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Katrin Albsteiger führt die rund 27 000 Mitglieder der Jungen Union

JU-Chefin über Landtags-Affären

Albsteiger: "Es ist ein Generationenwechsel fällig"

München - In den Landtags-Affären fällt auf: Meist griffen erfahrene CSU-Abgeordnete zu – bei Kameras & Co. JU-Chefin Katrin Albsteiger sieht die Zeit für einen Generationenwechsel gekommen.

Die 29-Jährige aus Schwaben kandidiert selbst für den Bundestag. Im Interview spricht sie über die Affären der vergangenen Wochen.

-Die Hauptpersonen der Abgeordneten-Affäre sind überwiegend ältere Herren der CSU. Zufall? Ein Argument für einen Generationswechsel?

Als JU-Vorsitzende schließe ich aus allem, dass der Generationswechsel fällig ist. Junge Leute tun Parlamenten immer gut, sie bringen neue Ideen und frisches Denken. Ich will es nicht nur daran festmachen. Aber wer heute neu in die Politik kommt, ist im Umgang mit diesen Dingen vielleicht anders sozialisiert, weiß ganz genau, worauf man heute vielleicht mehr achten muss als früher. Und dass es einen Unterschied gibt, was zwar erlaubt, aber vielleicht nicht mehr legitim ist.

-In einem Topf landen alle – frustriert das derzeit jüngere Abgeordnete besonders?

Das tut dem Beruf Politik jedenfalls nicht gut. All jene, die korrekt abrechnen, die ihre Arbeit überzeugend machen, leiden darunter. Viele jüngere Abgeordnete sind doch aus Leidenschaft in die Politik gegangen, haben Jobs aufgegeben, wo sie längst mehr verdienen und weniger unter Beobachtung stehen würden. Für die tut mir das besonders leid.

-Wie viele JU-Kandidaten wollen Sie im September in Bundestag und Landtag bringen?

Meine Zielmarke ist: insgesamt 12 plus x. Wir haben bei vielen Direktkandidaten sehr gute Chancen, wir sind auf den Listen besser platziert als letztes Mal. Ich sehe riesigen Nachholbedarf: Im Landtag sitzt unter 92 CSU-Abgeordneten gerade noch einer im JU-Alter bis 36, im Bundestag sind es zwei von 44. Das ist definitiv zu wenig.

-Sie haben den ersten Netto-Listenplatz bei der CSU für den Bundestag erkämpft. Ist die Wohnung in Berlin schon gemietet?

Nein. Ich warne grundsätzlich davor, sich zu sicher zu sein. Die zwei Wochen vor der Wahl werden entscheidend sein. Was wir da nicht brauchen können: zurücklehnen und ausruhen.

-Bleiben Sie, ob mit oder ohne Mandat, Bayerns JU-Chefin?

Die JU kann man ehrenamtlich und als Berufspolitiker führen, das habe ich bewiesen. Ich habe jetzt viel verändert, einiges angestoßen. Ich kandidiere im Oktober auf jeden Fall wieder als Landesvorsitzende, weil ich das Begonnene weiterführen will.

Christian Deutschländer

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