Ein Bild zeigt US-Präsident John F. Kennedy und seine Familie im Hyannis Port, Massachusetts, USA
+
John F. Kennedy mit seiner Ehefrau Jacqueline und ihren beiden Kindern

Der 35. Präsident der Vereinigten Staaten

John F. Kennedy: Leben und Karriere des US-Präsidenten

John F. Kennedy wurde zu einer Ikone und ist bis heute einer der beliebtesten US-Präsidenten.

  • John F. Kennedy wurde 1960 zu einem der jüngsten und zum ersten römisch-katholischen Präsidenten der USA gewählt
  • Aus seiner Ehe mit Jacqueline Kennedy gingen zwei Kinder hervor
  • Kennedy wurde 1963 bei einem Schussattentat ermordet

John F. Kennedy (*29.5.1917, †22.11.1963) gehört bis heute zu den bekanntesten und beliebtesten Präsidenten in der Geschichte der USA. 1960 wurde er im Alter von 43 Jahren einer der jüngsten US-Präsidenten und der erste Präsident römisch-katholischen Glaubens. In eine der wohlhabendsten Familien Amerikas hineingeboren, nutzte Kennedy seine Elite-Ausbildung und seinen Ruf als Kriegsheld für eine erfolgreiche Kandidatur für den US-Kongress im Jahr 1946 und den Senat im Jahr 1952. Gemeinsam mit seiner Frau Jacqueline (*28.7.1929, †19.5.1994) brachte Kennedy eine noch nie dagewesene Aura von Jugend und Glamour in das Weiße Haus.

Seine Präsidentschaft war geprägt von zahlreichen außenpolitischen Spannungen und Krisen, unter anderem in Kuba, Berlin und Vietnam. 1962 führte die Konfrontation der USA mit der Sowjetunion in der Kuba-Krise die Welt an den Rand eines Atomkrieges. Am 22. November 1963 wurde Kennedy bei einem Attentat in Dallas, Texas erschossen. Die offiziell bestätigte Einzeltätertheorie ist bis heute umstritten. Seine Ermordung machte Kennedy zu einem der ikonischsten Präsidenten der USA.

John F. Kennedy: Kindheit und Jugend

John F. Kennedy (Spitzname Jack) wurde am 29. Mai 1917 in Brookline, Massachusetts als zweites von neun Kindern geboren. Seine Eltern, Joseph (*1888, †1969) und Rose Kennedy (*1890, † 1995) gehörten zu den prominentesten irisch-katholischen Politikerfamilien Bostons. Als Kind aus einem wohlhabenden Elternhaus genoss Kennedy eine sehr privilegierte Jugend. Die Familie besaß unter anderem Ferienhäuser am Meer in Massachusetts und in Florida. Da sein Vater in seiner Tätigkeit als Investment-Unternehmer viel herumreiste, musste die Familie mehrfach umziehen. John F. Kennedy besuchte deshalb mehrere Privatschulen in verschiedenen Bundesstaaten. Bereits früh hatte Kennedy mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Nach dem Schulabschluss plante Kennedy ein Studium an der renommierten London School of Economics, musste jedoch aufgrund einer Erkrankung in die USA zurückkehren. Auch ein Studium an der Princeton University brach er aufgrund gesundheitlicher Probleme ab. Im Zeitraum 1936 bis 1940 absolvierte Kennedy schließlich ein Studium der Politischen Wissenschaften an der berühmten Harvard University in Boston.

John F. Kennedy: Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg

1941 trat John F. Kennedy in die U.S. Navy ein und begann seinen Dienst beim Nachrichtendienst der Marine in Washington. 1942 wurde er für den Dienst zur See ausgebildet und ein Jahr später in den Südpazifik beordert, wo er das Kommando über ein Patrouillen-Torpedoboot erhielt. Im August 1943 wurde das Boot von einem japanischen Zerstörer bei den Salomon-Inseln versenkt. Kennedy half angeblich einigen seiner gestrandeten Kameraden zurück in Sicherheit und wurde für seinen Heldenmut mit der Navy und Marine Corps Medal ausgezeichnet. Sein älterer Bruder, Joe Jr. (*25.7.1915, †12.8.1944), kam hingegen bei einem Fliegerangriff auf Deutschland ums Leben. Der trauernde Vater sagte John nach dem Tod seines Bruders, dass es nun seine Pflicht sei, das Schicksal zu erfüllen, das einst für Joe Jr. vorgesehen war: Der erste katholische Präsident der Vereinigten Staaten zu werden.

John F. Kennedy: Einstieg in die Politik

Nachdem Kennedy seine Pläne, Journalist zu werden, aufgegeben hatte, verließ er Ende 1944 die Navy. Ein Jahr später kehrte er nach Boston zurück und bereitete sich auf eine Kandidatur für den US-Kongress im Jahr 1946 vor. Als gemäßigt konservativer Demokrat und unterstützt durch das Vermögen seines Vaters gewann Kennedy die Nominierung seiner Partei mit Leichtigkeit und setzte sich in seinem Wahlbezirk mit großem Vorsprung gegen seinen republikanischen Gegner durch. Im Januar 1947 trat er im Alter von nur 29 Jahren in den Kongress ein und zog wegen seines jugendlichen Aussehens und seines entspannten, informellen Stils sehr schnell die Aufmerksamkeit des politischen Establishments in Washington D.C. auf sich. In den Jahren 1948 und 1950 wurde Kennedy als Abgeordneter des Repräsentantenhauses wiedergewählt und kandidierte 1952 erfolgreich für den Senat. Zwei Jahre später musste sich Kennedy einer Rückenoperation unterziehen. Die Erholungsphase nach der Operation nutzte er, um den Bestseller „Profiles in Courage“ zu schreiben, der 1957 den Pulitzer-Preis für Biografie gewann.

John F. Kennedy: Der Weg ins Weiße Haus

Nachdem Kennedy bereits 1956 nur knapp die Nominierung seiner Partei für das Amt des Vizepräsidenten verfehlte, gab er im Januar 1960 seine Kandidatur für das Präsidentenamt bekannt. Er gewann die Vorwahlen der demokratischen Partei und trat anschließend im Präsidentschaftswahlkampf gegen seinen republikanischen Gegner Richard Nixon (*9.1.1913, †22.4.1994) an, der unter Präsident Eisenhower (*14.10.1890, †28.3.1969) zwei Jahre lang Vizepräsident war. Kennedy bot eine junge und energische Alternative zu Nixon und den damaligen politischen Status quo in den USA. Vor allem profitierte John F. Kennedy von seinen telegenen und wortgewandten Auftritten in den allerersten Fernsehdebatten im US-Präsidentschaftswahlkampf, die von einem Millionenpublikum verfolgt wurden. Bei der Wahl im November 1960 gewann Kennedy mit einem sehr knappen Stimmenvorsprung gegen Nixon und wurde als jüngster Mann und erster Katholik zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt.

John F. Kennedy: Amtsantritt als Präsident

Mit seiner schönen jungen Frau Jacqueline und ihren beiden kleinen Kindern verliehen die Kennedys dem Weißen Haus eine noch nie dagewesene Aura von Jugend und Glamour. In seiner Antrittsrede am 20. Januar 1961 rief der neue Präsident seine amerikanischen Mitbürger dazu auf, gemeinsam für den Fortschritt und die Beseitigung der Armut zu kämpfen, aber auch im anhaltenden Kalten Krieg den Kommunismus in aller Welt zu bekämpfen und zu besiegen. Kennedys berühmt gewordenen Schlussworte brachten die Notwendigkeit der Zusammenarbeit und der Opferbereitschaft des amerikanischen Volkes zum Ausdruck: „Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann; fragt, was ihr für euer Land tun könnt.“

Bereits wenige Monate nach seinem Amtsantritt war der junge US-Präsident mit seiner ersten außenpolitischen Krise konfrontiert. Im April 1961 genehmigte Kennedy den Plan, knapp 1.500 von der CIA ausgebildete kubanische Exilanten in einer amphibischen Landung nach Kuba zu entsenden, um den kommunistischen Staatschef Fidel Castro (*13.8.1926, †25.11.2016) zu stürzen. Die Invasion in der Schweinebucht endete in einem Desaster, da fast alle Exilanten gefangen genommen oder getötet wurden. Eine weitere außenpolitische Krise drohte, als Ende 1961 ostdeutsche Truppen mit dem Bau der Berliner Mauer begannen. Kennedy schickte als Reaktion einen Armeekonvoi, um den West-Berlinern die Unterstützung der USA zuzusichern. In Südostasien führte Kennedys Politik der Eindämmung des Kommunismus jedoch dazu, dass die USA immer tiefer in den Konflikt in Vietnam hineingezogen wurde. Trotz seiner privaten Bestürzung über die Eskalation in Vietnam unternahm Kennedy wenig, um den Konflikt zu deeskalieren.

John F. Kennedy: Die Kuba-Krise

Im Oktober 1962 ereignete sich Kennedys schwerste außenpolitische Krise, die die Welt an den Rand eines Atomkriegs brachte. Nachdem Kennedy erfahren hatte, dass die Sowjetunion mit der Errichtung von Basen für Langstreckenraketen und Atomwaffen auf Kuba begonnen hatte, die eine direkte Bedrohung des nahen Festlandes der USA darstellten, kündigte der US-Präsident eine Seeblockade Kubas an. Fast zwei Wochen lang dauerte das angespannte Patt zwischen Kennedy und dem sowjetischen Staatschef Chruschtschow (*15.4.1894, †11.9.1971) an, bei dem die ganze Welt den Atem anhielt. Am Ende gab Chruschtschow nach und stimmte dem Abbau der Raketenbasen auf Kuba zu. Im Gegenzug sicherte ihm Kennedy zu, keine weitere Invasion der Insel zu planen und die in der Türkei und anderen Staaten in der Nähe der Sowjetunion stationierten US-Raketen abzuziehen. Im Juli 1963 errang Kennedy seinen größten außenpolitischen Erfolg, als er Chruschtschow überzeugen konnte, einem Verbot von Atomwaffentests zuzustimmen.

John F. Kennedy: Ehe und Affären

1951 lernte John F. Kennedy auf einer Dinnerparty die zwölf Jahre jüngere Journalistin Jacqueline Lee Bouvier kennen. Zwei Jahre später heiratete das Paar in Newport, Rhode Island. Nach zwei Fehlgeburten brachte Jacqueline 1957 die Tochter Caroline (*27.11.1957) zur Welt. 1960 wurden John und Jacqueline Eltern eines Sohnes, John F. jr. (*1960, † 1999). Ein weiterer Sohn des Ehepaares starb kurz nach der Geburt. Zeitlebens galt Kennedy als Frauenheld, der eine geradezu magische Wirkung auf Frauen ausgeübt haben soll. Kennedy wurden zahlreiche außereheliche Affären nachgesagt, unter anderem mit prominenten Filmstars wie Marilyn Monroe (*1926, † 1962). Zudem nahm Kennedy erwiesenermaßen auch die Dienste von Callgirls im Weißen Haus in Anspruch. Die außerehelichen Affären Kennedys trübten im Nachhinein das makellose Image des zeitlebens außerordentlich beliebten US-Präsidenten.

John F. Kennedy: Das Attentat

Am 22. November 1963 landete Kennedy mit seiner Frau in Dallas, Texas um eine Rede zu halten. Vom Flughafen aus reiste die Gruppe in einer Autokolonne durch die Innenstadt von Dallas. Kurz nach 12:30 Uhr fielen Schüsse. Kennedy, der in einem Wagen mit offenem Verdeck saß, wurde von zwei Kugeln im Hals und im Kopf getroffen. Kurz nach seiner Ankunft in einem nahegelegenen Krankenhaus wurde der US-Präsident für tot erklärt. Unmittelbar nach der Tat wurde Lee Harvey Oswald (*1939, † 1963), ein junger Sympathisant der Kommunisten, verhaftet. Zwei Tage später wurde Oswald bei seinem Transport in ein Gefängnis vom Nachtclubbesitzer Jack Ruby (*1911, † 1967) erschossen. Sofort nach der Ermordung Kennedys tauchten Zweifel an der Beteiligung Oswalds auf und zahlreiche Spekulationen machten die Runde, dass der sowjetische Geheimdienst KGB, die Mafia oder der militärisch-industrielle Komplex der USA am Attentat beteiligt waren. Eine Untersuchungskommission unter der Leitung des Obersten Bundesrichters Earl Warren (*1891, †1974) kam jedoch zum Schluss, dass Oswald ein Einzeltäter war. Dieses Urteil ist bis heute umstritten.

Auch interessant

Kommentare