Junge Union: Volksbefragungen bei neuen Stromtrassen

Bindlach - Die Junge Union (JU) in Bayern will sich für eine stärkere Beteiligung der Bürger bei der Energiewende einsetzen. Sie fordert, beim Bau neuer Stromtrassen oder Kraftwerken zuerst eine Volksbefragung durchzuführen.

Die Junge Union (JU) in Bayern fordert mehr Bürgerbeteiligung bei der Energiewende. Die Delegierten der JU-Landesversammlung stimmten am Samstag mit großer Mehrheit für einen Leitantrag, der eine Volksbefragung zum Bau von Stromtrassen und Kraftwerken vorsieht. Zudem sprach sich der CSU-Nachwuchs gegen die umstrittene Gewinnung von Erdgas aus tiefen Gesteinsschichten aus - allerdings nicht gegen die weitere Erforschung dieser Fracking-Technologie.

„Wir wollen nicht bei jeder Stromtrasse und nicht für jedes neue Pumpspeicherkraftwerk eine Volksbefragung, sondern erst wenn ein Gesamtkonzept für Bayern vorliegt“, betonte der JU-Landesvorsitzende Hans Reichhart in Bindlach bei Bayreuth. Nötig sei ein gesamtgesellschaftlicher Konsens bei der Energiewende - „damit wir wieder Frieden an der Energiefront herstellen.“

CSU-Chef Horst Seehofer sieht Bayern bei den erneuerbaren Energien an der Spitze: Der Freistaat steuere die 40 Prozentmarke beim Strom aus erneuerbaren Energien an. „Es gibt kein Bundesland, das sich in der Nähe befindet“, sagte Seehofer vor dem Parteinachwuchs. Reichhart betonte: „Wir sind uns mit Seehofer bei der Energiepolitik im Großen und Ganzen sehr einig.“

Umstritten war allerdings die Position zum Gas-Fracking: Zahlreiche Delegierte sprachen sich dafür aus, bereits der Erkundung der Technik eine klare Absage zu erteilten. „Diese Technologie ist höchst gefährlich. In den USA kam es schon vor, dass Gas aus der Wasserleitung kam“, warnte ein JU-Mitglied aus Oberbayern. Ein Delegierter aus Niederbayern nannte das Fracking dagegen eine Zukunftstechnologie, die man nicht von vorneherein ausschließen dürfe. „Sonst stellen wir uns wissenschaftlich ins Abseits“.

dpa

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