die US-Sanktionen aufgehoben werden. Andernfalls werde man die Vertragsgrenzen bei der Urananreicherung weiterhin ignorieren. (kh)

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