Die Bildkombo zeigt den zweiten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, John Adams (l, Amtszeit 1797-1801), und seinen Sohn John Quincy Adams, der von 1825-1829 US-Präsident war, auf undatierten Illustrationen
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Auch John Adams Sohn John Quincy Adams wurde zum US-Präsidenten gewählt

Der zweite US-Präsident

John Adams: Leben und Karriere des US-Präsidenten

John Adams war der zweite US-Präsident

  • John Adams war einer der Gründerväter der USA und Mitunterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung.
  • Von 1797 bis 1801 war Adams zweiter Präsident der Vereinigten Staaten.
  • Mit seiner Frau Abigail hatte er fünf Kinder – einer ihrer Söhne wurde später ebenfalls US-Präsident.

John Adams (30. Oktober 1735 - 4. Juli 1826) war zweiter Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und einer der bedeutendsten Politiker in der Gründungsphase der USA. Der 1735 in Massachusetts geborene Adams stammte aus einfachen Verhältnissen, genoss jedoch trotzdem eine sehr gute Ausbildung. Sehr früh machte sich der fleißige und intelligente Adams einen Namen als fähiger Anwalt. In der Zeit der amerikanischen Revolution machte sich Adams stark für die Rechte der amerikanischen Kolonisten gegenüber der britischen Krone. Er war einer der Unterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und arbeitete viele Jahre als amerikanischer Diplomat in Europa. Unter dem ersten US-Präsidenten George Washington (22. Februar 1732 - 14. Dezember 1799) diente Adams als Vizepräsident. 1797 wurde er zu Washingtons Nachfolger gewählt und behielt das Amt bis zu seiner Abwahl im Jahr 1801.

John Adams: Elternhaus und Bildung

John Adams wurde am 19. Oktober 1735 in Braintree in Suffolk County in der damaligen Province of Massachusetts Bay geboren. Seine Familie väterlicherseits war bereits 1636 in die Provinz ausgewandert. Adams Vater John arbeitete als Schuster und bewirtschaftete als Bauer rund 20 Hektar Land. Sein Vater legte großen Wert auf Bildung und schickte John Junior nach dem Besuch der Grundschule auf eine Lateinschule. Seine Mutter Susanna brachte ihm frühzeitig das Lesen bei. Als Erstgeborener von drei Söhnen wurde John von seinen Eltern besonders gefördert und von der Mitarbeit auf der Farm befreit. 1751 ging Adams zum Studium an das Harvard College, wo er folgende Fächer studierte:

  • Griechisch
  • Latein
  • Logik
  • Physik
  • Rhetorik

Zudem belegte er die Fächer Moralphilosophie und Metaphysik. Nach seinem Studienabschluss kehrte Adams 1755 in seinen Heimatort zurück, wo er kurzfristig als Lateinlehrer tätig war. Ein Jahr später entschied er sich, eine Lehre bei James Putnam, einem der führenden Anwälte der Provinz, zu beginnen.

John Adams: Beginn der Anwaltstätigkeit

Neben seiner Tätigkeit als Lehrer bildete sich Adams im Rechtswesen fort. 1758 erhielt er seine Anwaltszulassung und begann in Braintree als Anwalt zu praktizieren. In seinen ersten Jahren als Anwalt nahm Adams ein breites Spektrum von Rechtsfällen in Massachusetts an. Schließlich erhielt Adam die Zulassung für den Superior Court of Judicature. Adams schneller Aufstieg als Anwalt wird neben seiner puritanisch geprägten Leistungsorientierung auch seiner sehr guten Beobachtungsgabe zugeschrieben. 1763 veröffentlichte Adams unter einem Pseudonym in einer Zeitung erstmals Essays, die sich kritisch mit der Lokalpolitik des Vereinigten Königreiches in den amerikanischen Provinzen auseinandersetzen. Adams sprach sich darin für ein Gleichgewicht aus Monarchie, Aristokratie und Parlamentarismus aus.

John Adams: Ehefrau und Familie

Am 25. Oktober 1764 heiratete Adams die neun Jahre jüngere Abigail Smith (22. November 1744 -28. Oktober 1818), die einer angesehene Familie der Kolonie Massachusetts entstammte. Die Mutter der Braut war gegen die Heirat, da Adams in ihren Augen kein standesgemäßer Gatte für ihre Tochter war. Getraut wurde das Paar von Smiths Vater William, einem Pastor. Nach der Hochzeit zog das Ehepaar in ein neben Adams Geburtshaus gelegenes Haus in Braintree, das Adams von seinem Vater geerbt hatte. Mit dem Wachstum von Adams Anwaltspraxis zog das Ehepaar später nach Boston.

Innerhalb von acht Jahren gingen aus der Ehe fünf Kinder hervor, drei Söhne und zwei Töchter. Der zweitgeborene Sohn John Quincy Adams (11. Juli 1767 – 23.02.1848) wurde später wie sein Vater US-Präsident. Abigail Adams soll zeitlebens eine willensstarke und selbstbewusste Frau gewesen sein, die eine gleichberechtigte Ehe mit ihrem Gatten führte und großen Einfluss auf die Politik ihres US-Präsidentengatten ausübte. Sie setzte sich unter anderem für Frauenrechte ein.

John Adams: Teilnahme an der amerikanischen Revolution

In den 1760er-Jahren begann Adams, die Autorität Großbritanniens im kolonialen Amerika in Frage zu stellen. Er betrachtete die britische Auferlegung hoher Steuern und Zölle als ein Mittel der Unterdrückung und glaubte nicht mehr daran, dass die Regierung in London die Interessen der Kolonisten im Auge hatte. Er war ein Kritiker des Stamp Act von 1765, mit dem die Briten in den nordamerikanischen Kolonien eine Steuer auf juristische Dokumente, Zeitungen und Spielkarten erhoben. Adams sprach sich auch gegen die Townshend Acts von 1767 aus, mit denen Zölle auf Waren wie Papier, Glas und Tee erhoben wurden, die nach Amerika importiert wurden.

Trotz seiner Einwände gegen die seiner Meinung nach ungerechte Besteuerung durch die Briten vertrat Adams die britischen Soldaten, die des Mordes im Boston-Massaker vom März 1770 angeklagt waren. Adams wollte sicherstellen, dass die Soldaten – die angeklagt waren, in eine unruhige Menge von Zivilisten in Boston geschossen und fünf Menschen getötet zu haben – einen fairen Prozess erhielten.

John Adams: Einer der führenden Köpfe des Kontinentalkongresses

Im Jahr 1774 nahm Adams als Delegierter aus Massachusetts am Ersten Kontinentalkongress in Philadelphia teil. Der Kontinentalkongress diente von 1774 bis 1789 als Regierung der 13 amerikanischen Kolonien und später der Vereinigten Staaten. Als Delegierter des Zweiten Kontinentalkongresses schlug Adams 1775 George Washington als Kommandeur der Kolonialtruppen im gerade begonnenen Amerikanischen Revolutionskrieg (1775-1783) vor. Als Delegierter des Kongresses nominierte Adams später Thomas Jefferson (13. April 1743 - 4. Juli 1826) für den Entwurf der Unabhängigkeitserklärung, die Adams später ebenfalls unterzeichnete.

John Adams: Diplomatische Missionen in Europa

Im Jahr 1778 wurde Adams nach Paris geschickt, um Hilfe für die Sache der amerikanischen Kolonisten zu organisieren. Im folgenden Jahr kehrte er nach Amerika zurück und arbeitete als Hauptverfasser der Verfassung von Massachusetts, der ältesten erhaltenen schriftlichen Verfassung der Welt. In den frühen 1780er-Jahren war Adams wieder in Europa und diente in diplomatischer Funktion. Im Jahr 1783 unterstützte er die Verhandlungen über den Vertrag von Paris, der offiziell die Feindseligkeiten zwischen Amerika und Großbritannien beendete.
Nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg blieb Adams in Europa und diente von 1785 bis 1788 als erster Botschafter der Vereinigten Staaten in Großbritannien. Nach seiner Rückkehr nach Amerika war er Teilnehmer des Verfassungskonvents, der Washington als ersten Präsidenten der Nation nominierte. Adams setzte sich für die Vizepräsidentschaft ein und gewann. Im Unterschied zu den heutigen Präsidentschaftswahlen wurden seinerzeit der Präsident und der Vizepräsident noch getrennt gewählt.

John Adams: Der zweite US-Präsident

Im März 1797 tat Adams sein Amt als zweiter US-Präsident an. Seine Präsidentschaft wurde schnell mit auswärtigen Angelegenheiten in Anspruch genommen. Großbritannien und Frankreich befanden sich im Krieg, was den amerikanischen Handel negativ beeinträchtigte. Während seiner Amtszeit konnte Washington seine Neutralität bewahren. 1798 brach ein unerklärter Seekrieg zwischen den USA und Frankreich aus, der bis zum Abschluss eines Friedensvertrages im Jahr 1800 andauerte.

Adams verspielte seine Popularität als Präsident, indem er 1798 den sogenannten „Alien and Sedition Act“ unterzeichnete. Angeblich zum Schutz amerikanischer Interessen geschrieben, gaben die Gesetze der Regierung weitreichende Befugnisse, um „feindliche“ Ausländer zu deportieren und jeden zu verhaften, der mit der Regierung nicht einverstanden war. Viele Amerikaner, die sich von einer unterdrückerischen Regierung getrennt hatten, befürchteten, dass ihre neue Regierung zu ähnlichen Taktiken greifen könnte. Obwohl die Gesetze nie missbraucht wurden, schadeten sie Adams und trugen dazu bei, ihn die Wahl im Jahr 1801 zu kosten.

John Adams: Letzte Jahre

Nach seiner Präsidentschaft genoss Adams einen langen und produktiven Ruhestand. Er und seine Frau kehrten nach Massachusetts zurück und der ehemalige Präsident verbrachte das nächste Vierteljahrhundert damit, Kolumnen, Bücher und Briefe zu schreiben. Im Jahr 1812 begann er einen Briefwechsel mit seinem alten Rivalen Thomas Jefferson, dem dritten US-Präsidenten. Die Korrespondenz zwischen den beiden Ex-Präsidenten dauerte für den Rest ihres Lebens an.

Abigail Adams starb 1818, aber John Adams lebte lange genug, um zu erleben, wie sein Sohn John Quincy Adams 1824 zum sechsten Präsidenten der USA gewählt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war John Adams einer der letzten lebenden Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung. Am 4. Juli 1826 (dem 50. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung) sprach der 90-jährige Gründervater seine letzten Worte: „Thomas Jefferson lebt noch.“ Er starb später an diesem Tag. Was er nicht wusste, war, dass früher am Morgen auch Jefferson verstorben war.

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