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Joe Biden bestätigt Untersuchung in Narkose: Kamala Harris kurzzeitig erste Präsidentin der USA

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Von: Astrid Theil

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Joe Biden, Präsident der USA, umarmt US-Vizepräsidentin Kamala Harris während seiner Rede bevor er das Infrastrukturgesetz während einer Zeremonie auf dem South Lawn des Weißen Hauses unterzeichnen wird.
US-Präsident Joe Biden übergab am Freitag seine Amtsgewalt kurzzeitig der Vize-Präsidenten Kamala Harris. © Susan Walsh/dpa

Der bislang älteste Präsident der USA, Joe Biden, unterzog sich am Freitag mehreren Untersuchungen. In diesem Zusammenhang übernahm Vize-Präsidentin Kamala Harris kurzzeitig die Amtsgewalt.

Washington D.C. - US-Vizepräsidentin Kamala Harris war am Freitag (19. November) kurzzeitig amtierende US-Präsidentin. Joe Biden hatte seine Amtsgewalt an seine Stellvertreterin Harris übergeben, wodurch in den USA erstmals eine Frau an der Staatsspitze stand - wenn auch nur für kurze Zeit.

Der Grund für die Machtübertragung war nach Angaben des Weißen Hauses eine Darmspiegelung, bei der US-Präsident Joe Biden kurzzeitig unter Vollnarkose stand. Nach der Untersuchung habe Biden Harris angerufen und sei guter Dinge gewesen, als er die Amtsgeschäfte nach etwa 85 Minuten wieder übernommen hat. Dies teilte seine Sprecherin Jen Psaki am Freitag (19. November) über Twitter mit.

Wegen Narkose: kurzzeitige Übertragung der Amtsgewalt auch unter George W. Bush

Der verfassungsrechtlichen Vorschrift entsprechend informierte Biden die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, und den amtierenden Senatspräsidenten, Patrick Lehy, schriftlich über die Abgabe und Wiederaufnahme der Amtsgewalt als US-Präsident. Harris arbeitete in der Zeit als amtierende Präsidentin in ihrem Büro im Westflügel des Weißen Hauses.

Die kurzzeitige Übertragung der Amtsgewalt kam bereits unter dem ehemaligen Präsidenten George W. Bush vor. Auch dieser übergab die Amtsgewalt wegen Vorsorgeuntersuchungen unter Vollnarkose in den Jahren 2002 und 2007 für kurze Zeit an seinen Vizepräsidenten.

Jährliche Gesundheitschecks der US-Präsidenten: Joe Biden weiterhin amtsfähig

Bei der Untersuchung handelte es sich laut Informationen des Weißen Hauses um eine normale Routineuntersuchung im Militärkrankenhaus Walter Reed bei Washington. Für US-Präsidenten ist es Routine, sich mindestens einmal im Jahr im Walter Reed-Krankenhaus untersuchen zu lassen. In der Regel werden im Anschluss an diese Untersuchungen auch Informationen zum Gesundheitszustand des Präsidenten veröffentlicht.

Dies ist auch bei Joe Biden der Fall, der am Freitag seinen 79. Geburtstag feierte und damit der bislang älteste US-Präsident ist. Nach dem umfangreichen Gesundheitscheck wurde seine Amtsfähigkeit und ein guter gesundheitlicher Allgemeinzustand offiziell bestätigt. Der Arzt im Weißen Haus, Kevin O‘Connor, äußerte sich diesbezüglich eindeutig: „Der Präsident bleibt ein gesunder, kräftiger 78 Jahre alter Mann, der fit ist, erfolgreich die Pflichten der Präsidentschaft auszuüben“.

Ältester Präsident der USA: Joe Biden hat Arthritis

Dennoch listete der Arzt auch mehrere Beschwerden des US-Präsidenten auf. Laut seines Berichts zeige Biden beim Gehen „merklich steifere und weniger flüssige“ Bewegungen als noch vor einem Jahr auf. Darüber hinaus sei auch eine „zunehmende Häufigkeit und Schwere von Räuspern und Husten“ bei öffentlichen Reden bemerkbar. Beide Beschwerden seien jedoch nicht auf eine ernsthafte Erkrankung zurückzuführen und demnach kein unmittelbarer Grund zur Sorge.

Der Präsident leide laut Angaben des Berichts unter Arthritis, also einer entzündlichen Gelenkerkrankung. Erhöhte Blutfettwerte und ein Vorhofflimmern habe man durch eine Behandlung gut in den Griff bekommen. Bei speziellen Herz-Untersuchungen wurde festgestellt, dass Joe Biden „keine Anzeichen für Herzinsuffizienz“ zeige. Außerdem sei die Sehkraft des Präsidenten gut.

Zweite Amtszeit trotz 79 Jahren - Biden zieht erneute Kandidatur in Betracht

O‘Connor betonte darüber hinaus, dass Biden nicht rauche, keinen Alkohol trinke und insgesamt fünfmal pro Woche Sport treibe. Der US-Präsident ist laut Bericht normalgewichtig und nehme drei verschreibungspflichtige und zwei frei erhältliche Medikamente zu sich.

Biden hatte Ende 2019 bereits während seiner Wahlkampfes für das Präsidentenamt ein medizinisches Attest vorgelegt, das seine gute Gesundheit bescheinigte. Der US-Präsident zieht eine erneute Präsidentschaftskandidatur bei der nächsten Wahl im Jahr 2024 in Betracht. Allerdings gibt es Zweifel, ob Biden angesichts seines hohen Alters eine zweite Amtszeit anstreben wird. at

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