Christine Novotny

Ein Kommentar von Christine Novotny

Darum ist Justin Trudeau der Vorzeige-Politiker des 21. Jahrhunderts

  • schließen

Ottawa - Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat's einfach drauf - er ist der Vorzeige-Politiker des 21. Jahrhunderts. Ein Kommentar von Christine Novotny, die selbst sechs Jahre in Kanada gelebt hat.

Atemberaubende Landschaften, endlose Weite, freundliche Menschen. Eines der attraktivsten Länder der Welt hat jetzt auch noch den wahrscheinlich attraktivsten und smartesten Politiker der Welt. Justin Trudeau ist seit etwas mehr als 100 Tagen Kanadas Premierminister und löst weltweit eine wahre „Trudeau-Manie“ aus.

Bei Twitter hat der Politiker einen eigenen Hashtag (#trudeaumania), unter dem diskutiert wird, welchem Märchenprinzen er am ähnlichsten sieht. Von der New York Post wird er „der JFK Kanadas“ genannt, der Daily Mirror ernannte ihn zum „sexyesten Politiker der Welt“.

In einem Bild, das kürzlich retweetet wurde, sieht man Trudeau in Anzugshose, Hemd und Krawatte in einer typischen Yoga-Pose ("Pfau"). Nur auf den Händen gestützt, balanciert der Politiker seinen Körper waagerecht in der Luft. Auf Twitter und Facebook wurde daraufhin das Bild wie verrückt geteilt. Zugegeben, Trudeau ist optisch ein wahrer Leckerbissen.

Aber er kann noch mehr: Justin Trudeau ist charismatisch. Trudeau ist sympathisch. Trudeau ist rebellisch - was ihn wiederum sympathisch und menschlich macht. Er boxt, ist tätowiert und ist für die Legalisierung von Marihuana. Und für alle Leserinnen: Trudeau ist ein Romantiker, denn er ist mit seiner Jugendliebe verheiratet. Das Paar hat drei Kinder.

Dafür steht Kanadas Premierminister Justin Trudeau

Kanadas Premierminister Justin Trudeau

Was den Mann aber wirklich interessant macht, ist seine Politik. Die ist menschlich, sympathisch und persönlich. Trudeau steht für Wandel und Bürgernähe. Seine liberale Politik ist progressiv, offen für Migranten und tolerant gegenüber Minderheiten. Die ersten Flüchtlinge, die im vergangenen Dezember in Kanada ankamen, nahm Trudeau persönlich am Flughafen in Empfang. Zwei seiner Minister haben Behinderungen, zwei gehören den Ureinwohnern an und vier der Sikh-Minderheit. Trudeau ist selbsterklärter Feminist, sein Kabinett besteht aus 50 Prozent Frauen. Und warum? „Because it's 2015“, antwortete er zu Beginn seiner Amtszeit im November 2015. Seine künftigen Abgeordneten hat er verpflichtet, das Recht auf Abtreibung zu befürworten. Leider sind diese politischen Ansichten anderswo nicht selbstverständlich. Denken wir nur an Donald Trumps neueste Aussage, wonach Frauen, die abtreiben, bestraft werden sollen.

In Kanada regiert ein Premierminister, der Menschlichkeit, Humor und Sympathie zeigt. Damit scheint er weltweit gut anzukommen. Natürlich steht Justin Trudeau gerade erst am Anfang seiner Amtszeit. Und wer weiß, was sich noch die nächsten Monate und Jahre tut. Doch die Anfänge sind gemacht. Einige Politiker könnten sich an ihm ein Beispiel nehmen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Medienbericht: Trump-Schwiegersohn droht neuer Ärger
US-Präsident Trumps Schwiegersohn Jared Kushner soll während des Wahlkampfes versucht haben, Geld von ausländischen Investoren für seine Immobilienprojekte einzuwerben.
Medienbericht: Trump-Schwiegersohn droht neuer Ärger
Nahost-Konflikt: Abbas hält Rede im UN-Sicherheitsrat
New York (dpa) - Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hält heute eine Rede im UN-Sicherheitsrat. Beobachter erwarten, dass er dabei die Vollmitgliedschaft in der …
Nahost-Konflikt: Abbas hält Rede im UN-Sicherheitsrat
Perus Ex-Präsident Fujimori muss erneut vor Gericht
Lima (dpa) - Knapp zwei Monate nach der umstrittenen Begnadigung des autoritären peruanischen Ex-Präsidenten hat ein Gericht einen weiteren Prozess gegen Alberto …
Perus Ex-Präsident Fujimori muss erneut vor Gericht
Aktivisten: Fast 80 zivile Opfer bei Luftangriffen in Syrien 
Bei heftigen Luftangriffen der syrischen Regierungstruppen auf die Rebellenhochburg Ost-Ghuta bei Damaskus sind nach Angaben von Aktivisten am Montag fast 80 Zivilisten …
Aktivisten: Fast 80 zivile Opfer bei Luftangriffen in Syrien 

Kommentare