US-Präsident Joe Biden sitzt im Oval Office des Weißen Hauses in Washington am Schreibtisch und telefoniert.
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Joe Biden überraschte eine US-Bürgerin mit einem Telefonanruf.

Persönliches Telefongespräch

Arbeitslose schreibt Biden Brief - der überrascht sie: „Wieder ein richtiger Präsident“

  • vonKai Hartwig
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Seit Ende Januar ist Joe Biden der neue Präsident der USA. Der Demokrat geht sein Amt anders als Vorgänger Donald Trump an. Und setzt dabei auf mehr Bürgernähe.

Washington D.C. – Von einem persönlichen Gespräch mit dem wohl mächtigsten Mann der Welt träumen viele Menschen. Für eine Frau aus Kalifornien wurde der Traum wahr. US-Präsident Joe Biden überraschte sie mit einem Anruf direkt aus dem Oval Office.

Mit Michele, einer Mutter aus dem nordkalifornischen Roseville, sprach Biden am Telefon über deren Nöte. Die Frau hatte aufgrund der Corona-Pandemie ihren Job verloren. Michele hatte dem Präsidenten nach Angaben des Weißen Hauses zuvor einen Brief geschrieben. In diesem schilderte sie Biden ihre Probleme sowie ihre Suche nach einer neuen Stelle.

US-Präsident Joe Biden überrascht arbeitslose Frau mit Telefonanruf

„Wie gehts Ihnen, Michele?“, fragte das Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten. Die erzählte dem Präsidenten, dass sie erstmals in ihrem Leben arbeitslos geworden sei. Biden zeigte Verständnis für die Sorgen von Michele. „Mein Vater hat immer gesagt, ein Job ist viel mehr als nur ein Gehaltsscheck“, entgegnete der Präsident. „Es geht auch um Würde, um Respekt, um deinen Platz in der Gesellschaft.“

Michele zeigte sich beeindruckt und antwortete: „Wir sind so froh, dass es sie gibt. Wir sind so froh, dass Sie sich nun um die Bekämpfung der Pandemie kümmern.“ Außerdem überbrachte die Frau aus Kalifornien dem Präsidenten die frohe Botschaft, dass Ihre Eltern kürzlich ihren Impftermin bekommen hätten. „Das ist großartig“, freute sich Biden.

Ein Video des Telefongesprächs verbreitete das Weiße Haus via Twitter. Darin wirbt Biden auch für sein geplantes, Billionen Dollar schweres Corona-Hilfspaket. Das sieht unter anderem direkte Hilfszahlungen für Millionen durch die Pandemie in Not gekommene US-Bürger vor.

Video: US-Corona-Hilfen - Biden und Republikaner nähern sich an

US-Präsident Joe Biden will regelmäßig mit Bürgern telefonieren

Der Anruf des Präsidenten ist Teil einer neuen Dialog-Kampagne der neuen US-Regierung. Biden will nach Angaben seiner Sprecherin Jen Psaki künftig „regelmäßig direkt mit den Amerikanern kommunizieren“. Seinem Vorgänger Donald Trump wurde oft Gleichgültigkeit vorgeworfen, wenn es um den Umgang mit US-Bürgern ging, denen die Corona-Krise schwer zugesetzt hatte. Biden setzt auf Mitgefühl, dies will er mit den Telefonaten mit den Leidtragenden der Corona-Pandemie zeigen.

Der Großteil der Twitter-User lobte Bidens Initiative. „Ein sich sorgender Präsident, der sich um alle Amerikaner kümmert“, schrieb ein Nutzer. „Wir können uns glücklich schätzen, wieder einen richtigen Präsidenten zu haben“, meinte eine Userin spitz - bezogen auf Vorgänger Donald Trump. Doch es gab auch leise Kritik. „Machen wir uns nichts vor. Präsidenten bekommen hunderttausende solcher Briefe und Mails“, gab ein weiterer Nutzer zu bedenken, “und ein riesiger Mitarbeiterstab pickt diejenigen raus, die sich für ein gutes PR-Stück wie dieses eignen“.

Ob Biden die Nöte und Sorgen der US-Bürger erhört und diese auch mit den richtigen politischen Maßnahmen bekämpft, werden die kommenden Wochen und Monate zeigen. Jetzt muss der Präsident den netten Worten auch Taten folgen lassen. (kh)

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