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Krempelt er die deutsche Politik um?Jürgen Todenhöfer verlässt die CDU und gründet neue Partei

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Von: Klaus Rimpel

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Aktivist Jürgen Todenhöfer gründet im Alter von 80 Jahren eine neue Partei
Aktivist Jürgen Todenhöfer gründet im Alter von 80 Jahren eine neue Partei. © Ingo Wagner/dpa

Wird man als Kriegsgegner belächelt? Der Ex-Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer erhebt schwere Vorwürfe gegen die CDU und verlässt die Partei. Dann gründet er eine eigene.

München - Der Ex-Bundestagsabgeordnete und Bestseller-Autor („Inside IS - 10 Tage im Islamischen Staat“) Jürgen Todenhöfer verlässt an seinem 80. Geburtstag nach 50 Jahren Mitgliedschaft die CDU*. Und: Der Münchner will mit einer neuen Partei, dem „Team Todenhöfer“ zur Bundestagswahl 2021 antreten.

„Ich bin vor 50 Jahren in die CDU eingetreten, weil sie eine hohe wirtschaftliche Kompetenz hatte und eine Partei des Friedens war. Das ist vorbei. Heute wird man in der CDU als Kriegsgegner belächelt. Und die wirtschaftliche Kompetenz der CDU nähert sich dem Nullpunkt“, so Todenhöfer gegenüber dem Münchner Merkur zu seinem Bruch mit der CDU

Jürgen Todenhöfer: Neue Partei nach Vorbild in Österreich - Seitenhieb gegen Friedrich Merz

Auch ein Friedrich Merz wisse nicht, „wo den Mittelstand der Schuh drückt – der war immer nur Aufsichtsrat und versteht nichts davon, wie ein kleines oder mittleres Unternehmen geführt werden muss.“ Die Tatsache, dass die meisten Parteineugründungen in der Geschichte der Bundesrepublik wenig erfolgreich waren, schreckt Todenhöfer nicht: „Ich war in allem, was ich bisher angepackt habe, ziemlich erfolgreich. Ich bin sicher, dass auch unsere Partei ein Erfolg wird.“

Beim Parteinamen orientiert sich Todenhöfer am „Team Kurz“, mit dem Sebastian Kurz die ÖVP in Österreich zum Erfolg führte. Das Hauptziel sei die Bundestagswahl. „Aber ich schließe nicht aus, im Frühjahr auch bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg anzutreten, wo ich einst als CDU-Abgeordneter 53 und 57 Prozent holte und immer noch viele Freunde habe“, so Todenhöfer.

Jürgen Todenhöfer: Staatliche Verschlankung und Großspenden für Parteien auf der Agenda

Einer der Kernpunkte der neuen Partei von Jürgen Todenhöfer sei die Verschlankung des Staates: „Wir wollen die Zahl der Verwaltungsstellen in Deutschland um ein Drittel reduzieren. Dieser Bürokratieabbau wird durch die Digitalisierung geradezu erzwungen – und spart 50 Milliarden pro Jahr, Geld, das wir für soziale Leistungen dringend brauchen. Ohne weitere Schulden zu machen und ohne die Steuern zu erhöhen, wie es die Grünen wollen. Außerdem wollen wir Großspenden für Parteien verbieten. Wir brauchen unabhängigere Politiker.“

Bereits 2019 unterhielten wir uns mit Jürgen Todenhöfer über den schmalen Grat zwischen „Realpolitik“ und menschenverachtenden Lügen. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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