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Unfreiwilliger Abschied: Katrin Albsteiger muss gehen.

Landesversammlung der Jungen Union

Ein Putsch in allergrößter Eintracht

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München – Politik ist hohe Schauspielkunst. Bis hin zur Selbstverleugnung müssen das am Wochenende zwei Jungpolitiker praktizieren - bei der Landesversammlung der JU.

In großer Eintracht werden sich am Freitagvormittag die frisch gestürzte Landesvorsitzende der Jungen Union, Katrin Albsteiger (29), und ihr Rivale Hans Reichhart (31) vor die Münchner Medien begeben. Am Abend in Nürnberg wird sie abgewählt und er auf ihren Chefposten gehoben.

Sie wollen so tun, als wäre das Konsens. Textbausteine: „Einvernehmen“; „neue personelle Aufstellung“; „breitere Spitze“. Das umschreibt wolkig, dass mehrere Bezirksverbände Albsteiger das Vertrauen entzogen haben, allen voran ihre und Reichharts Heimat Schwaben sowie Oberbayern. Die Mehrheit der Delegierten bei der dreitägigen Landesversammlung war unsicher. Sie habe zu sehr auf ihre eigene Karriere geachtet, im 28 000-Mitglieder-Verband kaum Impulse gegeben, sagen Kritiker. Im Wahlkampf fiel die JU als Jubelclub auf („Horst, Horst“), der die Auftritte von Parteichef Seehofer umtänzelte.

Albsteigers Freunde sagen, sie habe der CSU bundesweit von „Spiegel“ bis Talkshows ein jüngeres, weiblicheres Gesicht gegeben. Nie seien so viele JUler in die Parlamente gerutscht wie bei den Wahlen im September. Albsteiger gelang der Sprung in den Bundestag, sie hatte sich den besten Listenplatz gesichert.

Für die sonst auf Frauenförderung bedachte CSU ist der Sturz in der männerlastigen JU ein unschöner Vorgang. Seehofer soll intern wie mehrere CSU-Größen mit Unverständnis reagiert haben. Er setzte sich aber nicht für Albsteiger ein – die Mutterpartei pflegt sich herauszuhalten. Bei seiner Rede am Samstagmittag in Nürnberg dürfte er das Thema umschiffen. Erwartet werden auch Auftritte von Markus Söder, Markus Ferber und Alexander Dobrindt. Große inhaltliche Debatten stehen nicht an.

Reichhart kündigt an, künftig verstärkt für JU-Inhalte in der CSU zu kämpfen. Er nennt als Schwerpunkte Rente, Pflege, Energiewende und Bildungspolitik. Zielmarke für seine Wahl: 70 Prozent.

Versuch der Gesichtswahrung für Albsteiger: Sie soll als Bundes-Vize nominiert werden, ein Posten ohne Reichweite, der auch erst im Herbst 2014 vergeben wird. Ein Interview stört allerdings die gespielte Harmonie: Nein, sie gehe nicht freiwillig, bekannte die 29-Jährige da. Gremien hätten sich wohl durch ihre direkte Kommunikation „geschwächt“ gesehen.  

cd

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