Verdacht der Steuervergehen

Antiviren-Guru McAfee tot in Gefängnis in Spanien gefunden - er sollte an die USA ausgeliefert werden

  • Momir Takac
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John McAfee ist tot. Der Software-Pionier ist leblos in einer Zelle in Barcelona entdeckt worden. Zur Todesursache gibt es einen Verdacht.

Barcelona - John McAfee gilt als Pionier in Sachen Antivirus-Software. Jetzt ist der Computerspezialist in einem Gefängnis in Spanien* tot aufgefunden worden. Das berichten unter anderen die spanischen Zeitungen El Mundo und El Pais unter Berufung auf die Justizbehörden und die Polizei von Katalonien. Der 75-Jährige sei leblos in seiner Zelle in Barcelona entdeckt worden. Wie es weiter heißt, werden die Umstände des Ablebens untersucht. Das Justizministerium geht von einem Suizid aus. Klarheit soll eine Obduktion bringen.

John McAfee drohten in den USA wegen Steuervergehen mehrere Jahre Haft

Erst am Mittwoch hatte Spaniens höchstes Gericht der Auslieferung McAfees an die USA* zugestimmt. Der Erfinder der gleichnamigen Anti-Viren-Software sollte in den Vereinigten Staaten von Amerika wegen Betrugs mit Kryptowährungen und Verschwörung zur Geldwäsche vor Gericht gebracht werden. Bei einer Verurteilung hätten ihm jahrelang Gefängnis und hohe Geldstrafen gedroht. Im August 2019 war auch der US-Milliardär Jeffrey Epstein tot in einer Gefängniszelle entdeckt worden.

US-Ermittler warfen McAfee und seinem ebenfalls angeklagten Berater und Leibwächter vor, Millionen von Dollar durch Gaunereien mit Kryptowährungen erschwindelt zu haben. Die beiden sind in insgesamt sieben Punkten angeklagt, auf die laut Justizministerium jeweils maximale Haftstrafen von fünf bis 20 Jahren stehen.

John McAfee sorgte mit abenteuerlicher Flucht für Aufsehen

McAfee hatte in den 80er Jahren das nach ihm benannte, auf Antiviren-Software spezialisierte Unternehmen McAfee gegründet, aus dem er sich in den 90er Jahren zurückzog. 2012 machte McAfee durch eine abenteuerliche Flucht durch den Dschungel Schlagzeilen, als nach einem Mord an seinem Nachbarn in Belize nach ihm gefahndet wurde. Das Verschwinden des Tengelmann-Chefs Karl-Erivan Haub ist um ein Rätsel reicher. Inzwischen wurde er für tot erklärt. (mt/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000. Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de/.

Rubriklistenbild: © Christoph Dernbach/dpa

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