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Juso-Chef Kevin Kühnert.

Aufreger in Zeitungs-Interview

Juso-Chef Kühnert zeigt Merkels CDU den Stinkefinger

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Ein Mittelfinger im Stumm-Interview des SZ-Magazins brachte bereits SPD-Mann Peer Steinbrück große Kritik ein. Nun tut es ihm Kevin Kühnert gleich und reiht sich in die Reihe unglücklicher SPD-Auftritte der letzten Wochen ein.

Berlin - Schon einmal hat sich ein SPD-Politiker mit einem Stinkefinger ins Aus katapultiert. Peer Steinbrück zeigte seinen Kritikern als Kanzlerkandidat unmittelbar vor der Bundestagswahl 2013 den ausgestreckten Mittelfinger. Das Ganze im Stumm-Interview für das SZ-Magazin. Es war das Ende von „Pannen-Peer“ noch bevor die Stimmen ausgezählt waren. Die CDU, in Person von Angela Merkel, stellte auch nach der Wahl die Bundeskanzlerin.

Und nun Kevin Kühnert? Der Juso-Chef fällt durch viel Kritik an der Parteiführung der SPD, vor allem aber wegen seiner GroKo-Ablehnung auf. Er will die Regierung aus Union und SPD unbedingt verhindern, indem er für ein „Nein“ beim Mitgliederentscheid wirbt. Allerdings tut er das in den allermeisten Fällen sehr sachlich, ruhig und besonnen - und für seine 28 Jahre auf äußerst seriöse Art und Weise. Jetzt könnte er aber einen Schritt zu weit gegangen sein.

Kühnert reagiert auf Geste

Im neuen SZ-Magazin (erscheint am Freitag) ist Kühnert der Mann in der Rubrik „Sagen Sie jetzt nichts“. Auf die Frage „In CDU-Führungsrunden nennt man Sie offenbar den ,niedlichen Kevin‘. Einverstanden?“, kontert der Juso-Chef das mit einem Mittelfinger, den er sich an die Lippen legt.

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Den Vorgeschmack auf das Wortlos-Interview twitterte SZ-Journalist Michael Ebert am Mittwoch. Kühnert kommentierte den Post so: „Ich rede zu viel über die @spdde? Freitag gibt's bei „Sagen Sie jetzt nichts“ im @szmagazin u.a. einen Gruß an die @CDU.“

SPD-Politiker mit einer Reihe von Fehltritten

Keine guten Zeiten für guten SPD-Stil in den vergangenen Wochen. Einerseits das Hin und Her für eine künftige GroKo. Dann die - menschlich - derbe Entmachtung von Ex-Chef Martin Schulz inklusive eines Zitats von Sigmar Gabriel, dass mindestens despektierlich erscheint (In einem Interview erklärte Gabriel, was seine Tochter über Schulz gesagt haben soll: „Du musst nicht traurig sein, Papa, jetzt hast Du doch mehr Zeit mit uns. Das ist doch besser als mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht.“). Inzwischen hat sich Gabriel immerhin dafür entschuldigt.

Und nicht zu vergessen Andrea Nahles. Die wohl künftige Anführerin der SPD vergriff sich gleich nach der Bundestagswahl im Ton: „Aber ab morgen kriegen sie in die Fresse.“ Gemeint war die künftige Bundesregierung um Union, Grüne und FDP. Auf dem Parteitag der Genossen bezeichnete sie den CSU-Landesgruppenchef als „blöden Dobrindt“.

Kühnert reiht sich mit seiner provokanten Geste nun in die Riege von Personen ein, die er zuletzt arg kritisierte. 

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